closeDieser Artikel wurde vor 2 Jahren 9 Monaten 12 Tagen veröffentlicht. Die Informationen in diesem Artikel sind möglicherweise veraltet. Bitte benutzen Sie die Suche oder das Archiv, um nach neueren Informationen zu diesem Thema zu suchen.

OB Würzner 2(wg) Wie sich Heidelberg entwickeln soll, was mit Bäumen und Grünflächen geschieht, wenn in Heidelberg neu gebaut wird, wie Klima  dabei geschützt werden kann: Diese Themen zogen immerhin weit mehr als 100 sehr interessierte BürgerInnen zu einem politischen Dialog mit OB Würzner in die Volkshochschule Heidelberg. Und das an einem schwül-warmen Sommerabend. Eingeladen hatte das Netzwerk Heidelberger Bürgerinitiativen und der BUND Heidelberg.

Das komplizierte, kontroverse  und vielfältige Themenfeld beleuchteten Referenten des  BUND Heidelberg, der Bürgerinitiativen aus Neuenheim, Weststadt und Bergheim und ein Vertreter des Stadtteilverein Südstadt  aus ihren Perspektiven. OB Würzner  hatte es nicht leicht, in der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit  auf alle Fragen Antworten zu geben. Noch schwieriger war es,  Antworten zu geben, die das Publikum befriedigte.

Das war aber den Veranstaltern bewusst, wie  Heinz Delvos vom Bürgernetz gleich zu Beginn der Veranstaltung einräumte. OB Würzner  hatte  deswegen rechzeitig vor der Veranstaltung  einen  umfangreichen  Frage- und Forderungskatalog erhalten. „ Ob er denn zu einem Verhör ginge“ sei er von seinen Verwaltungsleuten gefragt worden, als er ihnen  den Fragenkatalog zeigte.  Der Abend verlief  dann zwar erwartungsgemäß kontrovers, aber keineswegs  unfreundlich oder gar als Verhör. Verhörqualität hatte allenfalls die schwüle Raumtemperatur, nicht  aber die sachlich vorgetragenen und begründeten Fragen aus der Bürgerschaft. Die aus zeitlichen Gründen unbeantwortet gebliebenen Fragen sollen im nachhinein beantwortet werden. Link zu den Fragen

Die Stadtredaktion wird im September die Themenfelder der Veranstaltung aufbereitet vorstellen und die Positionen von OB Dr. Würzner dokumentieren.

Die Stadtredaktion hat aber jetzt schon einige Personen um ein  erstes Fazit aus der Veranstaltung gebeten.

Beate  Berger, Bürgerinitiative Neuenheim:

Es ist schwierig, an ihn bei den Konfliktthemen heranzukommen

OB Würzner konnte mir das Gefühl vermitteln, dass  man sich zu 100 % auf ihn verlassen kann, wenn es um den Erhalt des Gebäudes und der Parkanlage des  „Astronomische Rechenzentrums“ in der Mönchhofstraße als Teil des historischen Englischen Viertels  in Neuenheim  geht.  Da  sind wir auf der sicheren Seite.

Wahrgenommen habe ich aber auch, dass er kein Einlenken zeigte bei anderen Konfliktthemen, wie z.B. die weitere Entwicklung der Bahnhofstraße oder bei der Teilbebauung des Pentaparks.  Irgendwie ist es schwierig als Bürgerschaft bei diesen Themen an ihn ranzukommen,  obwohl dies nicht nur der Wunsch einiger weniger Menschen ist, sondern von ganzen Stadtteilen und sogar Stadtteil-übergreifend gefordert wird.

PublikumBesucher, männlich, 50+

Der Teufel steckt im Detail: davor drückte sich der OB herum

Es war ein sehr kritisches Publikum bei einem hochpolitischen, aber auch hochemotionalen Thema. Gute Fachvorträge waren zu hören, teilweise auch polemisch, das darf man aber auch bei diesem Thema.  Würzner hat sich gewissermaßen im „Feindesland“ bewegt und war wohl auch deshalb  manchmal  nervös.

Würzner suchte die Zustimmung bei der großen Linie: Heidelberg sei ja schon sehr weit im Vergleich mit anderen Städten. Wir bauen ja nicht mehr den Wald zu- was an anderen Orten immer noch geschehe.  Der Dissens liegt aber im Detail. Z.B. bei der Frage, warum wird der Penta-Park tw. zugebaut, warum gibt es keine grundsätzliche Revision des Bebauungsplans Bahnhofstraße, warum wird öffentlicher Grund an private Investoren verkauft, warum wird der § 34 des Baugesetzbuches immer wieder von der Fachverwaltung zu Gunsten von Bauinvestoren großzügig ausgelegt usw. Zu diesen Fragen gab er keine befriedigenden Antworten. Er drückte sich darum wortreich herum.

