Bild.Störung



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via 25bs

Die neue Show von 25Bilder/Sekunde – Bild.Störung – präsentiert im Februar und März Arbeiten von Tobias Hahn (Köln), Barbara Hindahl (Mannheim), Marc Dittrich (Esslingen) und Maks Dannecker (Stuttgart), die sich mit unserer Wahrnehmung von Bildschirmbildern beschäftigen: Erst wenn der Bilderfluss gestört wird, wird die Illusion unterbrochen – man sieht, dass man Bilder sieht.

Im November 2011 ging die erste bemannte Marsexpedition zu Ende. Nach 520 Tagen konnten die sechs Astronauten ihr Raumschiff in Moskau wieder verlassen – nach einer Reise zum roten Planeten: 250 Tage der Hinflug, 30 Tage die eigentliche Mars-Mission und 240 Tage der Weg zurück.

Mars-500 war eine aufwendig angelegte internationale Simulation, bei der selbst die Landung auf dem Mars nachgestellt wurde, die Forschungsergebnisse zu unterschiedlichsten Fragen liefern sollte. Mediziner und Biologen untersuchten etwa, wie sich enge Lebensräume aufs Allgemeinbefinden und das menschliche Immunsystem auswirken, wie der Körper auf fehlendes Tageslicht reagiert, wie sich der Wach-Schlaf-Rhythmus ändert und wie sich das alles auf Herz und Kreislauf auswirkt. Psychologen beobachteten die Gruppendynamik und das Kommunikationsverhalten: Im „Big-Brother-Raumschiff“ hatten Kameras alles im Blick. Nach der Rückkehr auf die Erde kamen die Astronauten zunächst vier Tage in Quarantäne. Back home – obwohl sie nie weg gewesen waren.

Die Simulation fühlt sich an wie die Wirklichkeit, sie ist, wie Jean Baudrillard schreibt, eine „Hyperrealität“, die sich die Realität gleichsam einverleibt: „Jegliche Realität wird von der Hyperrealität der Codes und der Simulation aufgesogen.“ Das Hyperreale trete immer stärker an die Stelle des Realen. Löst das Simulationsprinzip das alte Realitätsprinzip ab?

Weiß der Computerspieler, der am Bildschirm auf die Jagd geht, dass er gerade auf Menschen zielt? Wenn die Mehrheit der jungen Zuschauer Scripted Reality für bare Münze nimmt? Wird die Bildschirmwelt zur Lebenswelt?

Sehen wir Bilder oder „sehen“ sie uns?



Verzerren sie unsere Wahrnehmung oder „sind“ sie schon Teil einer realen Hyperrealität?

Bild.Störung: Die neue Show bei 25Bilder/Sekunde

Erst wenn der Bilderfluss gestört wird, wird die Illusion unterbrochen – man sieht, dass man Bilder sieht. Bild.Störung zeigt Arbeiten, die die Wahrnehmung schärfen für Bildschirmbilder. Sie lassen uns zweimal hinschauen – was sehen wir da eigentlich? So provozieren Barbara Hindahls Schattenspiele durch ihre Langsamkeit. Im Zeitalter von Schnitttechnik und Montage irritiert/stört das real abgefilmte Spiel des Lichtes an der Wand.

Die Illusion des Mediums hingegen führt uns Marc Dittrich bildlich vor: Er hat die Umrisse der Protagonisten aus dem Celluloid seines Super 8-Films herausgekratzt, Bild für Bild. Was bleibt ist Lücke.

Tobias Hahns bewegter Rorschachtest hingegen zeigt auf, dass die Illusion letztendlich immer im Auge des Betrachters liegt, während Maks Dannecker „TranszendenzErscheinungen“ im Bild festhält – Wunschbild oder Illumination?

HAHN | HINDAHL | DITTRICH | DANNECKER

kuratiert von Simone Kraft

25.02.12 – 30.03.12

Start der Video-Show: 25.02.12 ab 18h

 www.25bildersekunde.de

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