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7. August

Obszöne Zeichnung am Volksbildungsheim
Pimmel an der Wand –
daß ich dich hier fand!

Malte ihn doch selber mal
prahlend an die Wände,
nahm ihn in natura auch
in die Künstlerhände.

Hielt ihn tags mit Filzstift fest
und ihm nachts die Treue,
taglang stand er an der Wand,
nachts stand er aufs neue.

Daß das nun schon lange her,
ist kein Grund zum Trauern.
Seht: Noch immer malen ihn
Hände an die Mauern.

Ist es auch nicht meiner mehr,
den die Maler feiern,
ist es doch noch immer er,
der von prallen Eiern

mächtig in die Höhe wächst,
um aus seinen Ritzen
den geschwungnen Lebenssaft
in die Welt zu spritzen:

Pimmel an der Wand meint nicht
meinen oder deinen.
War nie unser, wird’s nie sein,
denn wir sind die seinen.

Robert Gernhardt. Gesammelte Gedichte (1954-2004)


8. August

“Was aber noch viel sonderbarer ist, es giebt eine Art Menschen bey ihnen, Dendriten genannt, die auf folgende Weise entstehen. Man schneidet einem Manne den rechten Hoden aus und pflanzt ihn in die Erde; nach und nach wächst hieraus ein sehr großer fleischerner Baum, der die Gestalt eines Phallus, aber dabey Zweige und Blätter hat, und eine ellenlange Eichelförmige Frucht trägt. Diese werden, wenn sie zeitig sind, abgebrochen, und die Menschen herausgeknackt. Diese Dendriten aber sind von Natur ohne Geschlechtstheile, und also genöthigt sich künstliche anzusetzen, die ihnen eben die Dienste thun als ob sie natürlich wären. Die Reichern lassen sich solche von Elfenbein machen, die Armen aber begnügen sich mit hölzernen.”

Lukian von Samosata. Lügengeschichten und Dialoge. Der wahren Geschichte erstes Buch (1985), S.102


9. August

„Auch im Jemen halten die Aufstände gegen das Regime an. Der jemenitische Präsident Ali Abdullah Saleh reagierte erst ähnlich wie Mubarak. Er sagte, dass er bei einer nächsten Wahl nicht mehr antreten würde. Dabei ist aber nicht bekannt, ob und wann es überhaupt eine Präsidentschaftswahl geben wird. Das Volk im Jemen aber wollte sich nicht mit den Zugeständnissen des Präsidenten zufrieden geben und protestierte weiter. In einer Ansprache im staatlichen Fernsehsender schlug Ali Abdullah Saleh nun einen anderen Ton an und drohte den Aufständischen: Er werde all jenen die Genitalien abschneiden lassen, die in irgendeiner Form gegen das Regime demonstrieren. Dazu formte er seine Hand zu einer Schere und simulierte einen Schnitt, dies berichtete unter anderem der «Sharmlifeblog.com». Der Schock nach dieser Geste sass tief. Auch das dem Regime noch freundlich gesinnte Fernsehen zeigte sich entsetzt und brach die Übertragung sofort ab.“

24.02.2011 tagesanzeiger.ch/ausland/Jemens-Praesident-droht-mit-Entmannung-TV-bricht-Sendung-ab/story/31681332?dossier_id=852


10. August

„In einem Natronbad wurde nun die Leiche des Ramses gereinigt. Nachdem sie mit Palmwein abgerieben worden war, begann der eigentliche Mumifizierungsvorgang. Der Körper wurde mit kleinen Lederkissen wieder in seine vorherige Form gebracht. Die Mumie wurde anschließend mit unzähligen Kräutern und Blüten ausgestopft. Schließlich wurde, wie in der ägyptischen Mythologie bei Osiris, der Penis entfernt, gesondert mumifiziert und wieder angesetzt. Der Körper wurde mit Binden aus feinstem Leinen eingehüllt. Alles geschah unter den Gesängen und Beschwörungsformeln des Vorlesepriesters.“

de.wikipedia.org…


11. August

„Wenn der junge Hans Henny Jahnn onanierte, bestrafte er sich danach mit einem Schnitt ins Bein. »Ich kann jetzt noch an meinen Schenkeln ablesen, wie oft ich in einem gewissen Jahr onaniert habe«“.

Josef Winkler, Nachwort zu: Hans Henny Jahnn, Die Nacht aus Blei (1956 / 1982)


12. August

„Die geschnitzten Figuren der Papuanen zeigen vor allen Dingen einen riesigen Penis (F. Müller, Allgemeine Ethnographie, S. 109), und wenn die Yumos am Colorado Figuren zum Spielen kneten, so bilden sie besonders die Geschlechtsteile nach (Bastian, Der Mensch in der Geschichte, III. 308). Auf den Südseeinseln und nicht minder bei den Schangallas Nubiens prahlt man mit der Größe und Festigkeit seines Gliedes; vielfach versucht man, dessen natürliches Maß künstlich zu steigern oder es wenigstens größer erscheinen zu lassen. So verlängerten nach Surville die Arsaciden der lies des contrarietes die Rute durch ein zusammengerolltes und in die Vorhaut hineingestecktes aromatisches Blatt, und ein auf einen Mast gestiegener Häuptling rief dort seine Leute zusammen, indem er ihnen mit seinem auf- und abwärts bewegten Gliede Zeichen gab (Bastian, o. c. IIL 308). Die Mönnitari-Indianer und ebenso die Wahiau am Njassa-See verlängerten die Schamlippen ihrer Weiber durch Ziehen, die Popoes durch Gewichte (Bastian, o. c. III. 306).“

Fritz Schultze. Psychologie der Naturvölker. Entwicklungspsychologische Charakteristik des Naturmenschen in intellektueller, aesthetischer, ethischer und religiöser Beziehung. Eine natürliche Schöpfungsgeschichte menschlichen Vorstellens, Wollens und Glaubens. Leipzig 1900

archive.org…


13. August

„Noch heut Abend bestell dir meinethalben das Aufgebot, daß die Bettstell kracht. Potz Morgenkranz, worauf willst warten? Weißt du auch daß der Welt End nicht weit mehr ist? Wir sind ihm heut schon um zween Juchert und eine halbe Klafter näher denn ehegestern. Der Antichrist ist schon geboren; man hat mirs gesagt. (…) Oder willt du am jüngsten Tag mit vollen Eyern erfunden seyn? dum venerit judicare? – Du hast, versetzt‘ Panurg, einen heitern und sehr hellen Kopf, mein Bruder Jahn, mein Metropolitan-Cujon, und redest ziemlich. Dieß war es auch, warum Leander, als er vormals von Abydos in Asien über das Hellespontische Meer zu seiner Buhlen Hero auf Sestos in Europa schwamm, Neptunen und alle Meergötter bat: Gebt ihr hinüberwärts mir Heil und Glück, Ersauf ich gern, kehr ich zurück. Er wollt nicht mit vollen Eyern sterben. Und bin deß Willens: wann die Justiz hinfüro bey mir in Salmigundien einen armen Sünder will abthun, daß man ihn ein paar Tag zuvor waldeselmässig soll rammeln lassen, bis er in all seinen Saamenbläslein auch nicht soviel mehr hat, daß man damit ein griechisch Ψ schreiben möchte. Solch köstlich Ding darf nicht unnütz verloren gehn. Vielleicht daß er einen Menschen zeuget, so stirbt er ohn Kummer; stellt Mann für Mann.“

Rabelais. Gargantua und Pantagruel (1532 / 1911), Bd. 1, S. 431 (Ü: Gottlob Regis)

 

 

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