Wolfgang Gallfuß, Bürgernetz und ehemals BI Bahnhofstraße

Beteiligung in Nebenfragen, aber nicht in der Hauptsache….

Ein Verhör war es nicht, aber auch keine Harmonieveranstaltung. Das wäre angesichts der Konfliktlagen auch gar nicht vorstellbar gewesen. Gut war die Bereitschaft von beiden Seiten, den Diskurs überhaupt zu führen. Was ja auch nicht immer selbstverständlich ist. Gewünscht hätte ich mir, dass der OB seine politischen Kernaussagen -was will ich, was kann ich strukturell überhaupt bewegen-  klarer und politisch deutlich konturierter rüber gebracht hätte. Manches musste man ihm erst durch direktes Nachfragen entlocken. Im Kern ist er – den Eindruck habe ich gewonnen- bei den harten Konflikthemen (wie z.B. Penta-Park, Bahnhofstraße)  zwar zu etwas mehr  Bürgerbeteiligung in Nebenfragen bereit, nicht jedoch zum grundsätzlichen Umsteuern. Klarheit in der Aussage hilft zur Klärung von politischen Gegensätzen und Interessen. Um Gegensätze geht es letztlich- auch und insbesondere bei Fragen der Stadtentwicklung und des Umweltschutzes- und weniger um den freundlichen Austausch von unterschiedlichen Meinungen. Gäbe es weitere Kandidaten zur Oberbürgermeisterwahl, gäbe es sicherlich mehr Alternativen zur aktuellen Politik – hoffe ich zumindest. Diesen Mangel kann man aber wahrlich nun nicht OB Dr. Würzner vorwerfen.

Christine Rückert, Penta-Park Initiative

Heidelberg hat den Wert seiner bestehenden Parkanlagen und Grünflächen deutlich verkannt

Leider habe ich den Eindruck gewonnen, dass das Konzept zur Stadtplanung in Heidelberg einer „Kompakten-Stadt “ ( ähnlich Bahnstadt ) entspricht. Expansion wird groß geschrieben und Konzepte wie die „Grüne Stadt“ werden kleingeschrieben. Wie z.B. Hannover, die grünste Großstadt Deutschlands, mit Klimaschutzprogrammen und Mobilitätskonzepten dafür sorgt, dass Bauen/Wohnen und Verkehr energieeffizient und ressourcenschonend erfolgen. Oder Beispiel Köln mit dem Inneren Grüngürtel. Heidelberg hat den Wert seiner bestehenden Parkanlagen und Grünflächen deutlich verkannt. Auch nach der Veranstaltung habe ich nicht den Eindruck gewonnen, dass sich unser OB Dr. Würzner für ein grüneres Konzept einsetzen wird. Denn wie er uns mitteilte ist die Marriott-Erweiterung beschlossen.

Stephan PucherStephan Pucher, BUND

OB Dr. Würzner hat sich auf die Themen eingelassen

Ich ziehe insgesamt ein sehr positives Fazit aus der Veranstaltung.

Alleine schon die  Besucherresonanz zeigte, dass das Thema vielen Heidelbergern auf den Nägeln brennt. Es wurde zwar emotional aber trotzdem sachlich diskutiert. Und: der OB hat sich m.E. auf die Themen eingelassen. Ich hoffe deswegen, dass er  bei der einen oder anderen Frage jetzt schon aktiv werden wird.  Außerdem: Er hat mitgenommen, dass es in Heidelberg eine aktive Bürgerschaft gibt, der die Zukunft Heidelbergs sehr am Herzen liegt und die den politischen Diskurs sucht, um die Zukunftsfragen gemeinsam anzugehen.

Besucher, männlich, 60 +

Die Bürger wollen nicht nur mitgenommen, sondern ernst genommen werden.

Ein guter Auftakt. Das Thema muss fortgesetzt werden. Die Bürger wollen nicht nur mitgenommen, sondern ernst genommen werden. Der Oberbürgermeister erwiderte sehr geschickt auf die qualifizierten Referate. Aber in vielen Punkten waren die Antworten unzureichend. Wir brauchen konkrete Maßnahmen und Veränderungen, auch Revisionen, bei einigen Projekten, die bereits beschlossen sind, bzw. kurz vor dem Beschluss stehen: Masterplan Südstadt, Penta-Park, Bahnhofstraße, um nur einige beispielhaft zu nennen.

