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Zahlen der AOK Rhein-Neckar-Odenwald zeigen rückläufige Zahl der Krankenhauseinweisungen wegen Alkoholkonsums

/ via AOK Rhein-Neckar-Odenwald /

Auch wenn es derzeit in Heidelberg bei den Schulabschlussfeiern einen anderen Eindruck macht: Jugendliche greifen immer seltener zum Alkohol. Das geht aus einer Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und den neuen Zahlen der AOK Rhein-Neckar-Odenwald hervor. Demnach ist der Konsum von Alkohol seit 2010 deutlich zurückgegangen.

Auch im Land und in der Region ist diese Entwicklung angekommen, das zeigen die neuen Zahlen der AOK Rhein-Neckar-Odenwald. Seit einem Höchststand 2010/11 geht die Zahl der Jugendlichen zwischen 15 und 19 Jahren, die wegen eines Vollrauschs im Krankenhaus behandelt werden müssen, zurück. So ist die Zahl der Krankenhausbehandlungen im Jahr 2016 gegenüber dem Mittelwert von 2008 bis 2015 in Baden-Württemberg bei den Männern dieser Altersgruppe um 25,9 Prozent und bei den Frauen um 9 Prozent gesunken. In Heidelberg ist die Zahl derer, die wegen Alkoholexzessen in ein Krankenhaus eingeliefert werden, ebenfalls rückläufig. Gerade bei der Gruppe der 15-19 jährigen handelt es sich in den letzten Jahren um Einzelfälle, die sich zahlenmäßig im mittleren einstelligen Bereich bewegen. „Es ist also keineswegs so, dass Komasaufen bei Jugendlichen ein Massenphänomen ist“, so AOK-Geschäftsführer Stefan Strobel. Während auf dem Höhepunkt der Welle des Komatrinkens bei dieser Altersgruppe in 2011 landesweit noch 1366 Krankenhausbehandlungen zu verzeichnen waren, ging die Zahl seither nach unten (2016: 990). Die Daten der AOK gelten als repräsentativ, da sie mit einem Marktanteil von 43 Prozent die größte Krankenkasse des Landes ist.

Die Zahlen zeigen vielmehr dass fast jeder fünfte Betroffene ein „Wiederholungstäter“ ist und nicht zum ersten Mal wegen eines Vollrauschs im Krankenhaus behandelt wird. Solche wiederholten Behandlungen weisen darauf hin, dass eine Alkoholabhängigkeit vorliegt, diese Menschen also an der Alkohol-Krankheit leiden. Besonders betroffen in dabei die Altersgruppe von 50-54 Jahren. Bei den Monaten, in denen Jugendliche am häufigsten in Sachen Alkohol über die Stränge schlagen, sind der Fastnachtsmonat Februar und der Sommermonat Juli an der Spitze. AOK-Ärztin Dr. Sabine Knapstein: „Dass die Zahlen seit mehr als fünf Jahren rückläufig sind, zeigt, dass die Präventionsmaßnahmen der Suchtberatungsstellen greifen. Jugendliche trinken seltener Alkohol und das Einstiegsalter verschiebt sich nach hinten.“

Trotz dieser positiven Signale gibt die AOK keine Entwarnung: Gerade an den Schulen bleibt die Prävention wichtig, schließlich stellt Alkoholmissbrauch nach wie vor eines der gravierendsten Gesundheitsprobleme unserer Gesellschaft dar. Das Komasaufen schadet zudem nicht nur der Gesundheit, sondern kostet die Gesellschaft auch eine Menge Geld. Die Behandlungskosten dafür beliefen sich für die AOK Baden-Württemberg landesweit im Jahr 2016 auf rund 6 Millionen Euro. Nicht eingerechnet sind dabei die volkswirtschaftlichen Kosten, die aufgrund der langfristigen Folgen des Alkoholkonsums entstehen. Diese belaufen sich nach Angaben der Drogenbeauftragten der Bundesregierung auf über 26 Milliarden Euro.

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