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(wg) Der Bund Deutscher Architekten (BDA) verleiht alle 3 Jahre den „Hugo Häring-Landespreis“. Er gilt als der bedeutendste badenwürttembergische Architekturpreis. Der Neu-und Umbau des Stadttheaters wurde damit ausgezeichnet.

Wir zitieren die Würdigung der Jury (Quelle)

„Die Erweiterung des Heidelberger Theaters ist ein herausragendes Beispiel für ein Bauen im Bestand, das die Balance zwischen funktionalen Verbesserungen für den Betrieb, sensiblem Umgang mit denkmalgeschützter Substanz und selbstbewusstem Weiterbauen hält. Mit geradezu mikrochirurgischer Präzision wurden dem Ensemble aus Theatersaal und mehreren historischen Gebäuden ein zweiter Saal sowie Funktionsräume implantiert.

Wie ein Passepartout umgibt die neue Architektur die Altbauten mit einer durchgehenden Struktur aus gelblich eingefärbten Betonrippen und Glas und macht den heterogenen Gesamtkomplex Theater als solchen im Stadtraum erst kenntlich.
Theater 1-Ausschnitt
Vorbildlich ist die maßstäbliche Einfügung des großen Bauvolumens in das fragile Gewebe der Altstadt.
Theater 2
Erster Bürgermeister Bernd Stadel: Es“…wird erneut gewürdigt, dass die Stadt Heidelberg höchste Ansprüche an die architektonische Qualität ihrer Bauvorhaben stellt.“

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Dieser Beitrag hat 14 Kommentare
  1. Wenn dieser Klotz denn wenigstens funktional wäre …
    Leider ist der Theaterbetrieb durch verschiedene Baumängel ja noch Monate nach der Eröffnung eingeschränkt.
    Die Liste der Fehler beim Bau scheint leider unendlich zu sein, angefangen beim zu geringen Abstand der Sitzreihen im Zuschauerraum, über den viel zu tiefen Graben bis hin zu Wasserschäden und Ausfällen der Technik, usw, usw.

  2. Lieber Peter Pausch,

    den Vorwurf der Arroganz gebe ich gerne zurück.

    Um beim Thema Stadttheater zu bleiben: Hier teile ich viele Ihrer Ansichten mit Verweis auf das Wiener Memorandum der UNESCO-Kommission von 2005 zu einem „bewahrenden“ Städtebau wie auch die Wertschätzung für Scarpa. Allerdings hinkt der Vergleich bzw. Bezug von Venedig zu Heidelberg ein Stück weit. Im Übrigen ist auch Venedig größer als das Centro Storico, also die Altstadt. 😉

    Wir streiten hier ganz offensichtlich um die Frage, ob der Neubau des Stadttheaters eine qualitätsvolle Einfügung in das umgebende Stadtbild ist oder – um es mit Ihren Worten zu sagen – eine „Mißgeburt“. Da kann man durchaus unterschiedlicher Meinung sein. Mir ging es in erster Linie darum festzustellen, dass nicht allein die Dachlandschaft eines Gebäudes das Kriterium für gute oder schlechte Architektur ist, sondern weitere Aspekte wie eben die straßenräumliche Perspektive zur Bestimmung der Qualität und ggf. auch der Preiswürdigkeit einer Architektur mit einzubeziehen sind.

    Hinsichtlich der „Daseinsberechtigung“ des neuen Stadttheaters bin ich mit Ihnen gänzlich einig. Heidelberg wäre mit einer einfachen, aber angemessenen Sanierung seines ausgesprochen schönen Stadttheaters bestens und völlig ausreichend bedient gewesen.

  3. >“Herr Bertram sollte einen Deutschkurs an der Volkshochschule besuchen. Dort würde er vielleicht auch lernen, was ein Museum ist.” Am besten mit Herrn Pauschal als Oberlehrer…<

    Rob, ich danke Ihnen für den kleinen Scherz. Aber war es klug, ihn zu machen? Sie wollen doch vor den Lesern durch eine unplatte und differenzierte Sichtweise, vielleicht sogar durch ein ebensolches Denken auffallen. Und da machen Sie ein so anspruchslos plattes Witzchen? Erinnern Sie sich nicht an Robert Gernhardt, der, kaum daß Reagan an der Macht war, vor Ihrer Art, Witze zu machen, warnte?

