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PentaPark_Sommer2014/ Pressemitteilung Penta-Park Initiative und Arbeitskreis Nachverdichtung im Bürgernetz Heidelberg/

Am 8.12.2015 durfte Roland Ernst, Investor des neuen Hotels im Penta-Park, an prominenter Stelle im  Lokalteil der RNZ  für sein Vorhaben werben. Wir gehen im folgenden auf einige seiner Argumente ein und appellieren an den Gemeinderat, im Sinne des öffentlichen Interesses und nicht zu Gunsten privater Unternehmensinteressen zu entscheiden.

Beim Bauvorhaben im Penta-Park geht es um die grundsätzliche Frage, ob die öffentliche Hand -also die  politischen Vertreter unseres Gemeinwesens- öffentlichem Grund und Boden gegenüber den wirtschaftlichen Privatinteressen ausreichend verteidigt. Das ist bei knappem Grund und Boden, insbesondere wenn es Freiflächen sind, heute dringender denn je. Gerade bei einem der letzten frei zugängigen Neckarufergrundstücke im westlichen Bergheim ist diese Frage keine Nebensächlichkeit.

Der Bauinvestor Roland Ernst und die von ihm vertretenen Investoren -worunter auch einige Heidelberger Bürger sind , wie er offen zugibt-  hat aus seiner Sicht natürlich das Interesse, sich ein solches Grundstück für sich und seine Investoren zu sichern. Dass es ihn dann ärgert, wenn ihm durch aktive Bürger dabei einige Steine in den Weg gelegt werden, das verstehen wir.

Was wir aber überhaupt nicht verstehen und akzeptieren wollen, ist die offensichtliche Willfährigkeit mit der die Stadtverwaltung Heidelberg die Bauinteressen des Herrn Ernst von Anfang an recht kritiklos bediente. Dass Herr Ernst nun über die Verschleppung seines Bauantrags über verschiedene Etappen des Bauverfahrens erbost ist, weil Bürger sich wehren, ist kaum zu vermeiden.

Die Heidelberger Stadtverwaltung hätte Herrn Ernst eigentlich gleich zu Beginn seines Begehrens im Penta-Park ein Hotel bauen zu wollen, klar machen müssen, dass die politische Entscheidungsgrundlage dafür nicht gegeben ist. Die Anfrage von Roland Ernst hätte sofort zurück gewiesen werden müssen.

Seit Mitte der 80er Jahre des letzten Jahrhundert sprechen alle politischen Stadtplanungen, öffentliche Äußerungen von politischen MandatsträgerInnen, Flächennutzungs-und Stadtteilrahmenpläne eindeutig gegen eine Bebauung des Penta-Parks. 1986 übergab der damalige Stadtkämmerei den damals neuen Penta-Park als „Bürgerpark“ der Heidelberger Öffentlichkeit.Das kann man nachlesen, wenn man es als Oberbürgermeister oder als Baudezernent nicht wusste, weil man zu neu in Heidelberg war. Der Penta-Park ist ein Bürgerpark im Besitz der Stadt Heidelberg und sollte es auch bleiben.

Diese Entscheidungsgrundlage interessierte aber offensichtlich die verantwortlichen Menschen in der Heidelberger Stadtverwaltung wenig. Genau so wenig wie der bald ab 2012 einsetzende massive Protest gegen die Bebauung.

Die gemeinderätlichen Entscheidungen gingen immer nur sehr knapp zu Gunsten des Bauinvestors aus. Der zuständige Fachausschuss war meistens dagegen. Die kappen positiven Entscheidungen beruhten in der Regel auf zwei Argumenten: man brauche dringend neue Hotelbetten in Heidelberg und der Penta-Park sei so verwahrlost, dass man ihn doch nicht so erhalten wolle und man dankbar sein müsse, wenn jemand diesen Schandfleck teilweise zubaue und den Rest des Parks dann aufwerte.

Diese Argumente sind vielfältig durch uns und andere widerlegt worden: Die angeblich benötigten Hotelbetten entstanden zwischenzeitlich an anderer Stelle. Die Verwahrlosung des Parks ist ein durch die Verwaltung selbst verschuldeter Zustand, wie sie ebenfalls freimütig eingesteht. Denn spätestens seit dem ersten Konzeptentwurf  von Roland Ernst für ein neues Hotel im Penta-Park im Jahr 2009 reduzierte die Stadtverwaltung Heidelberg den Pflegeaufwand für den Park mit dem bekannten Ergebnis, dass er sichtbar verlotterte.

Der politische Wille der Stadtspitze verfolgte also von Anfang an die  Bebauung des Penta-Parks und versuchte Sachzwänge zu schaffen. Das öffentliche Interesse am Erhalt des Parks, an den sozialen und ökologischen Funktionen des Parks und seines Ufers spielte bei der Stadtspitze offensichtlich keine Rolle mehr. Dass die politisch interessierte Bürgerschaft sich das nicht bieten lässt, sich einmischt und versucht, diese Strategie der Stadtverwaltung zu verhindern, ist eine gute demokratische Tradition in Heidelberg und ihr gutes Recht.

Bleibt nun zu hoffen, dass die Mehrheit des Heidelberger Gemeinderats sich darauf besinnt, wessen  Interessen sie verpflichtet ist.

Der Penta-Park kann auch ohne Hotel und ohne weiteren Beton in der Grünfläche erhalten werden. Das wäre eine gute nachhaltige Lösung und stünde Heidelberg gut zu Gesicht.

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