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re-bbb-20151020_154848„Der Penta-Park gehört uns doch sowieso“, meint Roland Ernst. …was natürlich nicht richtig ist. Roland Ernst hat bisher nur ein Erbpachtrecht  für seine Tiefgarage, die unter einem Teil des Parks liegt. Er möchte aber nun den ganzen Park kaufen, damit er auf einer Teilfläche ein weiteres Hotel bauen kann. Dazu benötigt er die städtische  Zustimmung, die politisch umstritten ist. Roland Ernst, 78 Jahre, ist ein Heidelberger Urgestein unter den deutschen Bauprojektentwicklern. Für 16 Milliarden Euro hat er  in Deutschland Gebäude gebaut, wie er stolz der STADTREDAKTION im folgenden Interview mitteilte. Nie habe er aber einen solchen „Zirkus“ mit einem Bauprojekt erlebt, wie beim geplanten Hotelneubau im Penta-Park.  Dadurch würde der öffentliche Park erheblich verkleinert werden, was viele BürgerInnen erzürnt. Weit über 2000 Unterschriften sind seit 2012 gegen dieses Bauvorhaben gesammelt worden.

Roland Ernst stellte sich nun kurz vor der entscheidenden Gemeinderatsitzung (10.12.2015) für ein Streitgespräch mit der STADTREDAKTION zur Verfügung. Er spricht über seine Interessen und Motive, über die Wirtschaftlichkeit seines Vorhabens und wie es finanziert wird. Themen sind aber auch seine gemeinnützigen Stiftungen sowie seine parteipolitischen Kontakte in Heidelberg.“Ich halte an dem Ding fest, wenns was wird, wirds was, wenns nix wird, dann wirds nix.Ich würde in Heidelberg kein anderes Hotel bauen, als an diesem Standort….“ Der Bau-und Umweltaussschuss hat gerade das Bauprojekt abgelehnt. Siehe hier. Die letzte Entscheidung trifft der Gemeinderat am 10.12.2015.

Wir geben den Verlauf des Gesprächs auf Wunsch von Roland Ernst vollständig wieder. Dadurch ist der Text  etwas lang geworden, dafür ist er  aber authentisch. Der Text wurde lediglich an manchen Stellen etwas sprachlich überarbeitet. Das Gespräch fand am 20.10.2015 in den Räumen von Roland Ernst statt.

Das Interview führten Karin Weber, Arbeitskreis Nachverdichtung im Bürgernetz Heidelberg und Wolfgang Gallfuß, DIE STADTREDAKTION.

Herr Ernst, können Sie uns und unseren Lesern erklären, warum sie ausgerechnet auf einer der letzten Freiflächen am Neckarufer im westlichen Bergheim ein Hotel bauen wollen. Könnten Sie dieses Hotel nicht an anderer Stelle realisieren?

Das Management des bestehenden Marriott-Hotel ist auf uns zugekommen ist, weil es eine Hotelerweiterung wollte. Marriott hat 265 Zimmer und sie wollen eine Erweiterung nach dem System „Residence“ haben. Die „Residence–Zimmer„ sind größer als in einem normalen Hotel. Zielgruppe sind Medizintouristen. Die Zimmer haben eine kleine Küche, sodass sie auch für Gäste geeignet sind, die länger als nur eine Nacht da sind. Das war eben der Wunsch von MARRIOTT. Wir haben diesen Wunsch dann mit Herrn Jonas von der Heidelberger Wirtschaftsförderung abgestimmt und gefragt, ob die Stadt Heidelberg bereit wäre, dieser Erweiterung zuzustimmen. Es gab ein Hotelgutachten aus dem Jahr 2007, auf das sich die Heidelberger Wirtschaftsförderung dann bezogen hatte. In diesem Gutachten ist der künftige Bedarf an Hotelbetten ermittelt worden.

Die Stadt Heidelberg hat uns signalisiert, dass gegen die Erweiterung des Marriott Hotels keine Bedenken bestehen.
Unser Archiktekt,SSV hat durch höchste Qualität und Können eine excellente Lösung gefunden.

Wir haben dann weiter an dem Projekt gearbeitet und es entwickelt.

Der Wunsch von Marriott, das Hotel zu erweitern, hat uns veranlasst, den bisherigen, harten Weg der Planung durchzugehen. Mit X-Bürgerbeteiligungen, mit Anfeindungen und alles sonst Mögliche.

Natürlich: Die Lage des neuen Hotels ist günstig.

Es gibt aber noch einen zweiten Grund, warum wir nur an dieser Stelle bauen wollen. Dieser Grund kommt nicht immer so richtig raus in der öffentlichen Diskussion. Wir haben aus der Zeit des ersten Hotelbaus und des Baus des heutigen Notariatsgebäudes einen Erbbaupachtvertrag über dieses Grundstück, wo wir jetzt bauen wollen, abgeschlossen. Dieser Vertrag hat noch eine Restlaufzeit von 85 Jahren. D.h. 85 Jahre könnte die Stadt Heidelberg auf diesem Gelände nichts machen, wenn wir nicht zustimmen würden. Das muss man also auch bei den Überlegungen noch berücksichtigen.

