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Vor Prozessbeginn im Bochumer Landgericht sortiert Roland Ernst am Montag (04.12.2000) seine Unterlagen. Der 64-jährige Immobilienentwickler muss sich wegen des Verdachts der Bestechung und Untreue verantworten. dpa/lnw

Vor Prozessbeginn im Bochumer Landgericht sortiert Roland Ernst am Montag (04.12.2000) seine Unterlagen. Der 64-jährige Immobilienentwickler muss sich wegen des Verdachts der Bestechung und Untreue verantworten. dpa/lnw

(wg) Wer den Heidelberger Bauinvestor Roland Ernst „kennenlernen“ will, sollte sich den ARD-Film „Wem gehört der Osten“ anschauen. Dort stellt Roland Ernst in einem Teil des insgesamt sehenswerten Films seine Geschäfte in Ostdeutschland nach der Wende dar. An diesen Geschäften und den damit verbundenen Straftaten scheiterte Roland Ernst Ende der 90 er Jahre, er kam wegen dubiosen Geschäftgebahrens vor Gericht und musste „einfahren“ und Insolvenz anmelden. Im Film präsentiert er sich als netter, jovialer, älterer kurpfälzer Herr, der halt in den wilden Nachwendejahren geschäftlich Pech hatte. Roland Ernst, 78, lebt in bester Wohnlage in Heidelberg, trotz millionenschwerer Pleite.Unternehmerisch will er es auch nochmal wissen: er, bzw, eine Gesellschaft, der er vorsteht, möchte ein Hotel im Penta-Park bauen, Vangerowstraße neben dem Marriott Hotel.  Gegen dieses Projekt gibt es heftigen Widerstand von Bürgeriniativen und Umweltverbänden. Siehe hier

weitere Infos, bspw. hier, SPIEGEL (April 2000)  oder hier, RNZ vom 2.8.2014

/via ard-mediathek/

Wem gehört der Osten ?

dreiteilige Dokumentation von Ariane Riecker

Im Jahr 25 nach dem Fall der Mauer sind die großen politischen und ökonomischen Umbrüche in den neuen Bundesländern weitgehend abgeschlossen. Zeit Bilanz zu ziehen und die Frage zu stellen: Wem gehört der Osten? Und was ist aus dem von der DDR deklarierten Volkseigentum geworden?

Die Filetstücke sind weg. Aber so mancher Lad7379_1_gallerydetail_Ich_stehe_zu_allem_was_ich_gemacht_habe_atex_7cd40d81a47babbab92473bb962eb8dd_onlineBildenhüter der Nachwendejahre hat sich gemausert. Die alte Hauptpost in Leipzig z.B. – ein exklusives Grundstück in bester Lage. Jörg Zochert und Holger Krimmling von der KSW GmbH haben den Blick fürs Wesentliche. Wenn es nach ihnen geht, sollen hier ein Hotel, edle Studentenunterkünfte und eine Luxusklinik entstehen. Diese Ideen sind ihrem deutschen institutionellen Anleger 100 Millionen Euro wert. Die Hauptpost wäre nicht das erste Prestige-Objekt der KSW GmbH in Leipzig aber mit Abstand das bedeutendste. Zochert, in der DDR aufgewachsen, ist ein erfolgreicher Projektentwickler. Seit der Wende mischt er mit im Wettstreit um attraktive Grundstücke, renditeträchtige Projekte und aufstrebende Stadtlagen in seiner ostdeutschen Heimat.

Roland Ernst ist heute nur noch ein seltener Besucher in seinem Lieblingsprojekt, den Hackeschen Höfen in Berlin. Er gehörte zu den ganz Großen. Millionen hat er im Osten investiert. Die Hackeschen Höfe, die Galerie LaFayette, einige der ehemaligen Interhotels und sogar das Grundstück, auf dem der Berliner Fernsehturm steht, gehörten ihm kurzzeitig. Helmut Kohl persönlich hatte ihn gebeten dafür zu sorgen, dass im Osten schnell nach der Wende Kräne sichtbar würden. Roland Ernst sollte mithelfen, die Landschaften zum Blühen zu bringen und tatsächlich gehören seine Projekte – von den Treptowers in Berlin über die Beelitzer Heilstätten bis zu den Hackeschen Höfen – heute zu den Objekten, die für das Gesicht der neu sanierten ostdeutschen Städte stehen. Dass er mit Mieten und Renditen rechnete, die der neu eingeführte Kapitalismus im Land ohne Kapital nicht bringen konnte, führte ihn letztlich in die Pleite und zeitweise sogar ins Gefängnis.

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zum Video – kann bis zum 7.7.2015 angeschaut werden.

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