Besucherin, weiblich, 55+

Schade, dass er keinen Gegenkandidaten hat

Die Veranstaltung hat mir sehr viel gebracht. Es war  ein gute Auftaktveranstaltung für die weitere Beschäftigung mit dem Thema. Mir wurde klar, wieviele „Baustellen“ es eigentlich in Heidelberg gibt und um was es eigentlich geht: Penta Park, Neuenheim, um nur einige zu nennen. Der OB hat allerdings zu viel um den heißen Brei herum geredet. Er versteckt sich teilweise hinter dem Gemeinderat, dass er da keinen ausreichenden Einfluss hätte auf bestimmte Maßnahmen. Aber die Projekte werden doch in und durch die Verwaltung vorbereitet. Sie werden damit in eine bestimmte Richtung gelenkt, da hätte er durchaus die Möglichkeit, frühzeitig zu steuern, was er sicherlich auch macht. Dazu ist er ja da. Er könnte also auch anders steuern. Also ich habe gedacht, man merkt ganz deutlich, dass er keinen Gegenkandidaten hat. Er muss nicht befürchten, nicht mehr gewählt zu werden. Das ist ein schweres politisches Versäumnis der SPD und der Grünen, niemanden aufgestellt zu haben. Ihm kann man da natürlich keinen Vorwurf machen.

Dieter Strommenger
Wenigstens auf kommunaler Ebene sollten wir Schweizer Verhältnisse anstreben
Die Vorträge waren alle sehr gut….Wie zu erwarten war, hat OB Dr. Würzner versucht, die Veranstaltung in seinem Sinn zu nutzen. Wie eine Zuhörerin bemerkte, immer mit dem Fazit, „geht nicht anders, ist schon beschlossen…“. Ich meine, ein OB, der eine so interessierte, offensive Bürgerschaft hat, wird zwangsläufig in Konflikte mit den anderen Interessen kommen,die er sonst noch vertreten will oder muss. Es ist mit Sicherheit von öffentlichem Interesse, dass diese Konflikte auch öffentlich ausgetragen werden. Dazu ist eine Fortsetzung solcher Veranstaltungen sicher nötig, das stärkt den politischen Dialog, hilft gegen Politikverdrossenheit. Ich könnte mir auch vorstellen, sowas in der Stadthalle (als Bürgerhaus) zu veranstalten.Wenigstens auf kommunaler Ebene sollten wir Schweizer Verhältnisse anstreben.

 

Dieser Beitrag hat 6 Kommentare
  1. Das Ideal

    Ja, das möchste:
    Eine Villa im Grünen mit großer Terrasse,
    vorn die Ostsee, hinten die Friedrichstraße;
    mit schöner Aussicht, ländlich-mondän,
    vom Badezimmer ist die Zugspitze zu sehn –
    aber abends zum Kino hast dus nicht weit.
    Das Ganze schlicht, voller Bescheidenheit:

    Neun Zimmer – nein, doch lieber zehn!
    Ein Dachgarten, wo die Eichen drauf stehn,
    Radio, Zentralheizung, Vakuum,
    eine Dienerschaft, gut gezogen und stumm,
    eine süße Frau voller Rasse und Verve –
    (und eine fürs Wochenend, zur Reserve) –
    eine Bibliothek und drumherum
    Einsamkeit und Hummelgesumm.

  2. Natürlich war früher alles besser…Die Bahnhofstaße ist doch echt gelungen. Da wird gemeckert und getan und der böse Baulöwe ist schuld. Wenn ich das Grün liebe, ziehe ich nach Bammental oder in den Kraichgau. Da ist Ruhe und Gelassenehit angesagt. Nur beides geht eben nicht. Das pralle Leben aber möglichst im Grünen! Heidelberg zieht die Menschen in die Innenstadt, da brauchen wir neuen Wohnraum. Leute kümmert Euch um echtes Grün! Die unnötige Straßenbahn ins NF soll einen großen Teil des botanischen Gartens fressen – 1500qm! Und ihr jammert über die Überbauung einer Teifgarage im „Penta-Park“ – eine Hundescheißwiese im Dauerstau der Autos….

