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Pressemitteilung Stadt Heidelberg

Seit Februar 2011 wurde in der Peterstaler Straße in Ziegelhausen gebaut, zuerst der Kanal bis Juli 2013 und anschließend die Sanierung der Straße zwischen Peterstaler Straße 197 und Wilhelmsfelder Straße 5. Parallel wurden Parkplätze Am Fürstenweiher und Fürstendamm angelegt. Seit Ende April dieses Jahres ist alles fertig – jetzt wurde auf Einladung des Abwasserzweckverbandes Heidelberg (AZV) am 5. Juli 2014 ein großes Baustellenabschlussfest gefeiert.

Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner: „Diese Großbaustelle hat uns, den Ziegelhäuserinnen und Ziegelhäusern, ganz besonders natürlich den Anwohnern und Geschäften im Baustellenbereich, aber auch den Pendlern aus dem benachbarten Wilhelmsfeld, in den vergangenen drei Jahren einiges abverlangt. Für die Geduld der Betroffenen möchte ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bedanken. Bereits seit Ende April steht den Ziegelhäusern und den Pendlern eine komplett rundumerneuerte Infrastruktur auf zwei Kilometern Länge zur Verfügung. Das ist ein Grund zum Feiern!“

Überraschung im Untergrund
Die Bauzeit für den Kanal war ursprünglich auf zwei Jahre veranschlagt. Bedingt durch den schlechten Zustand der Peterstaler Straße im Untergrund, im Bereich oberhalb der Einmündung Kreuzgrundweg, kam es, ausgelöst durch die unterirdische Bauweise, zu Einbrüchen in der Straße. Hier waren Hohlstellen im Untergrund entstanden, die auf den noch vorhandenen Wasserlauf des ehemaligen Peterstaler Bachs zurückzuführen waren.

Diese Ereignisse und die Aussparung der Engstelle zwischen Peterstaler Straße 115 und 127 für eine Bauzeit in den Sommerferien 2012, um in dieser Zeit den Linienbus aus der Baustellen nehmen zu können, führten zu Verzögerungen. Ferner war durch die begrenzten Baufelder der Bauablauf für die Stadtwerke komplizierter als ursprünglich angenommen, so dass für die Kanalbaumaßnahme schließlich rund zweieinhalb Jahre benötigt wurden.

Der Straßenabschnitt, in dem Hohlstellen und Einbrüche aufgetreten waren, musste aufwendig untersucht und saniert werden, um wieder einen sicheren Schwerlastverkehr auf der wichtigen Verbindungsstraße zu ermöglichen. Im Nachgang der Kanalbaumaßnahme wurde der betroffene Straßenabschnitt von gut einem halben Kilometer Länge komplett bis auf 2,5 Meter Tiefe erneuert, was acht Monate in Anspruch nahm.

Kanalbaumaßnahme Peterstaler Straße
Die Kanalbaumaßnahme Peterstaler Straße ist ein Teil des Generalentwässerungsplanes der Stadt Heidelberg, der Anfang der neunziger Jahre auf Vorgabe des Regierungspräsidiums Karlsruhe erstellt und vom Gemeinderat beschlossen wurde. Der neue Generalentwässerungsplan wurde erforderlich, um verstärkte Regenereignisse zu fassen und ableiten zu können, also Überflutungen ebenso wie das Ableiten von verschmutztem Niederschlagswasser in den Neckar zu verhindern. Insgesamt umfasst der Generalentwässerungsplan Maßnahmen von rund 70 Millionen Euro, davon allein in Ziegelhausen rund 22 Millionen Euro.

In Ziegelhausen wurde Anfang der 90er Jahre mit dem Staukanal in der Brahmsstraße begonnen, anschließend wurde 1994/95 der erste Abschnitt des Hauptsammelkanals Peterstaler Straße, der Kanal in der Talsohle vom Apfelskopfweg bis zur Schulstraße gebaut. Daran schloss sich in Ziegelhausen-Mitte das Regenüberlaufbecken Ebertplatz mit den Entlastungssammlern von der Neckarschule bis zum Neckar in den Jahren 1997 bis 1999 an. Der dritte Bauabschnitt von der Neckarschule bis oberhalb des Mühlwegs erfolgte in den Jahren 1999 bis 2001 und als letzter Abschnitt in den Jahren 2011 bis 2013 der Lückenschluss vom Mühlweg bis zum Apfelskopfweg. Allein dieser vierte Bauabschnitt kostete zwölf Millionen Euro.

