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Das ehrenamtlich geführte Pilotprojekt „Neckarlounge“ am Neckarlauer begeistert seine Besucher

/ von Andreas Hanel /

Heidelberg. Sommer, Sonne, Sand und Urlaubsstimmung – was wie eine werbende Beschreibung für einen Urlaub an der Südsee anmutet, ist mitten im Herzen Heidelbergs anzufinden: Das temporäre Projekt „Neckarlounge“ am Neckarufer mit Sandstrand und Strandbar bietet Besuchern in unmittelbarer Nähe zur Altstadt die Möglichkeit, sich bei Sonnenschein und gemütlichem Zusammensein zu erholen, und ruft bei den Besuchern helle Begeisterung hervor.

Orte am Neckar

Das Experiment der „Neckarlounge“ erwuchs aus der Aktion „Neckarorte“, die wiederum ein Teil des Projekts „Stadt an den Fluss“ ist. Unter der Federführung der Architektenkammer Heidelberg und des Stadtplanungsamts der Stadt Heidelberg „soll dabei Leben wieder zurück an den Neckar gebracht werden, und zwar über die bauliche Trennung der B37 hinweg“, berichtet Alexander Krohn, seines Zeichens Koordinator des Projekts „Stadt an den Fluss“ beim Stadtplanungsamt. Dies bedeutet: Entlang des Neckars sollen bisher ungenutzte Orte ausgemacht werden, an denen – zunächst temporär – für eine breite Masse attraktive Plätze geschaffen werden. Letztendlich sollen durch die Neugestaltung dieser Orte am Neckar dauerhaft Naherholungsgebiete mit einer gewissen Aufenthaltsqualität generiert werden. So resümiert Nils Herbstrieth, engagiertes Mitglied des Neckarorte e.V. und hauptverantwortlicher Architekt für die Planung der „Neckarlounge“: „Um die Menschen an den Fluss zu bringen, ist es wichtig, solche Orte zu finden und aufzuwerten.“

Die „Neckarlounge“ macht den Anfang…

Selbst unter der Woche kommen Besucher spontan in die „Neckarlounge“ zum Entspannen. Foto: Andreas Hanel

Einen solchen Ort hat man auch gefunden, nämlich am Neckarlauer – einem Ort, den bis dato wohl die meisten Heidelberger als wenig einladend empfanden: dreckig, direkt unterhalb der stark frequentierten B37 gelegen, Heimat der Anlegestelle der Weißen Flotte Heidelberg, von deren Mitarbeitern als Parkplatz genutzt. Doch nun erstrahlt er im neuen Glanz und offenbart sich als ein Platz der Entspannung, der von immer mehr Leuten entdeckt wird. Ebenso wie bei der gerade stattfindenden permanenten Installation einer Sitzstufenanlage 200 m von der „Neckarlounge“ entfernt haben Nils Herbstrieth und Alexander Krohn zusammen mit anderen ehrenamtlichen Helfern – getreu dem für die Macher leitenden Motto „von Bürgern für Bürger“ – selbst mit Hand angelegt und mittels einfacher Holzkonstruktionen ein attraktives Plätzchen geschaffen: Neben einer schmucken Bar gibt es einen Sandbereich, der ein Strandfeeling aufkommen lässt; zudem stehen mehrere Sitzgelegenheiten zur Verfügung, auf denen auch selbst mitgebrachtes Essen und Trinken verzehrt werden kann. „Man muss nur attraktive Orte schaffen, dann kommen die Leute“, stellt der Architekt fest.

Mit seiner Einschätzung liegt er richtig: Während selbst unter der Woche nach Feierabend reger Betrieb herrscht, zog die Lounge am letzten August-Wochenende über 500 Besucher mit Vertretern jeglicher Altersgruppe an. Von vielen wurde die neue Oase der Entspannung beim Flanieren entdeckt. Der Grundtenor unter den Besuchern ist ein durchweg positiver. „Ich bin begeistert, das barfuß Laufen im Sand ist sehr toll; da kommen Urlaubsgefühle auf“, schwärmt eine Besucherin. Die Störung durch die B37 könne dabei ausgeblendet werden. Übereinstimmend wurde unter den Gästen der Wunsch nach weiteren derartigen Plätzen laut.

…für weitere Projekte

So gesehen ist es schade, dass dieses ehrenamtliche Projekt nur von kurzer Dauer sein wird: Denn ab Oktober wird die Anlage wieder abgebaut werden. Nichtsdestotrotz bietet sie eine Vorschau dessen, was künftig an diversen Neckarorten entstehen könnte. Nils Herbstrieth hat auch schon konkrete Vorstellungen, wie die Zukunft aussehen könnte: mehrere attraktive Neckarorte, die sich über die Flusspromenade ziehen, womöglich verbunden durch einen Rundweg. Dazu als besondere Attraktion ein Schiff als schwimmender Neckarort, das durch Ausstellungen, Bars und als Künstlerbühne für den Neckar wirbt. Die „Neckarlounge“ zeigt exemplarisch, dass es nicht an kreativen Ideen mangelt, die vor allem auch von den Bürgern kommen. „330 Maßnahmen liegen der Stadtverwaltung vor“, gibt Alexander Krohn an. Schon bis Ende des Jahres würden konkrete Vorkehrungen getroffen werden, die in den kommenden zwei Jahren durch den bereitgestellten Etat von 300.000 Euro realisiert werden sollen. Dann könnten mehrere permanente Neckarorte entstehen, die Möglichkeiten der Naherholung bieten und die Stadt näher an den Fluss bringen.

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare
  1. Die NeckarLounge ist ganz wunderbar und ich danke allen Mitwirkenden herzlich für euer Engagement, den unermüdlichen Einsatz und euer Durchhaltevermögen!
    Schade,dass alles abgebaut wird und nicht winterfest verpackt gleich für´s nächste Jahr bleiben kann.
    Auch euer Film ist sehr gelungen- wenngleich ich den letzten Beitrag etwas zu ausufernd finde. Dennoch: gelungener Film-wunderschöne Impressionen.
    Danke nochmals für diesen “ NeckarOrte“-Sommer
    Heike B

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