    Wenn Sie an der mangelhaften Ausdrucksfähigkeit des Herrn Bertram nichts auszusetzen haben, dh die Gefahr nicht erkennen, die von einem solchen Menschen ausgeht – will er doch als Politiker Macht über Menschen gewinnen – , dann sollten auch Sie den Besuch eines weiterbildenden Kurses in Erwägung ziehen. Freilich nicht unter meiner Leitung. Ich würde nur Schüler annehmen, die lernen wollen; die Heidelberg auch vom Philosophenweg betrachten, wenn sie das Stadtbild beurteilen sollen; denen man Sichtweisen, wenn durch Gleichnis und Vergleich erklärt, nicht nochmal erklären muß; die ein Wörterbuch benutzen, wenn sie nicht wissen, was ein Wort bedeutet; die die Aufklärung nicht nur dem Namen nach kennen: ihren Verstand nicht im Schatten einer in ihrer Universalität unsinnigen Doktrin zur Ruhe betten; die … Nun, wie fühlt es sich an, wenn Sie von oben herab behandelt werden? Bedauern Sie Ihre Arroganz? Wollen Sie sich in ihr verhärten? Soll ich mich, um Sie zu spiegeln, auf eine noch höhere Sprosse stellen? Ich wäre froh, wenn Sie sich einen Gegner suchten, der besser in Ihre unplatte und differenzierte Welt paßt.

    So wenig es auch in Ihrem Kopf bewirken mag, aber es lesen ja nicht nur Sie und ich, was Sie und ich schreiben: Wie sähe Venedig heute aus, wenn Menschen wie Sie (wahlweise: die Mehrheit des Heidelberger Gemeinderats) dort das Sagen hätten? Man mag manches tadeln: den mittlerweile alten Neubau des Hotels Danieli an der Riva degli Schiavoni, die Mosaiken am Palazzo Barbarigo und anderes, aber das Wissen, daß ihre Stadt einen eigentümlichen Charakter hat, und den Willen, diesen Charakter zu bewahren – zwei in Heidelberg unterentwickelte, im Gemeinderat fast überhaupt nicht verifizierbare Eigenschaften – , das sind ebensolche Stärken, wie sie hier Schwächen sind. Frank Lloyd Wright, Le Corbusier, Louis Kahn – sie alle wollten und durften nicht. Die Venezianer waren einfach zu „platt“ und zu „undifferenziert“; sie wollten auf die „Rob's“ dieser Welt nicht hören; ein einheitliches Gepräge war ihnen lieber als ein von Könnern zersetztes Gebilde. Ohne daß sie je von Jellinek gehört hätten, fürchteten sie „die normative Kraft des Faktischen“, an dem Heidelberg zugrunde gehen wird. Noch zwei, drei Würzners … und die Stadt wird aussehen wie irgendeine im Ruhrpott, mit vier, fünf Sehenswürdigkeiten, die es dort nicht gibt, die man aber aus verkehrstechnischen Gründen auch noch beseitigen würde, wenn es nicht diese Touristen gäbe, die so etwas sehen wollen. Sie bezweifeln das? 1866 wollte der Gemeinderat die Brückentürme abreißen, aus genau den genannten Gründen. Und wie gerippt und geklont sähe heute das Neckarufer aus, wenn es nicht einen in allen Stadtteilen erfolgreichen Bürgerentscheid gegeben hätte, und wie die Plöck zwischen Theaterstraße und Uni-Bibliothek, wenn es nicht eine Bürger-Initiative wie 1866 gegeben hätte? Und ist es nicht das deutlichste Indiz für die Richtung, in die Heidelberg abdriftet, daß der Denkmalschutz mit dem Bauamt schon vor dem jetzigen Oberbürgermeister „zusammengelegt“ wurde und daß infolge dieser Legung die Zahl der geschützten Bauten, laut Bauamt, abnimmt? Was, um „die kulturelle Kontinuität mittels qualitätvoller baulicher Eingriffe“ zu bewahren, hat der Gemeinderat denn selbst oder andere bauen lassen, und warum schauen Sie es sich nicht jeden Tag an? Ja, warum scheuen Sie jeden Tag den Gang in die Höhe? Kaufhof, Herrenmühle, Seminariengebäude, die Neue Uni, der Klotz auf der Scheffel-Terrasse und – erschrecken nicht plötzlich auch Sie, wenn Sie das von Ihnen verteidigte Objekt sehen? Fragen nicht plötzlich, in jäher Erleuchtung, auch Sie sich: Ja, gibt es denn hier keinen Denkmalschutz? Kann denn hier jeder bauen, wie er will? – Wie es um die Stadt bestellt ist, können Sie auch an einer Kleinigkeit erkennen: Schauen Sie sich die in diesem Jahr in der Altstadt aufgestellten Bänke an, und Sie wissen, daß die Stadtverwaltung nicht weiß, was für eine Architektur sie verwaltet.