Mit diesen Maßnahmen wird dem Gewässerschutz Rechnung getragen: Selbst bei starken Regenereignissen werden 95 Prozent aller Schmutzfrachten in der Kanalisation gehalten und zur Kläranlage des Abwasserzweckverbandes zur Reinigung weitergeleitet. Trotz dieser aufwändigen Baumaßnahmen konnte die Abwassergebühr in Heidelberg konstant gehalten werden. Mit einem Euro pro Kubikmeter Schmutzwasser gehört sie zu den niedrigsten in Deutschland.

Hauptsammler Nord – Erweiterung im Bereich Peterstaler Straße

Technische Daten zur Baumaßnahme
Aufgrund hydraulischer Überlastung und wasserrechtlicher Vorgaben wurde der Mischwasserkanal in der Peterstaler Straße vergrößert und vier bestehende Regenüberläufe wurden außer Betrieb genommen. Dadurch wird künftig verhindert, dass es bei Starkregen zu Überstauvorgängen im Kanalsystem kommt und die natürlichen Vorfluter Steinbach und Peterstaler Bach mit abgeschlagenem Mischwasser belastet werden.

Daten und Fakten

  • 1,86 Kilometer Kanalneubau DN1000 bis 1600 (Kanalinnendurchmesser 1,00 bis 1,60 Meter)
  • 11 Bauwerke der Kanalisation
  • 16.000 Quadratmeter Deckenerneuerung Straße
  • 1,4 Kilometer Gehwegausbau
  • Um- bzw. Neuverlegung Gas, Wasser, Telekommunikationsleitung
  • Bau unter laufendem Verkehr
  • Aufteilung der Maßnahme in drei Bauabschnitte:
  • Bauabschnitt, 1.000 Meter: offene Bauweise
  • Bauabschnitt, 530 Meter: geschlossene Bauweise / Rohrvortrieb
  • Bauabschnitt, 330 Meter: offene Bauweise
  • Bauzeit: Februar 2011 bis Juli 2013 (29 Monate)
  • Kosten: 12,6 Millionen Euro
  • Neue Parkplätze am Fürstenweiher und Fürstendamm
    Entsprechend den Festlegungen des Bebauungsplans wurden die als Baustelleneinrichtungsfläche genutzten Flächen am Fürstendamm und Fürstenweiher nach Beendigung der Kanal- und Straßenarbeiten in der Peterstaler Straße als befestigte Parkplätze hergestellt.

    Daten und Fakten

    Fürstendamm

  • 21 Parkplätze, die mit versickerungsfähigem Rasenpflaster befestigt sind, davon
  • fünf Parkstände für Längsparker, zwei Meter breit, 5,60 bis 5,80 Meter lang;
  • fünfzehn Parkstände für Senkrechtparker, 2,50 breit, 4,30 Meter lang;
  • ein Parkstand für Menschen mit Behinderung, 3,50 Meter breit, 4,30 Meter lang;
  • zwei Pflanzbeete für Bäume an den Einfahrten;
  • jeweils fünf Bäume an der nördlichen und südlichen Begrenzung.
  • Fürstenweiher

  • 22 Parkplätze, die mit versickerungsfähigem Rasenpflaster befestigt sind, davon
  • 21 Parkstände für Senkrechtparker, 2,50 Meter breit, 4,30 Meter lang;
  • ein Parkstand für Menschen mit Behinderung;
  • 9 Bäume.
  • Bauzeit: August bis November 2013, Bepflanzung im Frühjahr 2014.

    Straßensanierung Peterstaler Straße 197 bis Wilhelmsfelder Straße 5
    Das in den 70er Jahren verfüllte Bachbett des Peterstaler Bachs führte 40 Jahre lang einen unterirdischen Wasserstrom. Es bildeten sich über die Jahre Hohlstellen unter der Straße, die durch die Kanalbaumaßnahme zu Tage getreten sind. Im Nachgang der Kanalbaumaßnahme wurde der gesamte betroffene Abschnitt geologisch untersucht. Hierbei zeigte sich, dass eine sichere Befahrung der Straße, insbesondere durch Schwerlastverkehr, nicht mehr möglich war. Es wurde beschlossen, den Abschnitt komplett zu sanieren und einen tragfähigen Untergrund herzustellen. Parallel dazu wurden die in diesem Bereich liegenden beiden Bushaltestellen barrierefrei ausgebaut.

    Daten und Fakten

  • Grundausbau der Straße auf rund 450 Metern Länge
  • ca. 5.000 Kubikmeter Bodenaushub
  • 3.900 Quadratmeter Deckenerneuerung Straße
  • 1.400 Quadratmeter Gehwegausbau
  • 110 Meter Kanalerneuerung DN 400
  • Bauzeit: Juli 2013 bis April 2014
  • Kosten: 2,3 Millionen Euro
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