Die Stadt bekommt zudem einen relativ geringen Erbbauzins von momentan 25.000 Euro im Jahr. Warum ist er so gering? Das hing damit zusammen, dass man zur Amtszeit des damaligen Oberbürgmeister Zundel zwar ein Hotel in Heidelberg gewollt hatte, aber niemanden fand, der es bauen wollte. Man hat alle möglichen Untersuchungen, Anstrengungen angestellt aber keiner hat es zustande gebracht. Zundel hat uns damals signalisiert, wir sollten es machen. Ich habe eingewilligt, unter der Bedingung, dass ich meine Firma oben in der 5. Etage unterbringen kann.

Dadurch haben wir dann auch noch dieses mittlere Grundstück zwischen Marriott und dem heutigen Notariat zu einem relativ günstigen Erbbauzins bekommen. Unter dem Grundstück sind 236 Tiefgaragenplätze vorhanden. Die werden z.T.für das Marriott –Hotel genutzt. Die restlichen Tiefgaragenplätze würden für das neue Hotel sein.

Sollte es zu keiner Genehmigung kommen, würde es zu einem öffentlichen Parkhaus kommen mit zunehmendem Verkehr.

Auf der anderen Seite, wenn wir also wieder nicht zu einer Lösung im Streit um die neue Bebauung kämen, wäre die bestehende Tiefgarage eine öffentliche Tiefgarage. Der Verkehr würde dann nicht weniger werden.

Und, sie wissen es doch genau: das Grundstück ist 5.500 qm groß und wir brauchen nur 1700 qm. Und immer wieder wird behauptet, ich wollte 2.500 qm bebauen.

Aber ihr ursprünglicher Plan war doch, die ganze Fläche zu bebauen ?

Richtig. Der ursprüngliche Plan war, 2 Hotels in den PENTA-PARK zu bauen und zwar ein Cordya und ein Residence-Hotel. Damit wäre der ganze Park verbaut gewesen. Man hat dann auf uns eingewirkt. Da haben wir gesagt, gut, dann halt nur ein Hotel. Und wir haben dem Wunsch entsprochen, dass die Grünfläche erhalten und dass die vor allen Dingen mal vernünftig hergestellt wird. Nach dem bestehenden Erbbauvertrag muss die Stadt Heidelberg die Unterhaltung dieser Grünfläche übernehmen. Die Stadt hat nie etwas gemacht. Das führte zum Ergebnis, dass der Park total verwahrloste. Obwohl wir dazu nicht verpflichtet waren, haben wir den Park trotzdem einigermaßen sauber gehalten. Z.B. die ganzen Abgänge, die in die Tiefgarage gehen: da waren alte Fahrräder gelagert, da waren Schuhe drin, da waren aber auch noch schlimmere Sachen dort. Wir haben immer den Park in Ordnung gehalten. Denn das waren wir ja auch unserem Pächter Marriott schuldig, der gesagt hat, wir können damit nicht leben, dass da so eine Sauerei im Park neben unseren Hotel ist. Da waren ja auch Penner, die nachts dort genächtigt haben.

Wenn die Stadt Ihnen aber im Tausch ein anderes Grundstück angeboten hätte: wäre das für Sie eine Option gewesen? Dass sie statt den Park zu bebauen, woanders ein Hotel hinstellen?

Nein, wir waren nur an diesem Standort interessiert, das Hotel dort zu erweitern. Vor allem wegen der Lage. Das sage ich Ihnen ganz offen.

Sie hatten mich ja auf ein Grundstück auf dem Klinikgelände hingewiesen, auf die ehemalige Kinderklinik, gegenüber dem botanischen Garten. Das wäre schon gegangen. Nur die Verwaltungschefin der Unikliniken, mit der ich gesprochen habe, die gibt keinen Quadratmeter her.

Die Uni gibt gar nichts frei. Die sitzen auf ihren Grundstücken. Die Uni platzt aus allen Nähten .Auch aus dem geplanten Hotel an der Berliner Straße wird ja auch nichts. Von der Zusage, welche die Uni ursprünglich an den dort engagierten Investor machen wollte, dass sie nämlich so und so viel Zimmer fest anmietet, hat sie Abstand genommen. Also: nach meiner Recherche haben wir keine Chance gehabt, das Grundstück zu bekommen.

Bleiben wir bei der Lage des geplanten Hotels im PENTA-PARK.Diese Lage ist Ursprung aller Probleme und aller Kontroversen . Einer der vielen Bedenken gegen die Teilbebauung des Penta-Parks wird neuerdings durch das neue Stadtklimagutachten bestätigt.Das Hotel dürfte unter stadtklimatischen Aspekten dort eigentlich nicht gebaut werden. Denn es steht in einer Luftschneise für den Neckartäler-Wind, der bis nach Pfaffengrund weht und zwar über den Autobahnstutzen und über die Gleisanlagen der Bahn. Außerdem wird der Penta-Park als erhaltenswerte grüne Ausgleichsfläche beschrieben. Die Frage ist nun, ob nicht das Interesse an einer guten Durchlüftung von Stadtteilen nicht höher zu gewichten ist, als Ihr Interesse, ausgerechnet dort ein Hotel hinzubauen.

