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(wg) Mit einem erheblichen Aufwand findet zur Zeit die Bürgerbeteiligung zur Neuplanung der Haltestellen und des Straßenraums an der Nordseite des Bahnhofs statt. Bürger und Verbände bringen sich aktiv und konstruktiv ein. Teilweise mit eigenen Planungsvorschlägen zur Verbesserung des Rad- und Fußverkehrs und vor allem zum Erhalt der 6 Bäume vor dem Hauptbahnhof. Die meisten Vorschläge werden aber von der Fachverwaltung  ignoriert. Heute, 12.12.2013 um 18.00 im Prinz Carl geht es in der zweiten Bürgerveranstaltung zur Sache.

Vorzugsvariante der Heidelberger Stadtverwaltung

Vorzugsvariante der Heidelberger Stadtverwaltung

Lohnt es sich eigentlich, an Bürgerdialogen teilzunehmen?

Wie geht das Verkehrsmanagement eigentlich mit den Wünschen von Bürgerinnen um, die sich mit erheblichem Zeitaufwand  in Planungsprozesse einbringen?

Am Beispiel der Bäume vor dem Hauptbahnhof lässt sich diese Frage anschaulich beantworten.

In der ersten Bürgerdialogveranstaltung ist immer wieder der Wunsch geäußert worden, dass die  an der Nordseite des Bahnhofs stehenden Bäume erhalten bleiben müssen. Das Verkehrsmanagement betonte schon damals, dass sie leider in „räumlicher Konkurrenz“ zur geplanten Umbaumaßnahme stünden. Sie seien also voraussichtlich  leider nicht zu erhalten.

Das Verkehrsmanagement bleibt  sich treu: Eine Planungsvariante, wo die Bäume erhalten bleiben, wurde erst gar nicht in Auftrag gegeben. Stattdessen liegen drei Planungsvarianten vor, bei denen die Bäume beseitigt werden. Die Vorzugsvariante der Stadtverwaltung stellt eine Maximalvariante für den ÖPNV und den Autoverkehr dar. Und das in der Hauptstadt des Radverkehrs, des Umweltschutzes, des Klimaschutzes und der Bürgerbeteiligung.

„Bäume können voraussichtlich nicht gehalten werden“

Im lapidaren Bürokratendeutsch wird das so begründet: „ Mit dem Ziel ausreichend breiter Flächen für Fußgänger, Radfahrer und wartende ÖPNV-Fahrgäste können eine Reihe von Bäumen voraussichtlich nicht gehalten werden. Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen werden im weiteren Planungsverfahren nach einem noch zu entwickelnden Konzept festgelegt.“

Werden wenigstens  ausreichend breite Flächen für RadfahrerInnen und FußgängerInnen zur Verfügung gestellt?

Nein. Radfahrstreifen sind trotzdem nur 1,85 Meter breit.  Sie sind viel zu schmal. Eine halbwegs gute Radwegbreite für einen Einrichtungsradweg sollte mindestens 2,50 Meter Breite haben. Auch fehlt es an ausreichend breiten Aufstellflächen für RadfahrerInnen an Wartebereichen. Von einer guten Radwegeverbindung zum Hauptbahnhof ganz zu schweigen.

Dafür gibt es aber für den motorisierten Autoverkehr 5 Fahrbahnen.

Prüfung alternativer Konzepte fand nicht statt

Sowohl die BI Ökologische Mobilität als auch der VCD haben ein ähnliches Alternativkonzept nach der letzten Bürgerveranstaltung beim Verkehrsmanagement eingereicht.  Bäume würden erhalten bleiben, der Rad-und Fußverkehr würden qualitativ erheblich verbesser werden. Diese Konzepte wurden planerisch aber nicht berücksichtigt, nicht mal ernsthaft geprüft. Dem Planungsbüro wurde ein solcher Auftrag erst gar nicht erteilt.

Es geht auch anders: Das zeigen die  Konzepte der BI ÖKOMOB und des VCD

Die Bäume bleiben stehen ! Trotzdem ist eine gute Qualität für den Verkehr des Umweltverbundes und eine befriedigende Qualität für den Autoverkehr erreichbar.

Radverkehr:

  • Beidseitige Radstreifen auf Straßenniveau mit einer Breite von 2,50 Meter
  • Querung der Mittermaierstraße zur Mittellage in der Kurfürsten-Anlage
  • Ausreichend große Aufstellflächen in den Wartebereichen

Fußverkehr:

  • Kürzere Wege zum Hauptbahnhof, keine Querung eines Radweges
  • Mittlere Warteinseln bei der Querung der breiten Kurfürsten-Anlage
  • Gute fußläufige Erreichbarkeit des sogenannten „Hausbahnsteigs“, direkt am Hauptbahnhof.

ÖPNV

  • Gute Qualität für die ÖPNV Benutzer

Autoverkehr

  • 3 Fahrspuren (VCD) bzw. 4 Fahrspuren (BI ÖkoMob)

Beide Konzepte sind auf der vorhandenen Straßen-Freiraumfläche realisierbar.  Die Bäume bleiben erhalten !

Zweite Bürgerveranstaltung am 10.12.2013:

Wird es gelingen eine bürgerschaftliche Planungsvariante gegen die Lieblingsvariante C  der Stadtverwaltung durchzusetzen ?

Ein fairer Umgang mit engagierten Bürgern sieht anders aus. Da können auch  die vielen klugen Moderations- und Bürgerbeteiligungsmethoden nicht darüber hinweg täuschen.

Würde Bürgerbeteiligung und würden die Wünsche der Bürger wirklich ernst genommen, dann hätte man auch die bürgerschaftlichen  Alternativen ernsthaft durchgeplant und ggf. mit guten Argumenten auch verworfen

Die Zeit ist reif, die Moderationskoffer  wieder einzupacken, um  zu ernsthaften politischen Auseinandersetzungen zu kommen.

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare
  1. Hallo,

    die Verurteilung durch den oben erwähnten Bericht, finde ich sehr traurig!
    Warum wird so negativ Berichtet? Warum werden nicht einmal die Vorteile dieses Projektes hervorgehoben? Die Diskussion über die Bäume ist an und für sich lächerlich, die Platanen wurden von Hand gepflanzt und wenn Sie für die Umbaumaßnahmen stören, so müssen Sie leider weg und es werden durch Ersatzmaßnahmen neue gepflanzt!!!

  2. Die Stadt Heidelberg ist ja auf einem guten Weg mit mehr Transparenz, Offenheit, frühzeitiger Planungsoffenlegung und Bürgerbeteiligung. Es gibt allerdings immer noch Teile der Stadtverwaltung die sich „Beteiligungsresistent“ zeigen. Dazu gehört ganz vorn das Amt für Verkehrsmanagement, das für sich reklamiert am besten zu wissen was richtig ist und vor allem zu wissen was alles nicht geht ….
    Zuletzt auch zu sehen beim 4. Bürgerforum Konversion Südstadt. Was dann dabei heraus kommt ist leider immer nur Standard auf unterstem Niveau.
    Siehe auch hier: http://www.die-stadtredaktion.de/2013/10/diestadtredaktion/leitartikel/konversion-zum-nulltarif/

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