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Presseinformation der Stadt Heidelberg

OB Würzner traf Google-Vizepräsident Vinton Cerf und weitere Wirtschaftsvertreter im Silicon Valley

Fraternal Hall Building, 140 University Ave., Palo Alto, CA / heidelberg,de

Sie sind über 9.200 Kilometer voneinander entfernt und getrennt durch einen Ozean. Und dennoch haben Palo Alto in Kalifornien und Heidelberg mehr Gemeinsamkeiten miteinander als mit vielen Orten in ihrem eigenen Land. Die beiden Städte vertieften in der vergangenen Woche ihren Austausch – nur wenige Wochen nach der Besiegelung ihrer Städtepartnerschaft am 28. September. Eine Delegation unter der Leitung von Oberbürgermeister Professor Dr. Eckart Würzner hat dazu nun die Partnerstadt besucht. Gemeinsame Themen waren Bildung, Mobilität, bezahlbarer Wohnraum, Konversion und die Entwicklung zur Smart City. Gesprächspartner waren unter anderem der Vizepräsident des Google-Konzerns Vinton Cerf, Wissenschaftler der Elite-Universität Stanford, Stadträte der Stadt Palo Alto, Schüler einer Highschool, im Städteaustausch engagierte Bürger und Vertreter der Handelskammern in Palo Alto und San Francisco.

„Palo Alto und Heidelberg entwickeln sich beide sehr erfolgreich, beide dank der exzellenten Wissenschaft und herausragender Unternehmern in ihrer Stadt“, erklärt Prof. Würzner. „Wir haben dadurch besondere Möglichkeiten, aber wir stehen auch vor besonderen Herausforderungen. Wir lernen hier viel voneinander. Und wir bringen jeweils hochkarätige Partner in die Zusammenarbeit ein.“

„Unternehmergeist in Schulen wecken“
Dr. Wolfgang Niopek, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Rhein-Neckar war ebenfalls als Delegationsmitglied dabei. Sein Fazit: „Aus Sicht der IHK Rhein-Neckar ist eine Städtepartnerschaft zwischen Heidelberg und Palo Alto auch unter wirtschaftlichen Aspekten interessant. Das Innovationspotenzial ist in Heidelberg und Palo Alto gleichermaßen hoch. Allerdings gelingt es dem kalifornischen Standort noch besser, dieses Innovationspotenzial durch Neugründungen auch auszuschöpfen und neue Arbeitsplätze zu generieren. Die Lernchancen für uns liegen vor allem in den Bereichen Bildung in den Schulen, dort wird in Palo Alto schon sehr früh der Unternehmergeist durch sehr konkrete Ausbildungsbausteine geweckt, und im Feld des Risikokapitals. Zudem gibt es eine Kultur des Scheiterns, so dass das gesellschaftliche Ansehen risikobereiter Unternehmer auch im Falle eines Misserfolgs nicht gefährdet ist. In den kommenden Jahren könnten neue interessante Kooperationen zwischen Unternehmen an beiden Standorten entstehen.“

Palo Alto gilt als weltweites Zentrum der IT- und High-Tech-Industrie. Konzerne wie Tesla oder Hewlett-Packard wurden hier gegründet, Google oder PayPal haben hier ihren Ursprung. Die Stadt selbst hat nur 65.000 Einwohner. Sie beherbergt jedoch die Stanford Universität – eine der besten technischen Universitäten weltweit. Besonderes Kennzeichen von Stanford: Die hohe Zahl an Unternehmensgründungen durch Wissenschaftler und Absolventen. Alleine in Palo Alto gibt es dadurch heute 250.000 Arbeitsplätze.

Die Universität nutzt das für ihre eigene Entwicklung: Sie baut auf ihrem Areal ganze Bürokomplexe und vermietet diese an die Unternehmen. Darüber hinaus hat Stanford inzwischen ein Stiftungsvermögen von mehr als 100 Milliarden Dollar aufgebaut, mit dem es seine Forschung auf Spitzenniveau finanziert.

Doch genauso wie in Heidelberg stoßen auch in Palo Alto Universität und Stadt an Grenzen. Hauptprobleme sind der Verkehr und extrem hohe Immobilienpreise. Oberbürgermeister Professor Würzner stellte Heidelberger Lösungsansätze in einem Vortrag an der Standford Universität vor, etwa die Entwicklung der Bahnstadt und der Konversionsflächen. Durch die Mischung von Wohnen, Arbeit und Freizeit in einem Quartier werden dort von vornherein lange Wege vermieden. Gleichzeitig bieten Radwege, Straßenbahn, Carsharing und Ladestationen für Elektrofahrzeuge bequeme Alternativen zum Auto.

Die amerikanischen Partner haben sich einzelne Elemente bereits in Heidelberg abgeschaut – beispielsweise die Einführung von Radwegen und Leihrädern. Sie setzen ihren Fokus dagegen stärker als Heidelberg auf technische Lösungen wie E-Mobilität und vor allem auf autonomes Fahren. Die Vision: Eine Flotte von selbstfahrenden Elektro-Autos ist permanent in der Stadt unterwegs und bringt jeden an sein Ziel. Der Bedarf an Parkplätzen würde praktisch gegen Null gehen, es würden deutlich weniger Autos als heute ausreichen und durch die E-Mobilität gäbe es weder Lärm noch Abgase mehr. Das Resümee der Diskussion: Beide Städte wollen die Stärke des anderen Partners in ihren Planungen mit nutzen.

Englisches Institut bei internationalem Schulprojekt dabei
Am Hauptsitz des Google-Konzerns traf Professor Würzner den Vizepräsidenten des Konzerns, Vinton Cerf. Er gilt als einer der Erfinder des Internets. Sie sprachen über Chancen der Digitalisierung in der Bildung und in der Entwicklung neuer Stadtquartiere. An der Gunn Highschool präsentierten Schüler Ergebnisse ihres sogenannten Beam-Projektes. Dabei entwickelten Schülergruppen Geschäftsideen bis hin zu umsetzungsreifen Plänen. Sie werden dabei von Lehrern und Unternehmensvertretern betreut. Das Projekt verlief so erfolgreich, dass Palo Alto alle seine Partnerstädte eingeladen hat, mit eigenen Schulen teilzunehmen. Heidelberg ist bereits dabei. Das Englische Institut hat die Chance ergriffen. Es ist damit nun in einem Verbund mit Schulen auch aus den Niederlanden, Schweden, Mexiko und China.

Auf dem Programm standen auch Gespräche mit den Handelskammern in Palo Alto und San Francisco. Hauptthema in San Francisco: der Verkehr. Der Fahrtdienst uber hat seinen Hauptsitz in San Francisco und hat dort das System weltweit erstmals eingesetzt. Heute zeigt sich: zwar hat durch uber der Verkehr zugenommen. Gleichzeitig ist jedoch der Bedarf an Parkplätzen extrem zurückgegangen – in der Innenstadt um bis zu fünfzig Prozent. Gleichzeitig denkt die Stadt über eine Kooperation mit High-Tech-Unternehmen im Bereich der City-Logistik nach. Die Vision, die rein technisch bereits möglich ist: kleine Roboter übernehmen die Verteilung von Waren in der Innenstadt. Große Lastwagen könnten damit aus engen Bereichen herausgehalten werden. Auch hierzu haben die Partner einen weiteren Austausch vereinbart.

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