Ich habe ja das neue Gutachten, das sie ja sicherlich auch bekommen haben…Dieses Gutachten kommt zu dem Schluss“ Aufgrund der geringen Reduktion des Kaltluftvolumenstroms(deutlich weniger als 5 %) und der Tatsache, dass die verbleibende Kaltluftströmung noch immer in einer Größenordnung liegt, wie sie sonst in den Leitbahnbereichen von Heidelberg anzutreffen ist, können die Auswirkungen der Hotelerweiterung auf die lokale Durchlüftungssituation als geringfügig bewertet werden (siehe VDI Richtlinie 3787, Blatt 5 (VDI 2003).

….nein das Kleinklimagutachten kennen wir nicht.(Anm. Redaktion: Das Gespräch fand statt, bevor das Kleinklimagutachten öffentlich zugängig war)

Aber sie bekommen es sicherlich von ihrem Freund im Gemeinderat.

Nein, wir kennen das Gutachten definitiv nicht. Wenn Sie es uns vielleicht zur Verfügung stellen würden?

Nein, ich darf es Ihnen gar nicht geben.

Dürfen wir vielleicht mal reinschauen?

Es ist so: Der Auftraggeber ist das Umweltamt und wir haben es bezahlt. Aber das Umweltamt hat es uns verboten, es weiter zu geben. Der Gemeinderat, der Ihnen das letzte Mal die Unterlagen(Roland Ernst meint hier nicht das Stadtklimagutachten sondern den Durchführungsvertrag, den er mit der Stadt Heidelberg abschließen wird) gegeben hat, hat sich strafrechtlich falsch verhalten. Aber die Stadt hat gesagt, wir machen nichts, sonst gibt es noch mehr Zirkus. Ein Gemeinderat darf vertrauliche Akten nicht weitergeben. Man hat mir gesagt, dass die Veröffentlichung nicht hätte sein dürfen.

Da gibt es aber verschiedene Rechtsauffassungen dazu. Die Stadt Heidelberg geht immer sehr restriktiv mit Informationen um, die mit größeren Bauvorhaben zusammenhängen. Das „große“ Stadtklimagutachten ist aber öffentlich. Jeder kann es anschauen. Dort steht eindeutig drin, dass der PENTA-PARK ein wichtige Ausgleichsfläche ist, die erhalten bleiben soll. Hinzu kommt, dass die angrenzenden Gebäude bioklimatisch ungünstig sind und zudem dieVangerowstraße verkehrlich mit über 25.000 Autos pro Tag hoch belastet ist. Wenn man nun durch ein neues Gebäude den Windstrom beeinträchtigt, wird sich dort doch in jedem Fall eine weitere Verschlechterung der Situation ergeben.

Wenn man bspw. entlang der Vangerowstraße einen Riegel bauen würde und dann die Luftzufuhr unterbrochen wäre, dann hätte ich für dieses Argument Verständnis. Aber wir bauen nicht den gesamten Park zu, sodass die die Luft an beiden Seiten des Hotels vom Neckar her am neuen Hotel vorbeiströmen kann.

Sie leben in einer relativ privilegierten Lage. Sie haben aber, was die Auto-und Lärmbelastung angeht, wahrscheinlich trotzdem eine fast ähnliche belastende Situation wie in der Vangerowstraße.

Ja, wir haben hier sehr viel Krach von der anderen Straßenseite von der Nordseite.

Sie sind also fast genauso lärmgeplagt, wie die Menschen in der Vangerowrstraße. Sie haben aber den großen Vorteil, dass ihre Wohnlage eine sehr günstige bioklimatische Situation hat. D.h. sie haben eine super Durchlüftungssituation. Das wird im Stadtklimagutachten bestätigt. Die Abgase, die direkt vor Ihrer Haustüre entstehen, belasten sie also lange nicht so stark wie in der Vangerowstraße. Können Sie nicht die Befürchtungen und Ängste der Menschen an der Vangerowstraße nachvollziehen, dass ihre sowieso schon unterprivilegierte Lage durch den Hotelneubau zusätzlich verschlechtert wird? Es ist doch ein ganz normaler Impuls, wenn Menschen, die eh schon an einer Hauptverkehrsachse leben sich gegen weitere Belastungen wehren und sie für den Erhalt einer Grünfläche kämpfen?

Der ganze Widerspruch kommt ja zunächst mal von den Menschen, die an der an der Nordseite der Vangerowstraße leben. Die haben aber niemals über das Klima geredet. Da war nur davon geredet worden „wir können net auf den Neckar schauen und wir verlieren den Park, wo wir spazieren gehen wollen“.

Ich habe schon einmal gesagt: Wir haben damals, als eine der Gemeinderatsitzungen zu unserem Bauprojekt war, dargelegt, dass wir 3 Monate lang Tag und Nacht das Grundstück mit einer Kamera aufgenommen hatten. Wir wollten mal sehen, wo da eigentlich die Leute spazieren gehen. Die Einzigen, die dort rumgelaufen sind, waren Hunde, die auf den Rasen geschissen haben. Kein Mensch hat im Park flaniert. Der Park ist nie in Anspruch genommen worden, vielleicht von ein oder zwei Personen. Also von wegen, dass das ein öffentlicher Park ist, wo man sich ergehen könnte. Nichts davon. Auch die Leute, die auf der anderen Seite wohnen haben den Park gar nicht in Anspruch genommen. Ich habe die ganzen Filme aufgehoben, aber ich habe die dann gar nicht vorgeführt…

