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Pressemitteilung Klinik Sankt Elisabeth

Klinik Sankt Elisabeth nimmt die Hebammenpraxis in neue Räume auf.

Das Heidelberger Gebärzimmer, das seit 27 Jahren in Heidelberg die Vorzüge von Haus- und Klinikgeburt verbindet, hat ein neues Domizil gefunden. Dem akut von Schließung bedrohten Gebärzimmer bot Norbert Lenke, Verwaltungsdirektor der Heidelberger Klinik Sankt Elisabeth, Räumlichkeiten im neuen Trakt der Klinik Sankt Elisabeth an. Die Hebamme Mechthild Zarth, Gründerin des Gebärzimmers, nahm das Angebot gern an. Sie wird nach der Umbaumaßnahme der Klinik Sankt Elisabeth im Jahr 2012 mit dem Gebärzimmer umziehen. „Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit und sind glücklich, dieser wichtigen Institution ein Zuhause bieten zu können“, sagt Verwaltungsdirektor Norbert Lenke. „Als familienorientierte Einrichtung fördern wir auf diese Weise die Vielfältigkeit der Gebärmöglichkeiten.“

Zur Vorgeschichte: Im Mai 1984 gründete die Hebamme Mechthild Zarth das Heidelberger Gebärzimmer. Leitgedanke war, dass Frauen einerseits in einer häuslichen und intimen Atmosphäre gebären können und andererseits im Bedarfsfall auf die Sicherheit einer Klinik nicht verzichten müssen. In Prof. Dr. Fred Kubli, zu dieser Zeit Geschäftsführender Direktor der Universitäts-Frauenklinik Heidelberg, fand die Hebamme einen Befürworter ihres Ansatzes. Er holte die Hebammenpraxis an die Klinik, um gebärenden Frauen die Möglichkeit einer hebammengeleiteten Einrichtung in unmittelbarer Anbindung an die Universitäts-Frauenklinik zu geben. Zweimal war die Hebammenpraxis von Schließung bedroht: Zuerst 1988 nach dem Tod Professor Kublis und aktuell mit dem geplanten Umzug der Universitäts-Frauenklinik ins Neuenheimer Feld. Im Klinikneubau war aus finanziellen Gründen kein Platz mehr für das Gebärzimmer vorgesehen. Auch die Bemühungen des Fördervereins Heidelberger Gebärzimmer e.V., der eine Unterschriftenaktion mit mehr als 1600 Unterzeichnern auf den Weg brachte – darunter zahlreiche Ärzte – und die Eingaben mehrerer Politiker halfen hier nicht weiter.

Mit dem Angebot der Klinik Sankt Elisabeth, Platz für das Heidelberger Gebärzimmer zu schaffen, ist dieser Notstand nun beendet. Im Zusammenhang mit dem Umbau im 1. Stock des Hauses besteht die Möglichkeit, passende Räumlichkeiten für das Gebärzimmer zu schaffen. Die Hebammen Mechthild Zarth und Ninja Schmidt können mehrere Räume mit einer Gesamtfläche von etwa 120 Quadratmetern anmieten und nach den Bedürfnissen der gebärenden Frauen einrichten. Sie betreiben diese Hebammenpraxis eigenverantwortlich und haben gleichzeitig bei Komplikationen unter der Geburt die Möglichkeit, die Expertise der gynäkologischen Fachärzte und der Geburtsklinik Sankt Elisabeth zu nutzen.

Dazu sagt Ingrid Schwaighofer-Bender, Sprecherin der Gynäkologen an der Klinik Sankt Elisabeth: „Im Namen der sieben geburtshilflich tätigen Belegärzte freue ich mich, dass Frau Zarth bei uns die Möglichkeit hat, ihr Gebärzimmer weiterzuführen. Ihre seit Jahren verantwortungsvoll durchgeführte Arbeit als Hebamme unterstützen wir gerne, indem wir ihr die notwendige Infrastruktur unserer seit vielen Jahren bewährten großen geburtshilflichen Abteilung anbieten können. Für Notfälle steht jederzeit ein geburtshilfliches Team bereit, und eine kinderärztliche Versorgung ist ebenfalls jederzeit gegeben.“

