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Ein  Kommentar von Norbert Theobald

Jetzt schreiben sie sich die Finger wund, ein Interview reit sich an das nächste. Die einen sprechen vom „Niedergang“, die anderen von „Verschandelung“. Die Heimatblätter und Blogs lassen es rauschen. Als sei die Stadthalle der Mittelpunkt der Erde, wird jede Sprechblase bemüht. Die Einseitigkeit der „unabhängigen“ Privatpresse ist schon seit Wochen nicht zu überbieten. Aber der neutrale Beobachter hat auch Verständnis. Ob Kommerzradio oder Einwurfzeitung, die Abozahlen und Einschaltquoten nähern sich einer kritischen Marke. Jobs sind in Gefahr! Da kommt doch eine Volksabstimmung in wahlkampflosen Zeiten gerade recht. Umsätze im Werbebereich von sechsstelliger Höhe lassen die Verleger aufatmen. Der Dank ist les- und hörbar.

Und gerade deshalb, muss man allem Verständnis für die gebeutelten Herausgeber zum Trotz, den Überblick bewahren. Natürlich möchte die DEHOGA (Hotel- und Gaststättenverband) gerne eine Stadthallenerweiterung auch wenn sie langfristig keinen Bettenkunden mehr in die Westerwellschen Subventionshotels bringt. Denn die Erfahrung zeigt, dass ein weiteres großes Hotel in Heidelberg gebaut werden muss. Auch heutzutage ist es kaum möglich, in der Neckarstadt zwei Kongresse parallel zu veranstalten. Ist die Stadthalle ausgebucht und die Universität möchte im Neuenheimer-Feld einen weiteren Kongress veranstalten, kosten die Betten in Heidelberg plötzlich 200 Euro pro Nacht. So passiert erst vor kurzem und der Veranstalter musste auf Nürnberg ausweichen. Denn in Zeiten knapper Kassen sind Übernachtungspreise von maximal 90 Euro gefragt.

Das „Alleinstellungsmerkmal“ Stadthalle wird so oder so ziemlich alleine dastehen, denn das neue große Hotel wird am Bahnhof oder in der Bahnstadt gebaut. Also hier, vom „Niedergang“ des Abendlandes zu sprechen scheint übertrieben, ist aber für die Berichterstatter eine schöne Steilvorlage und wird gerne angenommen. Manchmal kann in der Hektik einer hochwertigen Recherche auch mal eine Null übersehen werden. Aus 600 werden 6000 „verhinderte“ Arbeitsplätze und aus einem seriösen Stadtentwicklungsprojekt Burelli-Tunnel wird ein „Verhinderungsprojekt“ wegen einer angedachten Neckarquerung. Aber in Zeiten der fließenden Werbeumsätze nimmt man es nicht mehr so genau.

Nach dem Motto „In Heidelberg geht nix voran“ muss jetzt der Traum des OB verwirklicht werden. Koste es was es wolle – auch wenn der Stadthallenausbau mit all seinen zusätzlichen Maßnahmen genauso teuer käme, wie ein Kongresshaus am Bahnhof. Aber seine Heidelberger Wählerklientel wird immer ungeduldiger – nach vier Jahren Stillstand. So ist es klar, dass die CDU jetzt für einen Stadthallenanbau plädiert, obwohl noch vor einigen Jahren der Bahnhof für sie der geeignete Standort war.

In einer Stellungnahme bemüht man sogar den im Jahre 2004 verurteilten Baumogul Roland Ernst. Nach seiner Verurteilung wegen Angestellten-Bestechung und Beihilfe zur Steuerhinterziehung wird er in der „Zeit“ mit den Worten zitiert: „Die Bestechung haben mir alle verziehen. Die wissen doch, wie es in der Branche zugeht.“

Ein Schelm, der bei dem Stadthallenanbau nichts Böses dabei denkt!

Dieser Beitrag hat einen Kommentar
  1. Lieber Herr Schreiber,

    wie dumm sind Ihre Einschätzungen und populistischen Kommentare. Bedauerlicherweise ist bei Menschen Ihres Schlages jede fachlich fundierte Argumentation vertane Liebesmüh‘. Entscheidungen oder Fakten, die man nicht versteht, sollte man auch nicht kommentieren oder schlecht schreiben.
    Ich hoffe, dass wir zukünftig von solchen Artikel wieder etwas weniger lesen müssen und uns mit Fakten befassen dürfen.

    Mit den besten Grüßen

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