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(wg) Eine Arbeitsgruppe von BUND und NABU untersuchte Ende Juni 2017 die Artenvielfalt auf der Wiese Großer Ochsenkopf. Dieses schöne Stück Bergheims liegt am westlichen Rand und soll, wenn es nach RNV, HSB, Oberbürgermeister und einigen Fraktionen im Heidelberger Gemeinderat gehen würde, alsbald als neuer Standort für den Betriebshof von RNV/HSB dienen, obwohl der jetzige Standort besser geeignet ist. Damit wäre nicht nur die wichtige grüne Aufenthaltsfläche, Klimaausgleichszone im westlichen Bergheim zerstört. Es würden auch weit über 100 seltene Pflanzen dort verschwinden. Bürgerinitiativen und Umweltverbände  wollen deshalb die Grünfläche Großer Ochsenkopf erhalten.

Artenerhebung Ochsenkopfwiese am 23.06.2017

während einer 90-minütigen Begehung durch Rudolf Braun, Steffen Heinze, Volker Violet und Rainer Zawatzky

CHARAKTERISIERUNG

1

Auf der gesamten, langestreckten Wiese dominierte gerade der Glatthafer (Arrhenatherum elatior). Seine gelben, bereits ausgesamten Rispen bestimmten das friedliche Bild zur schon im Westen stehenden Nachmittagssonne hin. Die Wiese ist trocken und besonders im östlichen Bereich um die Sitzgruppe des Volksparkes herum sehr artenreich und schön anzusehen. Hier wächst (spärlich) die hübsche Raue Nelke mit ihren vielen weißen Pünktchen auf den Blütenblättern, eine nicht häufige Pflanze, die  auf der Roten Liste Baden-Württembergs auf der Vorwarnstufe steht (Rote Liste V).

2

Zu den Wiesenblumen gesellen sich Gebüsche, Einzelbäume und viele Arten der Wege, Wegränder und Brachflächen, eine sogenannte Ruderalflora. Eine große Rarität und Besonderheit ist, wenngleich unscheinbar, der Krähenfuß (Lepidium dídymum).

Am östlichen Ende, jenseits der Gleise der Linie 5 (OEG), besticht eine beachtliche, solitäre Stiel-Eiche das Auge.

3

Zu den bereits genannten Komponenten des Naturerlebnisraumes kamen Schmetterlingsarten (Weißlinge, Bläulinge, Admiral), andere Insekten (Grashüpfer, Hummeln, eine Grabwespe) und Vogelstimmen (Mönchsgrasmücke, Amsel, Haussperling) hinzu. Ein Weißstorch überflog das Gelände sowie mehrere Rabenkrähen. Während einer NABU-Exkursion mit Sebastian Olschewski konnten wir im Frühjahr 2016 hier 16 Vogelarten zählen.

PFLEGE

Es ist nötig, das gesamte Areal und besonders auch seine Ränder jährlich einmal zu mähen.

NATURSCHUTZ

Weil der Artenreichtum so groß ist, müssen wir dringend vor dem Beginn von Veränderungmaßnahmen eine UVU (Umweltverträglichkeitsuntersuchung) fordern

ARTENLISTEN

Wir haben während der 1 ½ -stündigen Begehung ungefähr 100  Pflanzenarten erfasst

Wiese:

Wiesen-Salbei, Echtes Labkraut, Hornklee, Schafgarbe, Wiesen-Flockenblume, Taubenkropf-Leimkraut, Glatthafer, Bunte Beilwicke, Spitz-Wegerich, Moschus-Malve, Esparsette, Wiesen-Labkraut, Weiß-Klee, Raue Nelke, Kleiner Wiesenknopf, Rauer Löwenzahn, Wiesen-Margerite, Knäuelgras, Wiesen-Klee, Wiesen-Platterbse, Wiesen-Bärenklau, Feld-Klee,

Gehölze

Vogel-Kirsche, Birnbaum, Wal-Nuss,Sommerflieder,Brombeere -wenig-,Weißdorn,Gewöhnliche Waldrebe,Blutroter Hartriegel,Sal-Weide, Birke, Moor-Birke, Berg-Ahorn, Esche, Stiel-Eiche, Jungfernrebe (Wilder Wein), Haselnuss,Spitz-Ahorn,Ginkgo,Eschen-Ahorn,Götterbaum,Kultur-Rebe

Sonstige Arten

wärmebegünstigter Gebüschsäume, von Wegrändern und Ödland, Raue Nelke (Dianthus armeria) Rote Liste V (Vorwarnstufe),Natternkopf,Luzerne, Wegwarte, Breitblättrige Platterbse, Klatsch-Mohn, Johanniskraut, Acker-Schachtelhalm, Kriechendes Fingerkraut, Jakob-Greiskraut, Weiße Lichtnelke, Kratzbeere, Gelbe Resede, Goldrute, glücklicherweise nur vereinzelt, Acker-Winde, Seifenkraut -besonders hübsch- Mäuse-Gerste, Krauser Ampfer, Rainfarn, Weidelgras, Beifuß, Einjähriges Berufkraut, Wilde Möhre,Knollen-Platterbse, Großer Bocksbart, -regionale Besonderheit-, Acker-Kratzdistel,Bitterkraut, Zottel-Wicke, Kompass-Lattich, Wilde Karde, Katzenschweif, Löwenzahn, Weißer Steinklee, Hopfenklee, Zaunwinde,Pyrenäen-Storchschnabel, Kohl-Gänsedistel, Brennnessel, Nelkenwurz, Breit-Wegerich, Echte Kamille, Krähenfuß (Lepidium dídymum) -nur selten regional eingebürgerter Neophyt aus Südamerika-,Vogel-Knöterich, Pfeil-Kresse, Feld-Klee, Stumpfblättriger Ampfer, Punktierter Gilbweiderich-sich nach und nach einbürgernde Zierpflanze-, Zaun-Wicke, Akelei -sich nach und nach einbürgernde Zierpflanze-, Rainkohl, Klette, Schöllkraut, Weg-Distel –   regionale Besonderheit- Hirtentäschel

 

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