Die Umweltverbände, NABU, BUND u.a., argumentieren, dass selbst wenn dieser Park überhaupt nicht genutzt würde -was aber nach Meinung der dort lebenden Menschen nicht stimmt- hätte der Park dennoch eine wichtige Funktion in der Grünflächenvernetzung in Heidelberg. Selbst eine Brachfläche, ähnlich des Baugrundstücks jenseits des neuen Bauhauses, hat in diesem Zusammenhang eine wichtige klimatische, auch ökologische Bedeutung. Die Umweltverbände fordern, dass solche Flächen nicht überbaut werden dürfen. Das steht auch genauso in allen Flächennutzungsplänen, Stadtteilentwicklungsplänen der letzten 20 Jahre drin, wo zum Penta-Park eine Aussage gemacht wurde. Nochmals meine Frage: Rührt sie diese ökologische, soziale Betrachtung nicht irgendwie an? Vielleicht könnten sie aus den besagten Gründen darauf verzichten, dieses Hotel zu bauen?

Dann hätte man von Anfang an uns nicht irgendwie Hoffnungen machen dürfen -nicht nur Hoffnungen- sondern wir sind aufgefordert worden, dort ein Hotel zu bauen. Wir haben da Hunderttausende an Geld reingehängt für Planungen, Gutachten usw. Jetzt wieder dieses Kleinklimagutachten. Die Stadt hat es in Auftrag gegeben, gezahlt haben wir es. Dann hätten wir das Ganze gelassen.

D.h. die Stadt Heidelberg hat offensiv sie gebeten ein Hotel zu bauen?

Nein, wir haben die Stadt gefragt, was haltet ihr von einer Hotelerweiterung für das Marriott Hotel. Dann hat der Herr Jonas(Leiter der Heidelberger Wirtschaftsförderung) damals gesagt, da gibt es ein Gutachten von der DEHOGA, wo drinsteht, jawohl, wir brauchen in Heidelberg mehr Hotelkapazitäten. Und wenn das mit dem Konferenzzentrum zu Stande kommt, dann brauchen wir erst Recht mehr Hotelkapazitäten.

Sie meinen das Hotelgutachten aus dem Jahr 2007, das von der Stadt Heidelberg in Auftrag gegeben wurde. Dort ist damals, also 2007/2008, ein zusätzlicher Bettenbedarf für Heidelberg in der Größenordnung von 6000 bis 7000 Hotelbetten für das Jahr 2015 prognostiziert worden. Die Hotels, die seither gebaut wurden, übererfüllen mittlerweile den damals prognostizierten Heidelberger Bedarf für 2015. Ein weiteres Hotel im Penta-Park kann man mit diesem Gutachten kaum noch begründen.

Wenn in Heidelberg ein Konferenzzentrum vorhanden wäre, dann würden sie hier keine Konferenz hierher bekommen, denn es gibt keine freien Hotelkapazitäten in einer gewissen Qualität. Sie können nicht das letzte kleine Hotel nehmen. Sondern sie müssen marktgerechte Hotels haben, die modern sind. Da gibt es in Heidelberg nicht viele davon.

Das würde ja nicht zu ihrem jetzt geplanten Konzept passen. Sie wollen ja ein Hotel bauen für Leute, die länger hierbleiben, wie sie vorhin ausführten, mit Küche usw. D.h. es kommen u.a. Menschen die sich in der Unikliniken behandeln lassen wollen. Die gehen ja nicht aus ihrem Hotel raus, wenn gerade ein Kongress für drei Tage stattfindet. Das beißt sich jetzt, was sie gerade sagen.

Was soll ich dazu sagen? Das kommt darauf an. Konferenzen werden ja nicht von heute auf morgen festgelegt. Da gibt es ja Planungen, manchmal über mehrere Jahre im Voraus, dann werden die vorhandenen Hotels auch entsprechend im Vorfeld mit einbezogen. Marriott ist außerdem der drittgrößte Hotelkonzern der Welt. Die haben mittlerweile 3000 Hotels weltweit. Deren Reservierungssystem ist sehr gut. Das Heidelberger Marriott-Hotel ist das bestbelegte Hotel in Heidelberg, aufgrund der Internationalität von Marriott.

Es gibt zusätzlich von der Stadt die Vorgabe, dass ein Konferenzzentrumshotel unmittelbar am Standort des Konferenzzentrums sein soll. Unseres Wissens gibt es aber keinen geplanten Standort in der unmittelbaren Nähe des Penta-Parks .

Das stimmt so nicht: Wenn das Konferenzzentrum beim Print-Media Mediagelände gebaut werden würde, sind wir mit unserem Hotel in 500 Meter Entfernung.

Die Vorgabe ist aber, dass das Hotel direkt angeschlossen sein soll und nicht in 500 Meter Entfernung.

Bei den Grundstücken, die nun als Optionen für das Konferenzzentrum vorhanden sind, kann man nirgendwo ein Hotel bauen. Weder im Altklinikum, noch sonst irgendwo. Und, ich sage Ihnen eines: Ich sehe dieses Konferenzzentrum vielleicht in 15 oder 20 Jahren.

Das wäre ja noch ein Argument gegen ihr neues Hotel im Penta-Park.

Wir haben unser Hotel nicht fürs Konferenzzentrum geplant.