    Ich stelle fest, daß ich Ihnen einige Antworten schulde: Wie bitte schön sollte denn […] ein Gebäude aussehen, das sich harmonisch und angemessen in die Altstadt einfügt? Fahren Sie nach Venedig. Scarpa fügte sich; also durfte er: Museum Correr, Gallerie dell'Accademia, Fondazione Querini Stampalia … Was meinen Sie mit einer “integrierenden” Lösung? Ich sagte „Sichtweise“ und meine eine, die, wie das Wörterbuch sagt, das Ganze (hier: der Altstadt) berücksichtigt. Wo hat Heidelberg einen “einheitlichen älteren Charakter”? Überall, wo es nicht seit dem Abriß des Museums (1930) durch Kästen verunstaltet worden ist. Das Gebäude des Kunstvereins wäre, selbst wenn exorbitant, zu klein, um stören zu können. Soll tatsächlich jede Form zeitgenössischer Architektur in Heidelberg unterbunden werden? Heidelberg ist größer als die Altstadt. Die Bahnstadt empört mich nicht, obwohl mich ihre zwanghaft wirkende Regelmäßigkeit auch nicht begeistert. Möchten Sie einen Städtebau, der sich zukünftig aus Repliken historisierender Fassaden zusammensetzt? Nochmal: Heidelberg ist größer als die Altstadt. Diese ist, wenn nötig, wie ein Ganzes, wie ein lebendes Wesen, zu restaurieren. Fahren Sie nach Danzig, um zu erleben, daß so etwas möglich ist. Ist das Ihr Verständnis von historischer Identität? Ja. Vielfalt bedeutet nicht Labskaus, sondern – je nach Größe und Charakter der Stadt – ein oder mehrere Zentren, um die herum similia similibus gilt.

    Schließlich: Das Gebäude, um das wir uns streiten, hat nicht mal eine Daseinsberechtigung. Daß die verantwortlichen Gemeinderäte für die Mißgeburt keine Verantwortung, dh die Pflegekosten, übernehmen wollen, ist unter dem Thema „Pathologie der Heidelberger Demokratie“ zu behandeln. Dazu bei Gelegenheit mehr.

  4. @Peter Pausch

    Weder „erhebe“ ich mich über die negativen Kritiken des Theater-Neubaus, noch sehe ich in meinem Beitrag eine „eitle Selbsterhöhung“. Ihre Polemik ist hier völlig unangebracht.

    Ja, die Kritiken sind „platt und undifferenziert“, weil sie leider einseitig und in keiner Weise konstruktiv sind und die Qualitäten, die in dem Gebäudekomplex mit seinen vielfältigen Anforderungen zweifelsfrei stecken, unbeachtet lassen.
    Dabei kann man hinsichtlich der Ästhetik des Theater-Neubaus durchaus unterschiedlicher Meinung sein. Ohne Zweifel ist so ein Theater-Bau auch ein „massiver Eingriff in die Struktur der Altstadt“, insbesondere aus der Vogelperspektive. Aber gerade bezüglich der städtebaulichen Einbindung erschließen sich bei näherem Betrachten und tieferer Auseinandersetzung mit dem Gebäude architektonische Qualitäten: „Vorbildlich ist die maßstäbliche Einfügung des großen Bauvolumens in das fragile Gewebe der Altstadt.“

    Wie bitte schön sollte denn aus Ihrer geschätzten Sichtweise ein Gebäude aussehen, das sich harmonisch und angemessen in die Altstadt einfügt? Was meinen Sie mit einer „integrierenden“ Lösung? Wo hat Heidelberg einen „einheitlichen älteren Charakter“?
    Soll tatsächlich jede Form zeitgenössischer Architektur in Heidelberg unterbunden werden? Möchten Sie einen Städtebau, der sich zukünftig aus Repliken historisierender Fassaden zusammensetzt? Ist das Ihr Verständnis von historischer Identität?

