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nogida3NOGIDA-Demo zieht schweigend vom Bismarckplatz durch die Hauptstraße bis zum Universitätsplatz

/ von Marlene Iro /

Damit hatten auch die optimistischen Veranstalter nicht gerechnet. Man erwartete mehrere hundert Menschen und gekommen sind letztlich 3.000 bekennende Personen.

Sicher hatte das auch mit dem schrecklichen Attentat von Paris zu tun; viele sahen sich jetzt erst Recht verpflichtet dazu beizutragen, dass die negative Stimmung einer PEGIDA-Bewegung sich nicht noch verstärkt und die anti-muslimische Bewegung in Deutschland noch mehr Zulauf bekommt. Deutschland ist nicht PEGIDA – Deutschland ist NOGIDA. Und natürlich um ein klares Bekenntnis zu geben: gegen Terrorismus und Gewalt – egal in wessen Namen – und um ihre Anteilnahme zu bekunden mit den Opfern und deren Angehörigen. Daher gab es nicht nur NOGIDA-Plakate sondern auch viele „Ich bin Charlie“- Bekenntnisse zu sehen.

NOGIDA („Notleidende offenherzig in die Gesellschaft in Deutschland aufnehmen“)

Als eine Gruppe von etwa 30 Heidelberger Bürgern unter dem Namen „NOGIDA“  am 5. Januar zu dieser Veranstaltung aufrief, wollten sie vor allem der Dresdener PEGIDA-Bewegung entgegentreten, die jeden Montag gegen die so furchteinflössende, vermeintliche „Islamisierung des Abendlandes“ aufmarschiert ist. Nach den Anschlägen von Paris  beschlossen die NOGIDA-Aufrufer, auf Redebeiträge zu verzichten. Nur zu Beginn und Ende der Demonstration sprach einer der Initiatoren – Christoph Nestor – einige Worte: „Wir sind nicht bereit, unsere demokratischen und republikanischen Werte zur Disposition zu stellen“, und wandte sich damit ganz entschieden gegen die PEGIDA mit ihrem „islamischen Rassismus“-Parolen.

Deshalb: Ausgrenzung Nein! No! NOGIDA!

„Wie in über 20 anderen Städten setzen wir heute Abend ein Zeichen gegen PEGIDA – deren ausgeschriebener Name allein schon von Verirrung und Verwirrung zeugt. Auch wenn PEGIDA hier nicht marschiert, muss uns bewusst sein, dass ihre zynische Angstmacherei und haltlosen Islamisierungssprüche bei einem Viertel der deutschen Bevölkerung Widerhall findet. Gerade deshalb wollen wir zeigen, dass wir nicht bereit sind, unsere demokratischen und republikanischen Werte zur Disposition zu stellen, als da sind: Menschlichkeit, Weltoffenheit, Gastfreundschaft und Wahrhaftigkeit gegenüber allen Notleidenden und natürlich auch gegenüber Flüchtlingen unabhängig von ihrem Glauben, ihrer sexuellen Veranlagung, ihrer Hautfarbe, Ihrer Abstammung und ihrer Herkunft.“ (Christoph Nestor, 12.1.2015)

wirsindcharlie300An diesem besonderen Abend geht es aber auch und vor allem um die 17 Toten, die Verletzten und die Traumatisierten von Paris – und überall da, wo Menschen von den Folgen einer pervertierten pseudo-religiösen Hass-Aktion beschädigt wurden. Christoph Nestor verneigt sich vor diesen und bekennt – im Namen aller Teilnehmer. “ … letzten Mittwoch haben uns die tödlichen Schüsse in Paris mit Entsetzen gelähmt und wir fühlen uns wie selbst getroffen. Auch deshalb stehen wir heute hier, um diese Last gemeinsam zu tragen. Wir verneigen uns vor den 17 Toten, den Journalisten von Charlie Hebdo, den Wachleuten und teils muslimischen Polizisten und den Kunden und teils muslimischen Mitarbeitern des jüdischen Supermarkts. “ (Christoph Nestor, 12.1.2015)

Die Zuhörer spenden Beifall und heben ihre Plakate. „Wir sind Charlie“ /“Je suis Charlie“ steht auf vielen, eine bereits internationale Solidaritätsbekundung mit dem Satiremagazin „Charlie Hebdo“. Unter den Demonstranten sind alle Altergruppen und Nationalitäten vertreten: Schüler, Studenten, auch viele Ältere. Der Demonstrationszug wandert ruhig durch die Hauptstraße – aus Respekt vor den Opfern – und formiert sich wieder auf dem Uniplatz. Demonstrationen von einer solchen Klarheit, Eindeutigkeit und stummer Solidaritätsbekundung sind selten.

Diese montagliche Demonstration wird der Beginn einer regelmäßigen Veranstaltungsreihe sein. Alle zwei Wochen wollen die NOGIDA-Demonstranten ihren Widerstand gegen die Parolen und Wertvorstellungen einer PEGIDA-Bewegung  zeigen. Dann wird es auch Redebeiträge geben, von Vertretern verschiedener Religionsgemeinschaften und Bevölkerungsgruppen und die Möglichkeit zu Diskussionen. Die nächste Demo findet am Montag, 26.Januar 2015 statt.

Informationen unter: www.nogida-heidelberg.de…

Fotos: nh

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