Vampire im Licht der Scheinwerfer

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Der Ball der Vampire in der Heidelberger Stadthalle

– von Eric Placzeck –

Bei milden Temperaturen und klarer Nacht schwärmten am vergangenen Samstag hunderte Untote zum traditionellen „Ball der Vampire“ in die Heidelberger Stadthalle. Der Anmut der Kleider und Kostüme kam in dem würdevollen Ambiente zu seiner vollen Entfaltung und es war offensichtlich, dass dieser Kostümball nichts mit sonstigen Faschingsveranstaltungen gemein haben wollte.

90 Minuten habe er zum Schminken gebraucht, berichtet der Mann als Fledermaus, nachdem er für die zahlreichen Fotografen scheinbar durchs Fenster in die Stadthalle geflogen kam. Sicherlich nicht weniger Zeit verbrachte seine Begleitung vor dem Spiegel, um sich täuschend echt ihren Reißverschluss aufs Gesicht zu kleben. Diese beiden und viele weitere Draculas und Vampirdamen posierten immer wieder gerne vor den ständig blitzenden Kameras.

Wer es wegen seiner weiten Anreise aus Transsylvanien nicht mehr geschafft hat, sich einen gruseligen Teint aufzulegen, dem konnte in der Vampirmaske im Foyer noch der letzte Schliff verpasst werden. Ausgenommen vom Schliff waren natürlich die scharfen Eckzähne, diese wurden weitgehend selbständig mitgebracht.

In den Ballsälen hauchten insgesamt fünf Bands den vielen fahlen Gesichtern jede Menge Leben ein und sorgten bis weit nach Mitternacht für eine ausgelassene Stimmung auf den Tanzflächen.

Abseits des dunklen Treibens beobachteten eingefleischte Fans der „Rocky Horror Picture Show“ im kleinen Ballsaal ein Theaterstück zum Kultfilm, der synchron zum Spiel im Hintergrund auf Leinwand lief.

Die Phantasie und der Aufwand der Kostümierungen ließen erkennen, dass der Ball der Vampire ein zentrales Datum im Kalender vieler Untoter ist, die an den restlichen Tagen des Jahres unauffällig ihrem Tagwerk nachgehen.

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