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Auf der Brücke über den Autobahnstutzen. Blick nach Süden. Im Hintergrund die Brückenauffahrtsrampe, dieGneisenaubrücke, der neue HSB-Betriebshof im Großen Ochsenkopf und das Kinocenter.

(wg) Der Gemeinderat soll am 14.12.2017 über den ersten Teil der neuen Radachse Bahnstadt-Neuenheimer Feld entscheiden. Konkret geht es um die Gneisenaubrücke, die vom neuen Kinocenter in der Bahnstadt über die Bahngleise zur Gneisenaustraße reicht. Wie dann die Radachse weiter verlaufen soll, also über den Autobahnstutzen/Bergheimer Straße, Gneisenaupark und den Neckar, dazu gibt es noch keine ausgereiften Planungen. Anhand der vorliegenden Informationen der Stadt Heidelberg  hat nun das Aktionsbündnis Bergheim-West eine skizzenhafte Visualisierung der Radachse vorgelegt, die wir dokumentieren. Die etwa 9 bis 10 Mio. teure Gneisenaubrücke wird aber nur dann ihre eigentliche Wirkung entfalten, wenn die noch fehlenden Teile auch realisiert würden. Dazu gilt es aber noch einige Probleme zu lösen. Visualisierung: soweit nicht anders angegeben, Nils Herbstrieth, Architekt.

3 Brückenmodule ergeben die Radachse – der planerische Status Quo

Der gesamte Verlauf der Radachse, Blick von Süden. Von der Bahnstadt aus geht es über die Gneisenaubrücke, dann über eine Überquerung des Autobahnstutzens und des Gneisenauparks. Vom ehemaligen Notariatsgebäude an der Vangerowstraße geht es weiter über den Neckar.

Modul 1: Gneisenaubrücke über die Bahngleise. Diese Brücke ist weitgehend fertig geplant und befindet sich im sogenannten Planfeststellungsverfahren. Der Gemeinderat wird voraussichtlich am 14.12.2017 einen sogenannten Ausführungsbeschluß fassen. Der Bau soll 2018 beginnen.

Modul 2: Überquerung des Autobahnstutzens und des Gneisenauparks  bis zur Vangerowstaße. Dazu gibt es nur eine rudimentäre planerische Idee, bzw. Skizze.

Modul 3: Überquerung des Neckars: Hier liegt bereits eine sogenannte Machbarkeitsstudie vor. Die Kosten werden auf ca. 15 Mio. Euro geschätzt.

Zum gesamten Verlauf dieses Bauwerks liegt diese Präsentation der Stadt Heidelberg vor.

Skeptische Stimmen zur Gneisenaubrücke

Das Aktionsbündnis Bergheim-West fasste kürzlich in einer Presseerklärung die Kritik und Skepsis so zusammen:

Kein Stückwerk: Gneisenaubrücke erst bauen, wenn die gesamte Süd-Nord-Radachse gesichert ist !

Verlauf der Radachse. Quelle_ Plan räumliche Einbindung Großer Ochsenkopf,Anlage 12 zur Drucksache: 0014/2017/BV, Gemeinderat Heidelberg. Danach werden die 3 gelb eingezeichneten Bestandsgebäude an der Gneisenaustraße abgerissen.

„…Die ungelösten Probleme sind groß: Wo soll der weitere Brückenverlauf den Neckar queren, wie werden die Zugangsrampen von Osten und Westen auf die Brücke geführt, wo wird der Brückenkopf der Neckarbrücke stehen usw. usf.  Die bisher bekannten Ideen zur Lösung dieser Probleme überzeugen keineswegs. Eine umsetzbare Planung liegt also nicht vor. Trotzdem soll nun schon bald mit dem Bau der Gneisenaubrücke begonnen werden. Diese selbst hat wiederum erhebliche Funktionsmängel, wie z.B. zu geringe Fußwegbreiten; fehlender direkter Fußgängerzugang von der OEG Haltestelle an der Nordseite der Brücke; die südliche Brückenrampe führt direkt in den Zugangsbereich des neuen Kinos. Der nördliche Brückenkopf tangiert zudem direkt den denkmalgeschützten alten OEG-Bahnhof. Der Brückenbau könnte ihn erheblich gefährden. Sollte auf dem Großen Ochsenkopf der neue RNV Betriebshof gebaut werden – was wir ablehnen –   dann endet die nördliche Brückenrampe direkt in einem der Einfahrtsbereiche des Betriebshofs an der Blücherstraße. Außerdem würde der Radweg während der Bauzeit, die auf ca. 2 Jahren zu schätzen ist, in einer stark frequentierten Baustellenzufahrt  münden.  Auch hier sind Konflikte absehbar.“

Diese Kritik wird von Teilen des Heidelberger Gemeinderats geteilt, aber nicht von seiner Mehrheit.  Die Brücke wird also voraussichtlich am 14.12.2017 so beschlossen werden.