Im Fall eines Kaiserschnitts oder einer anderen OP-Maßnahme ist außerdem der Kreißsaaltrakt mit eigenem Operationssaal eine Etage über der Hebammenpraxis sofort erreichbar. Diese direkte Anbindung an die Klinik war für Mechthild Zarth und ihre Kollegin das ausschlaggebende Argument, in die Klinik Sankt Elisabeth umzuziehen. „Ich bin natürlich einerseits traurig über das Ende der universitären Anbindung, denn dieses Konzept ist mein ,Baby´“, sagt die Hebamme. „Aber in jedem Ende steckt ja auch ein neuer Anfang. Die Klinik Sankt Elisabeth zeigt sich hier sehr familienorientiert und offen für die Bedürfnisse unserer Klientinnen.“

Mit der Einweihung des neuen Kliniktraktes im Laufe des Jahres 2012 wird die Klinik Sankt Elisabeth neben einer Betreuung durch Klinik-Hebammen in vier eigenen Kreißsälen also zusätzlich das Heidelberger Gebärzimmer aufnehmen. Räumlichkeiten für Elternseminare sowie weitere Praxisräume finden ebenfalls Platz in komplett umgebauten Räumen der Klinik. Ende 2011 wird Richtfest gefeiert.

 

 

Mechthild Zarth und Oberin Schwester Adeltrud Jung schauen sich die Baupläne für den neuen Kliniktrakt an.

Bildrechte: Klinik Sankt Elisabeth Heidelberg

 

Dieser Beitrag hat 8 Kommentare
  1. Noch Jahre später bin ich traumatisiert durch die grobe Art und alles andere als harmonische Geburt im Gebärzimmer Mechthild Zarths. Nicht die Geburt an sich war schlimm, aber ich bin unendlich traurig, wenn ich daran denke, wie sie unter achtsamer und kompetenter Begleitung hätte sein können.
    Sogar die Nachsorge war unangenehm und übergriffig, die grobe Art des Umgangs mit mir als Mutter und mit dem Baby eine Zumutung.
    Bei meinen beiden folgenden Hausgeburten durfte ich erfahren, wie schön es sein kann, liebevoll begleitet zu werden. Dafür bin ich dankbar, aber für meine Große tut es mir immer noch sehr leid, dass sie unter solchen Umständen auf die Welt kommen musste.
    Vollkommen unnötig und unbegreiflich. Zum Glück hatten wir dann ohne diese übergriffige, grobe und rücksichtslose Hebamme noch eine lange, schöne Stillzeit, obwohl sie mein Kind, das nach der Geburt ganz von allein die Brust gefunden hatte und friedlich daran nuckelte, störte und uns in ihrer unruhigen Art keine Zeit und Ruhe ließ.

  2. Das ist ja mal eine gute Nachricht! Ich freue mich für alle Kinder, die in Ruhe im Gebärzimmer geboren werden können, und für alle Frauen, die dort gut und kompetent betreut sind und dazu noch die Sicherheit einer Klinik hinter sich wissen. Schade, dass die Uniklinik die im Gebärzimmer gebündelte Kompetenz und Erfahrung nicht mehr zu brauchen scheint – aber wie schön, dass St. Elisabeth ermöglicht, dass dieser Weg fortgesetzt wird!

  3. Was bin ich froh, dass wenigstens das Heidelberger Gebärzimmer weiterbesteht.
    Wenn es hier ähnliches gäbe, entgegen dem Trend, Geburtshäuser (ohne Klinikanbindung) sterben zu lassen, wär ich glücklich. Aber immerhin.

  4. Klasse – ich freue mich, dass das Gebärzimmer erhalten bleibt. Denn genau dieses Konzept – „natürliche Geburt“ mit Klinik in der Hinterhand – hat uns überzeugt, so dass wir unser erstes Kind genau dort auch bekommen haben. Dabei haben wir aus dem vollen geschöpft – erst der Versuch im Gebärzimmer und als es partout nicht weiter ging Umzug in die Uniklinik. Sehr schön, dass diese wertvolle Institution erhalten bleibt.

    Und all den Entscheidungsträgern der Uniklinik, die dafür gesorgt haben, dass das Gebärzimmer zwischenzeitlich vor dem „aus“ stand, sollte man mal gehörig den Marsch blasen. Die haben wohl noch nicht verstanden, was sich Eltern wünschen. Und wenn ganz offenbar politische Spiele oder „mein-Konzept-ist-besser-als-deins“-Ideologien zu einer solchen Entscheidung führen, dann ist das nur noch arm.