Könnten Sie uns erklären, wie sie ihr Hotel finanzieren wollen? Ohne Ihnen zu nahe zu treten wollen: aber sie sind vor ca. 15 Jahren in Insolvenz gegangen. Man fragt sich, wie macht das denn der Herr Ernst nun, wie finanziert er das neue Projekt?

Der Herr Ernst macht gar nichts. Das macht eine eigene Gesellschaft, die mit 60 % Eigenkapital und 40 % Fremdkapital den Hotelbau finanziert.

Und das Eigenkapital?

Das wird von natürlichen Personen gestellt, die bereit sind, dieses Hotel zu finanzieren. Ich habe da kein Geld mit drin. Ich bin der Projektentwickler. Die Finanzierung geht über eine eigene Kommanditgesellschaft, an der einige Herren beteiligt sind.

Man investiert jetzt gerade in Beton, weil manche Menschen nicht wissen, wohin mit ihrem Geld. Sind auch finanziell potente Menschen aus Heidelberg dabei?

Es sind vielleicht 25 % Heidelberger dabei, aber nicht nur Heidelberger. Das Fremdkapital kommt von einer Bank, und zwar von einer normalen Geschäftsbank, also keinem Investitionsfond.

Gehen wir davon aus, dass ihr Hotel gebaut und das Konferenzzentrum nicht vorhanden ist. Dann gibt es möglicherweise ein Überhang an Hotelbetten in Heidelberg, wenn man den für 2015 prognostizierten Bettenbedarf des Hotelgutachtens von 2007 zu Grunde legt. Ist dann das Hotel ihrer Meinung nach überhaupt noch wirtschaftlich zu betreiben ? Oder gibt es dann zwischen den Heidelberger Hotels einen verschärften Wettbewerbs- und Konkurrenzdruck?

Wir haben praktisch die Zusage von Marriott, das Hotel zu betreiben. Genauso wie beim bestehenden Hotel, wo der Pachtvertrag gerade um 5 Jahre verlängert wurde. Marriott will dann aber beide Hotels für 20 Jahre fest übernehmen. Und wir gehen davon aus, dass Marriott als drittgrößte Hotelkette in der Welt in der Lage ist, ihren vertraglichen Verpflichtungen nachzukommen. Mariott ist also Pächter des Hotels. Wenn das Hotel leer steht, würden wir dennoch unsere Pacht bekommen, es sei denn, Marriott geht pleite.

Das wäre der Blickwinkel des Investors. Wenn wir nun den Blickwinkel der anderen Hotels einnehmen: Wenn kein Strom an zusätzlichen Touristen kommt, dann findet aber doch ein Verdrängungswettbewerb statt?

Schauen Sie sich mal die Gäste von Marriott an: das sind Japaner, Chinesen, Amerikaner. Die kommen von überall her aufgrund des internationalen Reservierungssystems von Marriott.

Muss man das so verstehen, dass Mariott aufgrund seines Buchungssystems die Touristenströme eher auf sein Hotel lenken kann zu Lasten anderer Hotels?

Das ist weder mein Problem noch meine Überlegung. Wir haben einen solventen Partner, das Marriott Hotel, der sich bisher bewährt hatte. Das bestehende Hotel ist 1986 gebaut worden. Zwischendurch hatten die mal ein Problem. Früher war es ja das PENTA-Hotel, das dann an RAMADA verkauft wurde. Aber die PENTA Hotelkette war nach wie vor Pächter. Diese Gruppe ist aber in Insolvenz geraten. Daraufhin ist Marriott sofort in die selben Mietverträge von Penta eingestiegen. Wir hatten also keinen Ausfall.

Sie gehen doch davon aus, dass das neue Hotel als Residence Hotel für längere Aufenthaltszeiten vorgesehen ist. Das Konzept war ähnlich einem Hotel, das auf dem Unigelände geplant war, das nun wegen fehlender Wirtschaftlichkeit gecancelt wurde, weil die Universität nur für 30 Zimmer eine Art von Garantie für eine dauerhafte Belegung abgeben wollte. Das war aber dann dieser Hotelgruppe zu wenig, um eine Wirtschaftlichkeit abbilden zu können.

Die haben keine Finanzierung bekommen, das ist ganz einfach der Grund.

Das hängt doch mit diesem Problem der fehlenden, belastungsfähigen Belegung der Zimmer zusammen. Vielleicht hat Marriott hier ein besseres Standing auf dem Mark oder ist optimistischer. Aber eine andere Hotelgruppe hat in der gleichen Situation kalte Füsse bekommen.

Ich kenne die andere Gruppe, das sind zwei natürliche Personen gewesen, die nie und nimmer die Bonität hatten, um die Finanzierung darzustellen. Die habe keine Finanzierung hinbekommen. Die Uni wollte ja ursprünglich sehr viel mehr Zimmer fest belegen. Dann haben sie das immer mehr reduziert und zum Schluss haben sie gesagt, wir geben überhaupt keine Garantie. Die Uni wollte ja letztlich das Hotel gar nicht so arg. Das für das Hotel in Frage kommende Gelände ist das letzte, was die haben und das wollen sie für die Uni direkt erhalten.

