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BUND Heidelberg macht anlässlich des Besuches von Bundesminister Niebel auf die drohenden Gefahren für den Yasuní-Nationalpark in Ecuador aufmerksam

via BUND

Mit einem „schwarzen Teppich“ werden die Aktiven des BUND Heidelberg Herrn Niebel bei seinem Besuch der Mitgliederversammlung der FDP Heidelberg empfangen. Die Mitgliederversammlung findet am kommenden Montag, den 12.12.2011, im Helmstätter Herrenhaus statt. Der schwarz bemalte, symbolisch ölverschmierte Teppich soll zusammen mit einigen Ölfässern und Absperrband einen Ölunfall in der Neckarstadt darstellen. So soll auf die drohende Gefährdung des Yasuní-Nationalparks in Ecuador durch die Ölförderung aufmerksam gemacht werden.

Es werden auch einige BUND-Aktive anwesend sein, die mit Flugblättern die anwesenden FDP-Mitglieder über die Konsequenzen der Politik ihres Gastes informieren werden.

Der Yasuní-Nationalpark in Ecuador ist Teil des Amazonasregenwaldes und eines der artenreichsten Gebiete unseres Planeten. Er ist außerdem Heimat zweier bisher in freiwilliger Isolation lebender Indianer-Stämme. Aus diesem Grund wurde der Park 1989 von den Vereinten Nationen zum Biospährenreservat erklärt.

2007 wurden unter dem Park große Ölvorkommen entdeckt. Allerdings bot Ecuadors Präsident Raffael Correa an, gegen einen finanziellen Ausgleich in Höhe der Hälfte der möglichen Öleinnahmen auf die Ölförderung zu verzichten. Zur Verwaltung der durch die Ausgleichszahlungen eingehenden Mittel haben die Vereinten Nationen den ITT-Fonds geschaffen. Nachdem sich die Bundesregierung der Position Dirk Niebels angeschlossen hat und eine Beteiligung am ITT-Fonds ausschließt, läuft diese weltweit einmalige Initiative Gefahr, aufgrund mangelnder Unterstützung zu scheitern. Dabei findet die Initiative nach wie vor die Unterstützung aller anderen im Bundestag vertretenen Parteien und selbst ausgewiesener Entwicklungsexperten der Regierungskoalition. So hat der stellvertretende Union-Fraktionsvorsitzende Christian Ruck noch im September gegenüber Klimaretter.info… erklärt: „Es gibt keinen Grund, von dem damaligen Beschluss, Yasuní zu unterstützen, abzurücken“. Auch weltweit findet die ITT-Initative großen Zuspruch. So sind bereits über 70 Millionen Euro an Zusagen für den ITT-Fonds eingegangen. Die Unterstützung umfasst dabei den gesamten Bereich der Zivilgesellschaft weltweit, von französischen Regionalregierungen bis zu brasilianischen Baukonzernen. Nur Deutschland weigert sich, bei diesem für den Erhalt der biologischen Vielfalt entscheidenden Projekt die bereits zugesagte Führung zu übernehmen.

Dabei wird gerade bei der stattfindenden Klimaschutzkonferenz in Durban deutlich, wie wenig ausgereift Niebels Alternative „REED“ ist. Bei diesem Mechanismus sollen waldreiche Entwicklungsländer finanzielle Anreize erhalten, um ihre Regenwälder zu schützen. Dieser Ansatz wird nicht nur von Umweltschutzgruppen kritisch gesehen, sondern auch von Indigenen aus den betroffenen Ländern. So sagte der Ecuadorianer Marlon Santi als Vertreter der indigenen Völker auf der Klimakonferenz: „Wir können nicht akzeptieren, dass unsere Wälder zu einem Geschäft gemacht werden“. Damit verliert Niebels „Plan B“ die Unterstützung der Menschen, die angeblich am meisten von ihm profitieren sollten.

Zusammen mit vielen Städten hat auch Heidelberg als Mitglied des Klimabündnisses in einer Erklärung vom 03. Februar 2010 der ITT-Initiative seine Unterstützung zugesagt und der Heidelberger Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner hat sich beim Konvent der Bürgermeister zu einer globalen Verantwortung bekannt. Doch der Bruch der deutschen Zusagen für das wichtigste Klima- und Artenschutzprojektes auf dem Lateinamerikanischen Kontinent kommt ebenfalls aus Heidelberg. Minister Dirk Niebel ist Vorstandsmitglied der Heidelberger FDP.

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