  5. Werdende Eltern in der Region Rhein-Neckar, die Alternativen zu einer medizinalisierten Geburt suchen, können sehr erfreut sein: Das traditionsreiche Heidelberger Gebärzimmer konnte gerettet werden. Die Anbindung an ein Krankenhaus, in das die Frau – falls es notwendig werden sollte – verlegt werden kann, bietet Sicherheit und macht das Heidelberger Gebärzimmer so vorbildlich. Dass das Universitätsklinikum keine Möglichkeit gesehen hat, die mehr als 25-jährige Zusammenarbeit in den neuen Gebäuden der Frauenklinik fortzusetzen, ist sehr bedauerlich. Umso erfreulicher ist es, dass die Klinik Sankt Elisabeth den beiden Hebammen Mechthild Zarth und Ninja Schmidt die Gelegenheit bietet, ihren nachahmenswerten Ansatz auch in Zukunft weiterzuverfolgen.
    Dr. Carolin Kollewe und Dr. Eberhard Raithelhuber, Heidelberg

  6. Die Betreuung einer Frau unter der Geburt mit einem Verhältnis von 1:1 (Frau/ Hebamme) ist heutzutage der Traum vieler Hebammen. Zeit haben- Muße haben- Geduld haben: Geburtshilfe ist gleich Geduldshilfe!
    Aus personellen Gründen ist dieses Konzept aus den meisten Geburtskliniken verschwunden. Dabei ist doch die kompetente und kontinuierliche Betreuung Voraussetzung für eine gute, vertrauensvolle und damit erfolgreiche Geburtshilfe. Dieses Konzept, das die Stärken der Frau hervorhebt, ist für mich sehr begrüßenswert und eine Selbstverständlichkeit. Eingerahmt mit den Ressourcen der Klinik, die jederzeit bei Auffälligkeiten ihre Hilfe anbieten kann, ist das eine tolle Einrichtung. Da es wichtig ist, dass auch die Verwaltung und Geburtsabteilung des Krankenhauses hinter dieser Idee steht, scheint es jetzt doch richtig, dass das St. Elisabeth Krankenhaus diese Kooperation anbietet und damit den Frauen unserer Stadt mit Frau Zarth und Frau Schmidt und Kolleginnen eine angemessene und gute Begleitung für die Zeit vor, während und nach der Geburt ermöglicht.
    Herzlichen Glückwunsch!!!
    Christine v. Frankenberg Hebamme

  7. Die Geburt ist ein Wunder und ein Geschenk zugleich – für die Mutter, den Vater und das Baby eine Grenzerfahrung, bei der die gesamte Gefühlspalette von Schmerzen, Sorge, Hoffnung und Liebe durchlebt wird und unendliches Glück die Körper durchströmt, wenn der Nachwuchs auf dem Körper der Mutter liegt und endlich umarmt werden kann. Bisher hat unsere Gesellschaft dem z.B. in den USA zu beobachteten Trend zu einer Enthumanisierung dieses einzigartigen Vorgangs erfolgreich getrotzt: termingerechte Wunschkaiserschnitte bleiben trotz vieler „Vorbilder“ die Ausnahme und der Berufsstand der Geburtshelfer ist weiterhin hochgeachtet und geschätzt (obwohl diese sich leider nicht in der Vergütung niederschlägt). Ein Geschenk für Heidelberg ist das Gebärzimmer von Mechthild Zarth und Ninja Schmidt: Hier wird seit über einem Vierteljahrhundert eine Geburtshilfe praktiziert, die heutzutage als die modernste Form gilt: „Niedrig-Risiko-Geburten“ in einem familiären Umfeld ohne ärztliche oder medikamentöse Interventionen, so natürlich wie möglich durchzuführen, und nur wenn diese nötig ist auf die kompetente Hilfe von Ärzten zurückzugreifen.