Virtueller Spaziergang über das  Brückenbauwerk

Sofern nicht anders angegeben, sind die Bilder einer Visualisierung entnommen , die von Nils Herbstrieth, Architekt,  im Auftrag der Bunten Linken und des Aktionsbündnisses Bergheim – West geschaffen wurde.

Die Gneisenaubrücke: Hier gibt es mehrere  Probleme. Die südliche Brückenrampe endet direkt vor dem Haupteingangsbereich des Kinos. Konflikte sind vorhersehbar. Die Steigung der Rampe beträgt bis zu 6 %. Die Brücke ist für den erwarteten starken Rad-und Fußverkehr zu schmal. An der Nordseite zerstört sie einen Teil der ehemaligen Laderampe des alten OEG-Bahnhofs, der denkmalgeschützt ist. An der Nordseite fehlt ein direkter Fußgängerzugang von der OEG Haltestelle auf die Brücke.

 

Verlauf der Radachse ab nördlichen Brückenkopf der Gneisenaubrücke (gelbe Linie): Die Brücke an dieser Seite hat ebenfalls ein Gefälle von bis zu 6 %. Am Ende der Brückenrampe geht es erst Mal leicht rechts und dann wieder scharf links in die Gneisenaustraße. Dort muss man die Hauptzufahrt des geplanten HSB-Betriebshofs queren bevor man erneut scharf links in den sogenannten „Schwarzen Weg“ einbiegt. Nach ein paar Metern, nach dem Wohngebäude, wird man erneut scharf rechts auf die spiralenförmige Brückenrampe geführt, die über den Autobahnstutzen führt.

Die gleiche Situation von Osten aus betrachtet.

Die spiralenförmige Auffahrt auf die Brücke über den Autobahnstutzen und den Gneisenaupark. Blick von Osten. Wenn das kleine Wohnhaus an der Rampe abgerissen werden würde – was wohl geplant ist – dann könnte die Radachse ohne den zweimaligen Knick im rechten Winkel geführt werden. Ab dieser Stelle bleibt die Brücke dann oben bis an das nördliche Neckarufer. Auf den bislang bekannten städtischen Planungsskizzen sind keine weiteren Zu-oder Abgänge erkennbar.

Der weitere Brückenverlauf über den Gneisenaupark. Neben der Frage. wie sich das Brückenbauwerk ästhetisch auf den jetzt schon kritischen Verkehrsknotenpunkt am Ende von Bergheim auswirkt, ist bislnag ungeklärt, wo weitere Zugänge auf die Brücke von der Bergheimerstraße und der Vangerowstraße sowohl für Radfahrer wie auch für Fußgänger entstehen werden. Wegen der Höhe der Brücke wären wahrscheinlich ähnliche Bauwerke notwendig, wie die südliche Rampenspirale. Wie man hört, wolle man darauf verzichten. Das würde die Bedeutung der Brücke für die Menschen im westlichen Bergheim und als Teil eines Radwegenetzwerks in Heidelberg erheblich reduzieren.

Die Brücke über den Neckar. Das Bild stammt aus der Machbarkeitsstudie der Stadt Heidelberg. Man sieht, dass keine Brückenaufgänge im Bereich der Mannheimerstraße/Vangerowstraße vorgesehen sind. Dadurch fehlt die wichtige Anbindung eines Teils von Bergheim und des Radverkehrs von Osten und Westen  an die Brücke.

Die neue Neckarbrücke von oben. Sie befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zur Ernst-Waltz-Brücke, zum neuen Wehrsteg und zum alten Wehrsteg, der scheinbar ebenfalls erhalten bleibt. Kosten der Neckarbrücke ca. 15 Mio. Euro. Die gesamte Radachse wird wohl mindestens 35 Mio. Euro kosten.

Dieser Beitrag hat einen Kommentar
  1. Damit die neuen Bewohner erst gar nicht auf die Idee kommen mit dem Auto ins Neuenheimer Feld zu fahren hätte das Gesamtprojekt meiner Ansicht schon fertig sein sollen, als sich die Bahnstadt angefangen hatte zu bevölkern.
    Das Ganze um weitere 7 Jahre verzögern zu wollen halte ich für verkehrspolitisch fatal.
    Die beschriebene Verschwenkung auf die Gneisenaustraße und die fehlenden Auffahrten von der Vangerowstraße kann man ja trotzdem noch verbessern. Der zweite und dritte Schritt ist ja wie beschrieben noch nicht in einer baureifen Phase. Wenn nicht bald angefangen wird, besteht meiner Ansicht nach wieder die Gefahr, dass alles auf Jahre hin zerrredet wird und nichts passiert!
    Es soll endlich mal in den Radverkehr investiert werden und nicht nur die Restflächen, die von Autoverkehr auf vorhandenen Straßen nicht benötigt werden, dem Radverkehr gütig überlassen werden,

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