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Heidelberger Aktionswoche gegen Armut und Ausgrenzung 2015

Die 47 Bündnispartner des Heidelberger Bündnisses gegen Armut und Ausgrenzung veranstalten vom 12. bis 18. Oktober ihre 12. gemeinsame Aktionswoche unter dem Motto „Eine Stadt für ALLE?“. Am 17. Oktober ist jedes Jahr der Welttag für die Beseitigung der Armut, den die UN 1992 ausrief. Die Aktionswoche 2015 der Liga der freien Wohlfahrtspflege Baden-Württemberg steht unter dem Motto „Wie geht’s? Armut macht krank – Krankheit macht arm“, das wir in unserer Veranstaltungsreihe ebenfalls aufgreifen.

aktionswocheEine ganz besondere Veranstaltung am 14.10. mit dem Titel „Netzwerk Flüchtlinge stellt sich vor“ (19.30 Uhr, Interkulturelles Zentrum, Landfriedkomplex) stellt die Lebensbedingungen von Flüchtlingen in Heidelberg dar und Aktivitäten, um Integration von Anfang an möglich zu machen. Es werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie man sich persönlich in die Arbeit der Initiativen, Gruppen und Verbände einbringen kann, die Flüchtlinge betreuen. Den Veranstaltern ist es dabei ein ganz besonderes Anliegen, deutlich zu machen, dass ihre Arbeit für Benachteiligte, die schon bei uns leben und die Arbeit für Flüchtlinge unter dem Gedanken der Unterstützung und Integration kein Gegensatz ist und keine Konkurrenz sondern die gleich Ziele hat.

Die Bündnispartner plädieren dafür, zu verhindern, dass vordergründige  Diskussionen über Gegensätze und Konkurrenz von ärmeren Mitbürgern und Flüchtlingen den positiven Ansatz der Hilfe für alle Benachteiligten überdecken kann. Besonders wichtig wird dies bei Frage der Unterkunft und des Wohnens. Wir sehen – und das schon länger – einen klaren Gegensatz und eine Konkurrenz am Wohnungsmarkt zwischen Menschen mit höherem und Menschen mit niedrigem oder ganz wenig Einkommen und nicht zwischen Flüchtlingen und Sozialhilfeempfängern.

2014 haben vor der Gemeinderatswahl alle Parteien in hohem Maße den inhaltlichen Forderungen der Bündnispartner in den „Wahlprüfsteinen“ zugestimmt. Insbesondere das zentrale Thema Wohnen soll in Heidelberg neue sozialere Ziele – mit sogenannten „preiswerten“ oder „bezahlbaren“ Wohnungen – bekommen. Bekanntlich fehlen tausende von bezahlbaren Wohnungen. Dies bekam  sowohl von den Mitgliedern des Gemeinderats als auch vom neu gewählten Oberbürgermeister hohe politische Priorität. Nunmehr fragen die 47 Bündnispartner des Bündnisses gegen Armut und Ausgrenzung nach der Umsetzung dieser Zusagen.

Bekanntlich gibt es in Heidelberg über 11.000 arme und armutsgefährdete Menschen – jede 13. Person. Die Zahl der Empfänger von Grundsicherung, von dauerhaft Arbeitslosen und alten Menschen mit zu wenig Rente sinkt nicht. Das Bündnis wendet sich gegen die Verfestigung von Armut. Es wendet sich gegen die Benachteiligung von Alleinerziehenden, von denen es in Heidelberg sehr viele gibt und die überproportional armutsgefährdet sind. Wir appellieren an die politisch Verantwortlichen, der ungleichen Verteilung des Wohlstands in Heidelberg entgegenzuarbeiten. Wir fordern neue Aktivitäten und mehr auch finanzielles Engagement zur Verringerung der Zahl der von Armut und Armutsgefährdung Betroffenen, die schon in Heidelberg leben. Und wir freuen uns über die aktuellen Vorhaben zur Integration von dauerhaft hier wohnenden Flüchtlingen und sehen deren Betreuung als Teil der gesamten Integrationsarbeit in Heidelberg.

Das Programm der Aktionswoche 2015

„Kennenlernen“

Die Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen zur Eröffnungsveranstaltung am Montag, den 12.10. (10 bis 13 Uhr, Frauenbad im Alten Hallenbad in der Poststraße) zu kommen und die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen vieler Bündnispartner und ihre Arbeit kennenzulernen. Dort werden auch Fragen von Studierenden und Schulklassen über mehr Teilhabe der Menschen in Heidelberg am sozialen und kulturellen Leben beantwortet. Bei der Eröffnung sprechen die Vertreter der Stadt und der evangelischen und katholischen Kirche als Schirmherren. Die Veranstaltung wird musikalisch begleitet vom „Beschwerdechor“.

Die ganze Woche lang gibt es dann für ein breites Publikum interessante Veranstaltungen und Gelegenheiten zum Kennenlernen und viel Gelegenheit, das Heidelberger Bündnis bei seinem zähen Kampf für Integration zu unterstützen.

Politischen Veranstaltungen

Am Montagabend (12.10. um 19.30 Uhr bei Verdi, Czernyring 20) spricht Georg Rahmer von ATTAC über „Armut macht krank – Krankheit macht arm“. Er bringt 35 Jahre Erfahrung in der Kinder- und Jugendhilfe in diesem Bereich mit.

Am Dienstag (13.10., 19.30 Uhr, Vangerowstraße 3, Luthergemeinde) findet die zusammenfassende Veranstaltung der Mitmachaktion „Meine Woche mit Hartz IV“ statt. Dort berichten die Teilnehmer über ihre persönliche Erfahrung mit dem Sozialhilferegelsatz. Sie werden darüber berichten, was für sie jetzt Armut heißt. Eine fachkundige Referentin des Diakonischen Werkes wird einige Hintergründe zum Sozialhilferegelsatz darstellen.