  3. Erwiderung auf Petra Heilmann: Als Mitstreiterin der ehemaligen Bürgerinitiative Lebendige Bahnhofstraße stimme ich Petra Heilmann in ihren inhaltlichen Aussagen weitestgehend zu. Wir haben uns niemals ausdrücklich gegen eine Umplanung der Bahnhofstraße an sich gewehrt. Weder die alten Behördengebäude noch das Bauhausareal sind jemals eine Augenweide gewesen, auch wenn die alten Behördengebäude einstmals einen Architekturpreis erhielten. Aber über Geschmack lässt sich ja trefflich streiten. Die alten Behördengebäude hatten aber, was die Baudichte anging, einfach mehr Durchlässigkeit und waren in ihren Dimensionen angenehmer gewesen. Gegen eine Neubebauung in diesen alten Dimensionen hätte es auch niemals einen Widerstand gegeben. Eine Neubebauung wäre auch möglich gewesen, ohne dass man die vielen alten Bäume, mit ihren großen schattenspendenden Kronen, hätte fällen müssen.
    Die BI Lebendige Bahnhofstraße war auch nicht gegen breitere Gehwege, gegen großzügigere öffentliche Räume oder gar für mehr Autos gewesen. Das Gegenteil ist der Fall. Gerade deswegen waren und sind wir gegen den geltenden Bebauungsplan Bahnhofstraße: Er verengte die Bahnhofstraße um 12 Meter. Öffentlicher Grund und Boden wurde für einen Appel + Ei an den Bauinvestor STRABAG verkauft. Die neu erstellten Gebäude sollten möglichst rentabel bebaut werden. Was ja sichtbar auch gelungen ist. Diese maximale Verwertung soll nun beim Bauhausareal und beim Zollamt fortgeführt werden. Dagegen sind wir nach wie vor.
    Die Gehwege und die Flächen für Außenbewirtschaftung hätten sehr viel großzügiger ausfallen können, als wie es jetzt der Fall ist, wenn man unseren Forderungen gefolgt wäre. Noch bei der Planung der Straßengestalt der Bahnhofstraße haben wir uns massiv dafür eingesetzt, dass mehr Bäume und größere Bäume gepflanzt werden. Beispielsweise auch einen Baum vor dem P11. Bgm. Stadel versprach, dies zu prüfen. Leider ohne Ergebnis, wie man sieht. Die neu gepflanzten Bäume werden niemals die Größe erreichen, wie die alten Bäume. Dafür reicht einfach nicht der Raum aus, dem man dem Wurzelwerk unter der Straße zur Verfügung gestellt hatte. Die „Nachverdichtung“ im Tiefbau mit allerlei Versorgungsleitlinien erforderte auch hier ihren Preis.
    Wir sind also nach wie vor gegen maßlose Nachverdichtung, gegen eine Billigarchitektur, die das Auge wegen ihrer Klobigkeit beleidigt, gegen die Verschlechterung des Kleinklimas durch die dichte Bebauung, gegen das Verramschen von öffentlichem Raum an Bauinvestoren – so wie es gerade mal wieder beim Pentapark laufen soll.
    Uns gefällt es auch nicht, als „moderne Urbanisten“ zwischen Straßenbahn und Autos auf einer Betonpflasterfläche mit Betonkasten im Rücken oder vor den Augen unseren Kaffee zu trinken. Unter Genuss verstehen wir etwas anderes. Aber das mag auch unserem Alter geschuldet sein. Die ehemalige Bahnhofstraße hätte mit den alten Bäumen und ihrer großzügigen Breite ein wirklich schöner Boulevard werden können. Diese Chance ist leider vertan. Denn „Heidelberg ist ja ein sicherer Hafen für Bauinvestoren“, wie es Baubgm. Stadel erst kürzlich wohlwollend auf den Punkt brachte.

  4. /wg/Redaktionelle Anmerkung zum Beitrag von Christoph Nestor: Wir geben ihm recht, dass es besser gewesen wäre, die Positionen von OB Dr. Würzner ebenfalls darzustellen. Wir werden das in den nächsten Tagen nachholen, zunächst als Kurzfassung. Im September gehen wir nochmals in die Tiefe der Themen. Denn es wurden ja tatsächlich auch nicht alle Fragen, die aus den Bürgerinitiativen kamen, von OB Dr. Würzner am Veranstaltungsabend beantwortet. Schon aus zeitlichen Gründen ging das nicht. Sofern die unbeantworteten Fragen im nachhinein vom OB schriftlich beantwortet werden, werden diese natürlich in der Berichtserstattung berücksichtigt. Außerdem bitten wir um Verständnis, dass die weitestgehend ehrenamtlich betriebene „Stadtredaktion“ manchmal auch handwerkliche Fehler macht.
    Aber: Die spontanen Meinungsäußerungen von BesucherInnen der Veranstaltung wären ja wohl kaum anders ausgefallen, wenn wir die Positionen von OB Dr. Würzner gleich mit dokumentiert hätten. Sicherlich: der Informationsgehalt wäre dann ohne Frage für den interessierten Leser höher gewesen. Sorry.