    An dieser Stelle möchte ich aus dem Wiener Memorandum der UNESCO-Kommission von 2005 zitieren:
    „Unter Berücksichtigung der grundlegenden Definition sollten Stadtplanung, zeitgenössische Architektur und Erhaltung der historischen Stadtlandschaft alle Formen pseudohistorischer Gestaltung vermeiden, da diese eine Verleugnung des Historischen und des Zeitgenössischen darstellen. Es soll nicht eine historische Sicht die andere verdrängen, da Geschichte ablesbar bleiben muss, während die kulturelle Kontinuität mittels qualitätvoller baulicher Eingriffe das höchste Ziel ist.“ (s.a. https://www.wien.gv.at/rk/msg/2005/0512/022.html)

  5. Rob, glauben Sie wirklich, daß Sie sich über die Kritiker des Theater-Neubaus erheben können? Wäre statt einer eitlen Selbsterhöhung nicht eine unbequeme Selbstbefragung angebracht? Warum, z.B., fragen Sie sich nicht, ob es irgendwo in der Altstadt einen gerippten Neubau geben könnte, den Sie mit Hilfe Ihrer unplatten und differenzierten Sichtweise nicht ebenfalls loben würden? Ehrenbürger Zundel, der in der Stadt noch heute sichtbare Denkzeichen der Inhumanität hinterlassen hat, verglich den Komplex „Herrenmühle“ einmal mit einem Gebiß. Es werde das schönste sein, das Heidelberg je gehabt habe. Ich kenne niemand, der nach Heidelberg reist, um sich das schmutzige Imitat anzuschauen, greife aber gerne den Vergleich auf, um ihn, zu einem Gleichnis erweitert, auf Sie und alle anderen Menschen anzuwenden, die die Meta-Meinung hegen, keine Meinung sei so schön wie ihre. Wenn Sie einem Zahnarzt Ihre Zähne zeigen und er Ihnen empfiehlt, einige gesunde alte Zähne durch moderne zu ersetzen – würden Sie ihm folgen? Wenn er Ihnen darüberhinaus vorschlüge, die aus der Mode geratenen alten Zähne durch rippen- oder stangen-förmige, vielleicht sogar (falls Ledoux modern wäre) durch sphärische, zylindrische oder pyramidale zu ersetzen – würden Sie ihm folgen? Wenn er Ihnen dann auch noch zu Ersatz-Zähnen riete, die höher und breiter als die alten wären – würden Sie ihm auch dann noch folgen? Also: Ist Ihre Sichtweise, die Ihnen als eine höherwertige einleuchtet, nicht eine isolierende, dh daß Sie vor lauter Baum den Wald nicht sehen? Und ist von zwei Sichtweisen, einer isolierenden und einer integrierenden, nicht letzterer der Vorzug zu geben, wenn es sich um eine Stadt handelt, der man einen einheitlichen älteren Charakter, einen sogar weltberühmten, noch ansieht? Der Bau, der Ihnen imponiert, an einem anderen Ort, nicht auf dem Mond und nicht auf dem Mars, sondern in einer gleichgearteten Stadt oder Vorstadt – warum nicht? Aber an eben dem Ort, wo er steht? Auch ich schmeichle mir: Ich glaube, daß mein Beitrag „Der Kandidat und sein Gemeinderat“ [http://www.die-stadtredaktion.de/2014/10/diestadtredaktion/der-kommentar/der-kandidat-und-sein-gemeinderat/] das Verständnis der destruktiven Entscheidungen des Gemeinderats erleichtert. Die zwei Tippfehler (die erste Wahl des gegenwärtigen Oberbürgermeisters fand nicht 2009, sondern 2006 statt) bitte ich zu entschuldigen.

  6. Schade, wie platt und undifferenziert hier doch die Kritiken ausfallen.

    Zugegeben: Die sprachlichen Auswüchse im Urteil der Jury sind an Dummblabla kaum zu übertreffen. Gleichermaßen fragwürdig ist die Entscheidung für diesen Neubau, der den Stadtkämmerer der Stadt Heidelberg in Zukunft sicher alle Jahre wieder beschäftigen wird.

    All das hat aber nichts mit der Preiswürdigkeit der Architektur und der städtebaulichen Einbindung zu tun. In der Tat haben die Architekten es geschafft, das üppige Raumprogramm des Theaters als maßstäblichen Bau in die umgebende Architektur der Altstadt einzubinden. Die Fassaden nehmen sich mit ihrer einfachen, hellen und feingliedrigen, senkrechten Struktur zurück und versuchen erst gar nicht, die denkmalgeschützten Nachbarn in irgendeiner Form zu „übertrumpfen“. Um diese Qualitäten wahrzunehmen, muss man natürlich die Ansichten im wahrsten Sinne des Wortes ändern und die Perspektive aus dem Straßenraum einnehmen:




    Und, lieber Herr Gallfuß, mögen die Texte zwar aus der offiziellen Begründung des BDA stammen, so sind zumindest die Fotos, die ausschließlich aus der Vogelperspektive aufgenommen sind, ganz offensichtlich und bewusst von dem Autor des Artikels hinzugefügt worden. Manchmal hilft eben auch ein Perspektivenwechsel, um zu neuen Ansichten zu gelangen 😉