Im Gemeinderat gibt es zur Zeit eine knappe Mehrheit für ihr Vorhaben. Diese Mehrheit setzt sich zusammen aus den konservativen, bürgerlichen, wirtschaftsnahen Kräften und zum anderen aus der Hälfte der SPD Fraktion. Die Zustimmung des bürgerlichen Lagers erstaunt nicht. Aber die Zustimmung der Hälfte der SPD Fraktion ist erstaunlich. Eigentlich müsste die SPD ihr Herz für die sozial schwachen Menschen, die an der Vangerowstraße leben, schlagen lassen und schon deshalb gegen den Hotelneubau sein. Auch aus ökologischen Gründen müssten sie eigentlich dagegen sein. Uns erstaunt die Haltung von Teilen der SPD. Haben Sie einen guten Draht zur SPD?

Ich habe zu keiner Partei Kontakt. Ich betätige mich überhaupt nicht politisch. Denn egal, was ich machen würde, ist es sowieso verkehrt. Ich habe da keinerlei Einfluss. Wir haben ein Gespräch geführt vor einigen Monaten -das war bevor diese Fassadenarie kam- das war mit Frau Schuster (das ist die Fraktionsvorsitzende der SPD-Gemeinderatsfraktion). Die SPD hat ja dann gesagt, die Fassade sollte geändert werden, was wir dann auch machten. Das Stadtplanungsamt wollte den Glaskasten, die SPD wollte eine andere Fassade. Dann hatten wir ein Gespräch mit Frau Schuster, die um einen Fassadenwettbewerb gebeten hatte. Denn die SPD wollte eine andere Fassade. Den Wettbewerb haben wir durchgeführt und auch bezahlt. Wir sind nun nicht sehr glücklich über die Fassade, die herauskam, das sage ich ihnen ganz offen. Die ist teuer und die Gestaltung ist Geschmacksache.

Da stimmen wir ihnen ausnahmsweise mal zu: man kann sich wirklich über die Fassade ästhetisch streiten.

Aber wie gesagt: Ich habe keinerlei Einfluss, weder durch Parteispenden oder sonstiges.

Auch keine sonstigen Kontakte? Man kennt sich ja in Heidelberg, das ja im Grund genommen ein großes Dorf ist?

Ich lebe sehr zurück gezogen. Ich habe meine Freunde in München oder Mannheim. Ich habe hier 2 oder 3 Freunde aus meiner Schulzeit, ich habe im Bunsengymnasium Abitur gemacht. Meine alten Freunde sind aber weder in der Partei sind oder sonstwie parteilich engagiert. Da habe ich also keinerlei Verbindungen.

Sie sind ja nicht nur Projektentwickler sonder auch Mäzen. Es gibt ja die Roland Ernst Stiftung in Dresden.

Ja, in Dresden, aber auch in Heidelberg, Die erste Stiftung habe ich 1980 für das Deutsche Krebsforschungszentrum mit einer Million DM ins Leben gerufen. Und da hat das DKFZ jedes Jahr zwischen 50.000 und 60.000 DM Fördergelder bekommen, die bekommen sie auch nach wie vor. Die große Stiftung ist in Dresden. Das sind 20 Millionen DM. Davon ist die Hälfte vom sächsischen Staat und die andere Hälfte ist von uns. Da haben wir jedes Jahr zwischen 800.000 und 900.000 Euro Fördergelder für die medizinische Fakultät der Dresdner Universität zur Verfügung gestellt. Wir haben aber im Moment das Problem aller Stiftungen, dass es keine oder geringe Zinsen gibt. Wir haben früher im Jahr 6 bis 7 % Erträge gehabt. In diesem Jahr haben wir nur 1,6 %. Die ganzen Stiftungszusagen, die wir mal machen konnten, können wir in der bisherigen Höhe nicht mehr machen, weil wir keine Erträge haben. Es ist schon schwierig. Ich habe ja auch noch eine Kulturstiftung, den Arnold Petersen Preis für Mannheim. Da müssen wir auch kurz treten. Wir können über das eine oder andere Jahr diesen Preis ausloben. Aber nicht in dem Umfang, wie das früher der Fall war.

Wir kommen nochmals zurück zur SPD. Der Vorstand ihrer Dresdner Stiftung ist Wolf Wormser, der auch im hiesigen Ortsverein der SPD Altstadt im Vorstand ist. Er ist eine durchaus wichtige Person der Heidelberger SPD. Deswegen auch unsere Frage von vorhin: Gibt es nicht diese Heidelberger Netzwerke?

Also, den Herrn Wormser sehe ich höchstens zweimal im Jahr bei Sitzungen unseres Vorstands. Wir sind also weder freundschaftlich oder sonst wie miteinander verbunden. Wir gehen in die Sitzungen rein, bekommen die Vorlagen, sagen ja oder nein. Und der Herr Wormser ist ein sehr kritischer Mann und ich bin froh, dass er da ist. Aber wir haben keinerlei persönliche Kontakte.

Mir geht es um Folgendes: Ich kann mit allem leben, ich verstehe auch, dass es Widerstände gibt. Aber man muss irgendwann mal zu einem Punkt kommen. Also entweder, es reicht, es wird nicht gemacht oder jetzt wird es gemacht. Vor allem stören mich Dinge, die behauptet werden und nicht stimmen. Bspw. die Fläche. Ich brauche für den Bau nur 1700 qm und keine 2.500 qm, wie es von Ihnen immer wieder behauptet wird. Und das stört mich. Sie wissen genau, dass wir nur 1700 qm benötigen.