  5. Schade, dass erst im September (?) die Positionen von OB Würzner näher dargestellt werden sollen, während Kommentare, die ihn bewerten, dazu jetzt schon zu Hauf zu lesen sind.
    Ich fand, dass er sich sehr gelassen und ziemlich klar geäußert hat ohne um irgendeinen „heißen Brei“ herum zu reden und er wirkte auch nicht „manchmal nervös“. Rätselhaft, wieso „man“ bei „bei diesem Thema“ polemisch werden „darf“, wie einer der Kommentatoren glaubt. Mancher Beitrag an diesem Abend war vom Stil und Ton her wahrlich schwer zu ertragen.
    OB Würzner ist bei Bäumen grundsätzlich für den Erhalt, soweit es möglich ist. Merkwürdi-gerweise gelingt es nicht, rauszukriegen, woher das Märchen stammt, dass alle Bäume an der Römerstraße in der Südstadt fallen würden, wogegen sich dann großer Protest erhob.
    Der OB hat auch zur sogenannten „Nachverdichtung“ Stellung bezogen, dass er da wo sie schädlich ist, wie etwa in Neuenheim durch Erhaltungssatzungen dagegen vorgehen will. Und da wo eine höhere Dichte notwendig ist, um genügend auch preisgünstige Wohnungen zu bekommen, ist der für eine Verdichtung.
    Was mir auffällt: Der Vortrag der BIs will die fehlenden ca. 2500 Wohnungsneubauten auf den Optionsflächen des MRO bauen, dann bräuchte man auf den Konversionsflächen (wie z.B. Südstadt) keine Verdichtung. Wenn man genau nachliest ( http://www.heidelberg.de/site/Heidelberg_ROOT/get/documents/heidelberg/Objektdatenbank/12/PDF/12_pdf_SEVA_14052014_IV_Anlage%2001%20MRO_Forts2007-2013.pdf), was und wo dieses „Entwicklungspotential Stadterweiterung“ liegt, frägt man sich, ob die das jetzt vorschlagen, dort an den Feldrändern nicht mit „Nachverdichtung“ u.ä. argumentieren werden.
    Wenn man Wohnungen für alle sozialen Schichten auf Platz 1 der eigenen Forderungen setzt, sollte dringend eine Klärung der Fakten erfolgen, bevor man die städtischen Planungen in der Südstadt in Bausch und Bogen verurteilt. Die derzeitige wohnungspolitische Konzeption für die Südstadt (http://www.heidelberg.de/Konversion,Lde/Startseite+Konversion/Konversionsflaechen/Wohnungspolitischen+Konzept+Suedstadt.html) ist die Umsetzung eines Wunsches nach „bezahlbarem Wohnen“, der aus der Bürgerschaft sehr stark getragen wird. Die Umsetzung wird viel Kraft kosten. Und dasselbe Konzept müsste dann auch für die übrigen Konversionsflächen gelten, wenn sozial genauso wichtig ist, wie ökologisch und ökonomisch.
    So peinlich das Fehlen eines Gegenkandidaten und eines knackigen Wahlkampfes ja ist: der oder die müsste sich schon ziemlich ins Zeug legen, um nachzuweisen, dass die Bürgerbetei-ligung und die Stadtentwicklung derzeit so gewaltig schief läuft, wie da einige behaupten.
    Christoph Nestor, bürgeraktiv seit 4 Jahrzehnten

  6. Ich verstehe nicht, weshalb die Initiativen die Umgestaltung der Bahnhofstraße so heftig bekämpft haben und anscheinend auch jetzt noch dagegen sind. Wie man seit einiger Zeit sieht, wird die Bahnhofstraße viel schöner als früher: Viel breitere Gehwege, mehr Platz für Menschen, Außenbewirtschaftung möglich, weniger Parkplätze und die Autos fahren langsamer. Es ist ein schöner Bouelvard geworden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.