    Frei nach dem Motto:
    „Eine Geburt sollte so natürlich wie möglich unter dem eben notwendigen Einsatz medikamentöser und technischer Hilfe ablaufen. Sie sollte zu einer glücklichen und harmonischen Erfahrung für alle Beteiligten werden.“

    Vorher der vorige Satz stammt? Von der Homepage der Frauenklinik des Universitätsklinikums Heidelberg. Hier setzt dann erneut das Wundern ein: Als „Gebärzimmer-Eltern“ haben wir die große Verantwortung, die Mechthild Zarth und Ninja Schmidt dem neuen Leben gegenüber verspüren und die bisherige tolle Kooperation des Gebärzimmers mit dem Uniklinikum erleben dürfen: Als unser kleiner Sohn nicht alleine mit seiner und der Kraft der Mutter um die letzte Kurve kam, war unser „Geburts-Wunschbild“, die Gebärzimmer-Statistik und der Gebärzimmer-Geldbeutel nicht mehr wichtig: Wie wurden in die Frauenklinik gebracht, um dort risikofrei, mit ärztlicher Unterstützung das Wunder gesund auf die Welt zu bringen.

    Man könnte meinen, dass unser Beispiel als „Idealfall“ für das oben genannte Leitbild stehen könnte – warum dies bei den Entscheidungsträgern des Uniklinikums anders gesehen wird, bleibt uns verborgen. Natürlich wird bei einem Neubau zwischen den Abteilungen um jeden Quadratzentimeter gefeilscht und natürlich muss die Uniklinik auch wirtschaftlich denkend in die „eigene Tasche“ verdienen. Warum hier aber ohne Not die einmalige Chance vertan wurde, sich offensiv ein modernes Geburtskonzept auf die Fahne zu schreiben und so Schwangerschaften mit niedrigem bis hohem Risiko zu begleiten, erschließt sich uns nicht. Das traditionsreiche Gebärzimmer gehen zu lassen ist nicht nur ein Verlust für das Uniklinikum, es ist auch eine selbstverantwortete Verstärkung des „Notfallklinik“-Images.

    Toll finden wir es, dass das Elisabethen-Krankenhaus das Gebärzimmer nicht als Konkurrenz gesehen hat, sondern das Konzept mitträgt und Mechthild Zarth und Ninja Schmidt ein neues „Zuhause“ bietet. Hierzu können wir dem Verwaltungsdirektor Norbert Lenke, den geburtshilflich tätigen Belegärzten, dem geburtshilflichem Team und der gesamten Klinik nur gratulieren! Ein Erfolgskonzept geht in die nächste Runde – wie schön, wie gut für Heidelberg und die Region! Unser Dank geht also zum Abschluss an:
    Das Leben, welches uns unseren Sohn geschenkt hat, das Gebärzimmer für die professionelle, verantwortungsvolle, einfach großartige Betreuung, an die Uniklinik für die gekonnte Intervention und freundliche Kooperation und an das Sankt Elisabeth für das Umsetzen des eigenen Leitbildes!

    Sandra und Benjamin

    P.S. Unser Dank gilt auch der Stadtredaktion.de, die die Presseerklärung bekannt macht. Warum ist das kein Thema für die RNZ?

  8. Hat die Uniklinik nachgedacht?

    Unsere Tochter wurde im Heidelberger Gebärzimmer geboren. Ohne Mechthilds hoch kompetente Begleitung wäre der Geburtsprozess und die Nachsorge nicht so verlaufen wie er es ist. Unsere Tochter ist jetzt sehr glücklich.

    Ich verstehe nicht, wie die an manchen Stellen so hoch gelobte Universitätsklinik Heidelberg ein solches Projekt vertreiben kann. Natürlich ist der theoretische Ansatz des Gebärzimmers ein anderer als der einer „normalen“ schulmedizinischen Klinik. Dennoch beweist eine Klinikleitung doch gerade dann Rückgrat und Umsicht wenn sie verschiedene Konzepte und Ansätze stehen lassen kann und bestmöglich miteinander koppelt. Dies war wohl lange Zeit in der Uniklink der Fall. Umso schlimmer ist es wenn die amtierenden Leitungsgremien eine so produktive und im wahrsten Sinne lebenspendende Kooperation auflösen und zulassen, dass dieses Privileg einem anderen Krankenhaus zuteil wird.

    An dieser Stelle kann ich nur dem Elisabethenkrankenhaus zu ihrer nachhaltigen Investition für die Zukunft gratulieren.

    Hans

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