Ganz am Anfang haben wir von der Hälfte des Grundstücks gesprochen. Das haben wir korrigiert. Wenn wir nun über die Fläche schreiben, dann schreiben wir über die Teilbebauung und nicht über Qudratmeter. Ihr Flächenbedarf mag zwar rechnerisch stimmen, tatsächlich aber wird es zwischen dem neuen und alten Hotel eine kleine Freifläche geben, die man künftig, sofern das Hotel wirklich gebaut würde, keineswegs mehr als Teil des Penta-Parks wahrnimmt. Es entsteht so eine Art von grünem Innenhof für die beiden Hotels. Insofern ist ihre Angabe, dass sie nur 1700 qm benötigten, auch etwas schön gerechnet. Optisch verkleinert sich der Park um die Hälfte.

Dieses Gelände(er zeigt auf den Plan), von dem sie reden, ist ja schon teilweise bebaut mit diesem einstöckigen Konferenzbereich. Wir haben die Flächen aus dem Grundbuch. Das sind 5.200 qm und davon übernehmen wir 1.700 qm. ca. ein Drittel der Gesamtfläche.

Viele Bürger wollen den ganzen Park erhalten, im Grunde genommen, so wie er gerade ist und zwar ohne weitere Versiegelung der Flächen. Die Frage ist aber, wer will das Hotel dort so haben?

Das Stadtplanungsamt.

Der Rest der Fläche bleibt bei der Stadt Heidelberg?

Die verbleibende Grünfläche wird durch uns hergestellt und bezahlt und die öffentliche Hand hat Zugriff darauf. Da kommen Kinderspielplätze usw. hin. Nirgendwo wird erwähnt, dass wir den verbleibenden Park für 350.000 Euro neu herstellen, dass wir vor allen Dingen hier vorne diese Promenade machen(er zeigt auf den Plan), das wertet die Neckarseite auf. Da können die Leute spazieren gehen und zwar nicht für die Hotelbesucher sondern für die Öffentlichkeit. Das kostet uns 600.000 Euro.

Kaufen Sie das gesamte Grundstück, also auch den öffentlich zugängigen Bereich?

Ja natürlich, denn wir haben ja unten drunter alles bebaut…

Das ist eigentlich ein weiterer Grund, wo wir der SPD einen Vorwurf machen. Die Stadt verkauft Filetstücke am Neckar und die SPD ist tw. dafür. Momentan wird in Deutschland um jeden Quadratmeter gerungen. D.h. das Geld sucht den letzten Quadratmeter Boden. Und hier erwerben sie öffentliche Flächen…

Aber das gehört uns doch sowieso…

Aber doch als Erbpacht und nur unterirdisch. Das Eigentum bleibt bei der Stadt…

…die kann aber 85 Jahre lang gar nichts machen…

Wir – und mit uns viele andere Menschen- möchten, dass nichts gemacht wird. Es war ja damals in den 80 er Jahren der Wunsch von Zundel und dem damaligen Gemeinderat, die Flächen für die Bürgerschaft zu erhalten. Das Interesse der Bürgerschaft ist, dass solche Flächen langfristig für die Stadt, sprich für die Öffentlichkeit erhalten bleiben sollen. Die Stadt Heidelberg würde aber hier ihr Tafelsilber veräußern. Es gibt einen Zeitungsartikel aus 1986, wo der damalige Stadtkämmerer Wolfgang Wagner zitiert wird, der PENTA-PARK sei ein Park für die Anwohner und die Öffentlichkeit. Es gab also den politischen Willen, diesen Park für die Öffentlichkeit zu erhalten. Deshalb kommt es letztlich auch nicht so sehr darauf an, ob es 1700 oder 2500 qm sind, die bebaut werden sollen. Sondern es geht darum, dass es einen unverzichtbaren öffentlichen Anspruch auf diesen Park gibt. Und dieser Anspruch wird durch vielerlei Gutachten ( Klima, Naturschutz etc.) unterstützt. Das ist eigentlich der Hintergrund unseres Ärgers. Sie müssten dort nicht bauen. Die Stadt müsste, nein sie darf eigentlich die Baugenehmigung gar nicht erteilen. Unser Hauptvorwurf geht also an die Stadt. Die Stadt ermöglicht es ihnen aber, zu kaufen und zwar für einen Appel und Ei…

Darf ich ihnen mal sagen, was es bedeuten würde, wenn die Stadt das Projekt ablehnen würde? Da haben wir ermittelt, was das für die Stadt einen Schaden ist.

Das würde uns interessieren…wo sollte denn da ein Schaden sein?

Das kann ich Ihnen sagen,: Die Stadt bekommt momentan 25.000 Euro Erbbauzins.

Wie oft wurde er erhöht?

Immer dann wenn 10 % Steigerung der Lebenshaltungskosten erreicht werden. Er ist schon ein paar Mal erhöht worden. Früher waren es 17.000, heute sind es 25.000 Euro.

Wenn ich den Barwert des Erbpachtzins auf 85 Jahre rechne, müsste ich heute 788.000 aufs Konto legen. D.h. der Barwert vom Erbbauzins ist 788.000 Euro. Wenn ich nun den Kaufpreis für das Grundstück in Höhe von 2.950.000 Euro heute mit 3 % anlege für die Restlaufzeit des Erbpachtverhältnisses, dann kommt die Summe von 36,4 Mio. Euro raus.