Am Mittwoch (14.10., 19 Uhr, VHS, Bergheimer Str. 76) spricht Dr. Thomas Paffgen über „Globale Herausforderung: Gesellschaft und Armut“. Er versucht dem Thema „Armut“ weltweit auf den Grund zu gehen und Lösungsansätze aufzuzeigen.

Am Donnerstag (15.10., 19 Uhr, IGM, Friedrich-Ebert-Anlage 24) berichtet Marlis Tepe, die Bundesvorsitzende der GEW und Vorsitzende der Stiftung Fair Childhood über die Ausbeutung von Kindern unter dem Titel „Bildung statt Kinderarbeit und Armut“. Die Stiftung Fair Childhood der GEW engagiert sich hierfür in verschiedenen Projekten in Indien, Albanien und Burkina Faso.

Im November werden die Bündnispartner wie im Vorjahr Mitglieder des Gemeinderats zu einem weiteren „Flashmob“ treffen. Im letzten Jahr ging es um das Thema „Wohnst du noch“ und alle beteiligten Bündnismitarbeiter und Stadträte waren sehr positiv angetan von Kennenlernen und Austausch über die Armutsbekämpfung und Integrationsarbeit. Man verabredete eine Fortsetzung der persönlichen Diskussion, die aber diesmal nach der Aktionswoche stattfinden wird.

Reihe „Treffpunkte“

Die Woche bietet vier Veranstaltungen zum Treffen und Kennenlernen für Ärmere und Reichere:

Am Sonntag, den 11.10. (Vernissage um 17 Uhr in der Bonifatiuskirche am Wilhelmsplatz) zeigt die 3. Ausstellung „ArTmut“ mit dem Thema „LebensKunst“ Bilder, Zeichnungen, Skulpturen, Fotos und Textilarbeiten über wichtige Lebensthemen im Zusammenhang mit Krankheit und Armut.

Am gleichen Tag um 11 Uhr findet eine besondere Veranstaltung des Heidelberger Aktionsbündnisses „Welttag der seelischen Gesundheit“ statt. Im Karlstorkino wird um 11 Uhr (Einlass ab 10.30 Uhr) der Film „Der Solist“ von Joe Wright nach dem gleichnamigen Buch des US-amerikanischen Journalisten Steve Lopez gezeigt. Er zeigt eindrücklich, dass Obdachlosigkeit nicht immer verhindert werden kann und Hilfsangebote nur mit den Vorstellungen und Wünschen der Betroffenen entschieden werden können. Bei der Matinee wird mit Roswita Lauter vom Zentrum für psychosoziale Medizin, Gerhard Emig vom Wichernheim Heidelberg sowie einem Vertreter der Selbsthilfegruppen über den Zusammenhang von Armut und seelischer Gesundheit unter der Leitung von Jörg Schmidt-Rohr vom VbI in einem Publikumsgespräch diskutiert.

Am Mittwoch (14.10., 18 Uhr, Rohrbacher Str. 22 – Hinterhaus) stellen sich bei der Aidshilfe Heidelberg HIV-positive und aidskranke Menschen unter dem Titel „Lebendige Bücher“ zu Gesprächen zur Verfügung. „Lies in meinem Leben, wie in einem Buch“ ist das Motto der Aktion, mit der auf die oft schwierige Lebenssituation betroffener Menschen und ihrer Familien aufmerksam gemacht werden soll.

Am Sonntag (18.30 Uhr, St. Michael, Kirschgartenstr. 35) ist der ökumenische Abschlussgottesdienst der Aktionswoche. „Die Armen habt ihr immer bei euch. Ihr könnt ihnen Gutes tun, so oft ihr wollt“ steht im Evangelium des Markus, 14, 7, was für diesen Gottesdienst Motto und Herausforderung ist.

Gelegenheit zum Treffen und Kultur genießen für ärmere Mitbürger ist dann am Sonntagabend (19 Uhr, Theater der Stadt Heidelberg, Zwinger 1, Zwingerstr. 3 – 5) beim Stück „Unschuld“ von Dea Loher. Leute mit wenig Geld können über Obdach e. V. (18 755 20 oder info@obdach-hd.de…) Karten bekommen. Nach dem Stück über Schuld, Unschuld und Sühne gibt es das traditionelle Publikumsgespräch. Das Bündnis freut sich, dass nunmehr zum vierten Mal das Theater dieses Angebot für weniger Begüterte macht.

Reihe „Rat & Hilfe“

Verteilt von Montag bis Freitag werden 14 Veranstaltungen vor allem für die von Armut Betroffenen angeboten. Da gibt es – kostenlos natürlich – Tipps zum Leben ohne Schulden, Kochen mit schmalem Budget, ein „Schlemmerkino“, ein Fahrradreparaturworkshop und jede Menge Informationen für das Leben mit wenig Geld.

Ein besonderes Angebot findet am Sonntag (10 Uhr, Meriansaal, Stadthalle Heidelberg) statt: die diesjährige Veranstaltung „MAHL + Zeit der Begegnung“ der „Heidelberger Schatzkiste“ -organisiert von Heidelberg Marketing – mit einem Begegnungsangebot für Obdachlose, ehemals Obdachlose, Inhaber des Heidelberg-Passes und Heidelberger Bürger statt. Anmelden kann man sich bei Obdach e. V. (06221 18 755 20).

Informationen

Alle Einzelheiten der insgesamt 26 Veranstaltungen finden sich auf der Internetseite www.das-heidelberger-buendnis.de… und dort im blätterbaren Programmheft, das gedruckt auch bei den Mitgliedern des Bündnisses ausliegt.

Programmbroschüre A6 Papier

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