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Ganz und gar nicht bewegungslos war die Premiere des neuen HardChor – Programms in der HebelHalle des UnterwegsTheaters

von Nils Herbstrieth

Seit über 20 Haaren äh Jahren eine Institution in Heidelberg. Inzwischen 19 ganz normale Männer stehen mehr oder weniger bewegungslos im Halbkreis und singen. Singen? Nein, das ist mehr als Gesang. Die schauspielerische Leistung der gesamten Truppe ist fast noch beeindruckender als die eh schon sehr gute musikalische Qualität. Kein Moment der zweieinhalb Stunden ist un-choreographiert, während der vielen Soloauftritten von Chormitgliedern ist der Rest der Mannschaft nie dem Zufall überlassen. Alle hören zu, leiden und lachen mit, wirken konzentriert, erstaunt und überrascht. Immer wieder erstaunlich wozu ganz normale Männer fähig sind. Das Ganze funktioniert natürlich nur unter der (An)Leitung von Bernhard Bentgens, dem nimmermüden Urtyp des „Kind im Manne“ und begnadeten Chor-Eographen.

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Bernhard Fauser, Leiter des UnterwegsTheaters, begrüßte die 450 Zuschauer in der ausverkauften HebelHalle. Die durchaus vorhandene, komfortable Heizung hatte er nicht angeschmissen, denn er wusste, dass die Zuschauer zusammen mit dem Chor, insbesondere mit einem der Sänger ganz rechts, im Laufe der Zeit über 45.000 Watt produzieren würden. So war es anfangs etwas kühl, Stimmung und Saal heizten sich dann aber sehr schnell auf. Dies führte natürlich auch zu gewissen Verlusten wie wir im Laufe der Vorstellung noch lernen sollten. Mehrere hundert Liter Schweiß, tausende von Haaren, und abertausende von Körperzellen müssten in den 3 Stunden verloren gegangen sein.

Das mit den Haaren sei eh so eine Sache, die wandern nämlich bei Männern ab einem gewissen Alter vom Kopf zu anderen Körperregionen, vornehmlich Körperöffnungen wie Nase, Ohren, ……. die Zeit der „Wechselhaare“ eben. Dies wurde dann auch gleich drastisch demonstriert. Das Haar wuchs plötzlich überall und ein Chormitglied entblößte sein echtes? Brustfell.

Ebenfalls live demonstriert wurde die Sinnhaftigkeit der Aufstellungsform Halbkreis für einen  Chor. Konvex, konkav, vorwärts, rückwärts oder über- und hintereinander – der Halbkreis bietet sich an zum gemeinsamen Singen, am besten mit dem Gesicht zum Publikum.

Zum Abschluss könnte man sagen „Ein bunter Strauß an Melodien“ wenn’s nicht so abgedroschen klingen würde. Es war alles dabei, Bekanntes, Unbekanntes, Altes, Neues. Originalversionen, Eigenkompositionen, Coverversionen mit und ohne eigene Texte aber immer eingebettet in geistvolle, humorvolle Geschichten, vorgetragen von ganz normalen – Männern.

Weitere Konzerte:

10.11. Pforzheim
19.11. Bad Dürkheim
10.12. Darmstadt
www.hardchor.com…

Fotos:
Unter Regie der Heidelberger Fotografin Gülay Keskin www.keskin-arts.com… haben 5 Fotografen und Fotografinnen das komplette Hardchor Konzert am Sonntag 9.10.2011 in der Hebelhalle im Bild festgehalten.
Beteiligte Fotografen:
Ralf Schmitt
Ute Wiedemann wiedemannute@web.de…
Beatrix Bossle www.beatrixbossle.de…
Auch zu empfehlen: Die nagelneue Homepage www.hardchor.com…

 

Programm HardChor: Bewegungslos im Halbkreis

 

Titel – Musik / Text
  • Man in the Mirror – Siedah Garrett / Glen Ballard
  • Funiculi, Funicula – Luigi Denza
  • Somebody to Love – Freddie Mercury
  • Der Buckelwal – Bernhard Bentgens
  • Zur Erhaltung der Art – Bernhard Bentgens
  • Wechseljahre – Bernhard Bentgens
  • Fürstenfeld – Josef Jandrisits / Schiffkowitz
  • Pubertät – Benedict Eichhorn/ Thomas Pigor
  • Maulende Rentner – Benedict Eichhorn/ Thomas Pigor
  • Schüttel dein Speck – Peter Foxx
  • Schöne Maid – Jack White
  • Sei doch kein Frosch – Bernhard Bentgens
  • Sway – Pablo Beltrán Ruiz/ Norman Gimbel
  • Radar Love – George Kooymans / Barry Hay
  • Blau blüht der Enzian – trad.
  • Eine neue Liebe – Jack White
  • Ganz in Weiß – Kurt Hertha / Rolf Arland
  • Delilah – Les Reed/ Barry Mason
  • Nothing´s gonna change my love for you – Gerry Goffin/ Michael Masser
  • Kiss – Prince
  • Don´t Stop Me Now“ – Freddie Mercury



Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Mein lieber Herr Gesangsverein!!!!!!! SuperKlasse!
    Lieber Nils!

    Das hast du aber wirklich fein gemacht!
    Super toll.
    Und natürlich ein Lob an die sechsFotografen:
    so gut sahen wir lange nicht mehr aus.

    dein/euer BB

  2. Wenn alte Männer singen, denkt man immer an Volksweisen! Seit einigen Jahren hört man auch mal was anderes. Aber es sind immer noch alte Männer die älter werden, denen soviel Neues auch nicht mehr einfällt. Die Gags wiederholen sich und die Anzüge sind immer noch nicht von Boss – obwohl man das bei den musizierenden, etablierten Bildungsbürgen erwarten sollte. Aber wie die denkende Spitze des Chors sich das sicher schon vor Jahren überlegt hat, ist das Ergebnis aus Ergotherapie, Musikpsychologie und Antiaggressionstraining eine nette Belustigung aller Beteiligten. Frei nach dem Motto: Was uns nicht umbringt macht uns nur hart“ bleibt alles beim alten und das noch Bewegungslos – vielleicht deshalb Hard-Chor?

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