  7. In diesem Fall mutiert die Selbstbeweihräucherung einer Architekten-Organisation zur Realsatire. Der Kasten hat seine Pendants auf der Neuenheimer Landstraße, auf dem Philosophenweg (wo einer der Sponsoren dieser Glanzleistung residiert) und über der Scheffelterrasse. Das einst angestrebte und nicht erreichte „Weltkulturerbe“ hätte heute erst recht keine Chancen mehr. Denkmal- bzw. Gesamtanlagenschutz: in unserem Provinznest: eine Lachplatte!

  8. Ein Preis von Architekten für Architekten, der auszeichnet, was das Gros der Architekten heute so fabriziert. Die Begründung der Auszeichnung: ein architektentypisches Konstrukt aus sich vermeintlich schlau anhörenden, aber eigentlich leeren Worten, die dem „Laien“ die Wichtigkeit und Richtigkeit der Entscheidung verdeutlichen und ihn dabei gleichzeitig im Unklaren über den eigentlichen Grund der Auszeichnung belassen sollen, sodass er möglichst erst gar nicht auf die Idee kommt, diese in Frage zu stellen.

    Früher gab es mal so etwas wie künstlerischen Anspruch, heute wird viel zu oft nur nach Zahlen gebaut – gerade in Heidelberg. Die Stadt stellt höchste Ansprüche an architektonische Qualität? Welch Häme…

    ———–
    http://www.liselotte-bloggt.de

  9. „Wie ein Passepartout umgibt die neue Architektur die Altbauten mit einer durchgehenden Struktur aus gelblich eingefärbten Betonrippen und Glas und macht den heterogenen Gesamtkomplex Theater als solchen im Stadtraum erst kenntlich“ :
    Hemmungsloses Geschwafel, peinlich hoch drei

  10. Anmerkung der Redaktion: Die Texte stammen aus der offiziellen Begründung des BDA, warum das Stadttheater den Hugo-Häring-Landespreis erhielt. Also: keine Satire, nichts Erdachtes, nichts Höhnisches, kein Spott sondern nichts als reine Information des BDA.

  11. Zwergentheater!
    Ihr Lieben Alle,
    zunächst einmal frage ich mich von wem denn dieser „Artikel“ stammt, denn hier im aggregierten Polizeiberichte sehe ich selten wirklich selbsterdachtes. Ist das Lob auf die Architektur ernst gemeint ist, oh jeh – wenn Satire, chapeauchen und ein herzliches wtf! Ansonsten euinfach mal einen Blick *in* das Gebäude hineinwerfen und *auf den Stühlchen* im Zuschauerraum ein wenig verweilen. Die Orthopädeninnung Heidelberg jedenfalls freut sich auf di vielen kommenden Knieoperationen. Im Zuge der landesweiten Inklusionsbemühungen freuen sich sicher die Zwergwüchsigen dass sie enlich einmal ein Theater ganz für sich allein haben.
    Theater! -Konfetti-werf und Abgang

  12. Die Architekten, die den Preis verliehen haben, sollten sich einen Schwerbehinderten-Ausweis ausstellen lassen. Offenbar sind sie blind. Wie Tiefseefische, die das Tageslicht nie gesehen haben und nicht wissen, was die Wörter der menschlichen Sprache bedeuten, begründen sie ihr Urteil. Alle, die den Preis der kompetenten Inkompetenz bejubeln, sollten sich endlich zu ihrer Freude bekennen und die Kosten für den architektonischen Pflegefall übernehmen, insbesondere diejenigen, die das monströse Gebilde im Gemeinderat nicht abgetrieben, sondern für einen Kaiserschnitt auf Kosten der Gemeinschaft gestimmt haben.

  13. Das kann nur Hohn und Spott sein: Dieser Klotz mit seinem massiven Eingriff in die Struktur der Altstadt, nicht zuletzt ihre Dachlandschaft, übertrifft in seiner Brutalität noch die Stahl und Glas-Konstruktion des neuen Kollegiengebäudes am südlichen Rand des Marstallhofes , das 1963 an Stelle des klassizistischen „Weinbrenner-Bau“ errichtet wurde. Nicht nur finanziell war die Entscheidung des Heidelberger Gemeinderates zusätzlich zur Rennovierung des alten Theaters ein neues zu Bauen ein Fiasko, auch für die Altstadt bedeutet diese Architektur einen kaum beschreiblichen Schaden.

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