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14. August

„Wie der übermäßige, mit der Ernährung des Körpers nicht Schritt haltende natürliche Geschlechtsgenuß den Körper (auch die Nervenapparate und somit die geistigen Fähigkeiten) wesentlich schwächt, übt auch die Selbstbefleckung (‚häufig vorkommende Form von unnatürlicher Befriedigung‘) unter denselben Bedingungen einen verderblichen Einfluß auf den Körper aus, so daß die bedenklichsten Störungen der Gesundheit herbeigeführt werden können“

Brockhaus‘ Konversations-Lexikon (1898), 12. Bd., S. 592

„Nichts schwächet den Geist wie den Leib des Menschen mehr, als die Art der Wollust, die auf sich selbst gerichtet ist, und sie streitet ganz wider die Natur des Menschen. Aber auch diese muß man dem Jüngling nicht verhehlen. Man muß sie ihm in ihrer ganzen Abscheulichkeit darstellen, ihm sagen, daß er sich dadurch für die Fortpflanzung des Geschlechtes unnütz mache, daß die Leibeskräfte dadurch am allermeisten zu Grunde gerichtet werden, daß er sich dadurch ein frühes Alter zuziehe, und sein Geist sehr dabei leide usw. Man kann den Anreizen dazu entgehen, durch anhaltende Beschäftigung, dadurch, dass man dem Bette und Schlafe nicht mehr Zeit widmet als nötig ist. Die Gedanken daran muss man sich durch jene Beschäftigungen aus dem Sinne schlagen, denn, wenn der Gegenstand auch nur bloß in der Imagination bleibt, so nagt er doch an der Lebenskraft.“

Kant. Über Pädagogik (1803), A 141


15. August

Du meine Hand bist mehr als alle Weiber,
Du bist stets da, wie keine Frau erprobt,
Du hast noch nie in Eifersucht getobt,
Und bist auch nie zu weit, du enger Reiber.

Ovid, mein Lehrer weiland, hat dich recht gelobt,
Denn du verbirgst in dir ja alle Leiber,
Die ich mir wünsche. Kühler Glutvertreiber,
Dir hab ich mich für immer anverlobt.

Ich stehe stolz allein mit dir im Raume
Und streichle meine bläulichrote Glans.
Schon quirlt sich weiß der Saft zum Schaume,

So zieh ich aus Erfahrung die Bilanz:
Die Zweiheit paart sich nur im Wollusttraume,
Sonst paart sich meine Faust mit meinem Schwanz.

Friedrich Schlegel (?). Erotische Sonette.

„Wer auch immer letztlich der Verfasser der „Zehn Sonette“ gewesen ist – Friedrich Schlegel war es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht. Ob Franz Blei, Alexander Bessmertny, Carl Georg von Massen, Otto Julius Bierbaum oder vielleicht ein anderer aus der breiten „Privatdruckszene“ nach 1900 – in jedem Fall trifft zu, was Arnold im erwähnten Vorwort schreibt: „die philologische Akribie der späteren Herausgabe“ ist „eine ebenso ironische wie humorvolle Parodie auf die positivistischen Texteditionen des späteren 19. Jahrhunderts.“

de.wikipedia.org…


16. August

„Einst war ich ein Stamm eines Feigenbaums und nur Holz, ganz
ohne Nutzen. Ob eine Gartenbank, einen Priapus
aus mir er mache, schwankte der Zimmermann, schnitzte dann diesen
Gott. Ein Gott also bin ich, den Dieben und Vögeln zum Schrecken.
Denn den Dieben drohet die Hand und der Phallus, der rote,
aus der zuchtlosen Lende sich reckend, den Vögeln das Schilfrohr
auf meinem Kopfe, frech einzufallen in neue Gärten.“

Horaz. Satiren. I,8 (Ü: Georg Dorminger)


17. August

„Auf altirisch, einwandfrei vorchristliche Großzügigkeit wiedergebend, lautet die Bezeichnung für Onanie ‚lámcairde‘ = Handliebe; im heutigen Bretonisch ’skuill an natur‘ = die Natur ermüden.“

Hanswilhelm Haefs. Das dritte Handbuch des nutzlosen Wissens (1994), S.132


18. August

“1908 erscheint Freuds Aufsatz Die »kulturelle« Sexualmoral und die moderne Nervosität, der nochmals Gemeinsamkeiten zwischen den künftigen Antipoden hervorhebt und ein Kraus-Zitat enthält, das belegt, daß Kraus’ Ablehnung der sexuellen Deutung des »Zauberlehrlings« nicht aus Prüderie geschah: »Konnte doch ein geistreicher Schriftsteller (Karl Kraus in der Wiener »Fackel«), den Spieß umdrehend, die Wahrheit in dem Zynismus aussprechen: Der Koitus ist nur ein ungenügendes Surrogat für die Onanie!«“

members.aon.at…


19. August

„Mit einem sechsbändigen Standardwerk krönte sie ihre Wissenschaftler-Laufbahn: Miriam Rothschild, 80, dem britischen Zweig der Bankiersfamilie zugehörig, hat ihr Leben der Flohforschung geweiht. Sie untersuchte den Sprungmechanismus und das Liebesleben der 200 Milligramm schweren Blutsauger. Der ‚riesige Flohpenis‘ setzte sie in Entzücken – ‚kraftlos und schwach‘ erschien ihr im Vergleich dazu die menschliche Organausstattung.“

SPIEGEL 51/1988, S.182 Miriam Rothschild identifizierte unter den Rattenflöhen den die Pest verursachenden Xenopsylla cheopis Rothschild.


20. August

„Banane: Penis, Godemiché. Die Banane gilt nicht nur im Volksmund als Synonym des Penis, sondern wird als Masturbationsinstrument benutzt. In den Versen von 1001 Nacht wird sie ausdrücklich als Tröster der Frauen besungen. In der polynesi-schen Mythologie werden die Göttinnen von Bananen befruchtet. Seit die Banane zum erstenmal nach Deutschland eingeführt worden ist, hat der Volksmund den Penis nach ihr benannt. In der lesbischen Prostitution heißt auch der Godemiché, der anschnallbare künstliche Penis, Banane.“

Ernest Borneman. Sex im Volksmund. Wörterbuch (1984)

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