Dem können wir nur entgegnen, dass der Park für Bürger und das Gemeinwesen einen vollständig anderen Wert hat. Es geht ja nun nicht um die Geldwerte sondern es geht um den Nutzwert der Fläche für den Menschen, für die Ökologie, für das Klima usw.

Aber der Gemeinderat muss doch auch irgendwo wirtschaftlich denken….

Was sind in 85 Jahren 36 Mio. Euro? Das ist doch im Barwert von heute die Portokasse von manchen reichen BürgerInnen dieser Stadt.

Wir übernehmen die Herstellungskosten des Parks, das sind 350.000 Euro. Wir übernehmen die Herstellung der Promenade mit 600.000 Euro. Wenn wir nicht weiter kommen, muss die Stadt die Unterhaltskosten des Parks tragen. Das hat die Stadt mit jährlich 30.000 Euro ermittelt. Das geht zu Lasten der Stadt.

Dafür hat die Stadt aber einen öffentlichen Nutzen. Dieser kostet die Stadt im Saldo im Moment gerade mal 5.000 Euro. Denn 25.000 Euro nimmt sie ja für das unterirdische Erbbaurecht ein. Für eine Fläche von 5.200 qm.

Wieso 5.000 Euro?

Sie zahlen ja 25.000 Euro Erbpacht und die Stadt hat Kosten von 30.000 Euro für die Pflege des Parks…Verbleiben also 5.000 Euro Restkosten zur Pflege des Parks, die von der Stadt selbst noch aufzubringen sind. Das ist doch eine finanziell günstige Situation?

Bei unserem Modell muss sie gar nichts aufwenden, und hat den Park trotzdem…

Aber die Öffentlichkeit hat doch dann nur noch zu 2/3 bis zur Hälfte des Parks? Und wer pflegt eigentlich den neuen Park, also die Restfläche?

Wir pflegen3 Jahre, das ist die Anwuchspflege, dann übernimmt es die Stadt.

Das ist doch dann ein Nullsummenspiel?

Also, ich kann sie nicht überzeugen und sie mich nicht. Mir ist es mittlerweile egal, wie das ausgeht, sage ich Ihnen, ich kann auch ohne das Ding leben. Nur es ist eine schwierige Situation mit dem Gemeinderat. Der Herr Würzner tut mir leid. Dass er einen Gemeinderat hat, wo wenig Sachverstand herrscht, das kann ich sagen.

Da wollen wir nicht unbedingt widersprechen. Aber der geringe Sachverstand wirkt doch dann zu ihren Gunsten?

Wissen Sie: Ich habe in meinem Leben für 16 Milliarden in Deutschland gebaut, davon 6 Milliarden in den neuen Bundesländern. Ich habe noch nie so einen Zirkus gehabt mit dem Bauvorhaben, wie mit diesem Hotel hier.

Es sind halt Bürger da, die sich auf die Hinterfüße stellen….

Ja Gott, aber die haben doch keine realen Gründe die gegen den Bau sprechen. Das ist doch zum Teil emotional.

Aber die Emotionen spielen auch eine große Rolle, wenn es um den Schutz öffentlicher Güter geht.

Ich will sie nicht überzeugen, sie können mich nicht überzeugen, Ich halte an dem Ding fest, wenns was wird, wirds was, wenns nix wird, dann wirds nix.Ich würde in Heidelberg kein anderes Hotel bauen, als an diesem Standort. Der Herr Eitel (Rektor der Universität)gibt keinen Quadratmeter her, wenn sie diesen Zirkus sehen mit dieser Straßenbahn….

Also, wir sind uns einig, dass wir nicht einig sind. Herr Ernst, recht herzlichen Dank für dieses Gespräch.


Weitere Informationen aus der Presse zum Bauinvestor Roland Ernst

Aus Spiegel.de…… vom 24.9.2011 Wirtschaftsverbrecher Knast und Knete'“Link von SPIEGEL

„…Große Pläne treiben Ernst um: Er träumt vom Bau eines Konferenzzentrums in Heidelberg oder auch von zwei neuen Hotels in der Neckarstadt. Bislang allerdings scheint Ernst keine glückliche Hand zu beweisen. Die Re Projektentwicklung hat zwischen 2004 und 2009 (neuere Daten sind nicht verfügbar) nur rote Zahlen geschrieben. 2009 stand in der Bilanz ein Verlustvortrag von 1,6 Millionen Euro – bei einem gezeichneten Kapital von 25.000 Euro. Hätte der Sohn nicht nachrangige Gesellschafterdarlehen eingebracht, wäre die Firma längst bankrott…“ Den ganzen Artikel kann man hier lesen: hier

DIE WELT, 2000: Milliardenpleite Roland Ernst

Managermagazin 2004: Nun muss er doch nicht ins Gefängnis

RNZ, 2.8.2014: „Ich steh zu allem, was ich gemacht habe

Informationen zur Roland Ernst Stiftung: Roland Ernst Stiftung

und zum Stiftungsvorstand Wolf Wormser,  der  auch Ortsvereinsvorsitzender der Heidelberger SPD-Altstadt ist, siehe hier

 

 

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