„Special Pierre oder Ce drôle de Petit Pierre“

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Christina Liakopoyloy, geboren in Athen, studierte klassischen und zeitgenössischen Tanz und deutsche und englische Literatur (Magister). 1989 gründete sie in Heidelberg das Nostos Tanztheater, mit dem sie bisher 22 Stücke inszeniert hat. Sie choreografierte  für Tanztheater, Schauspiel und Oper in  verschiedenen Theaterhäusern Deutschlands (Heidelberg, Koblenz, München) und ist als Lehrbeauftragte tätig.

PROJEKTBESCHREIBUNG

Kern der internationalen Kooperation ist die Erarbeitung des Stücks „Special Pierre oder Ce drôle de Petit Pierre“. Die Entwicklung des Stück erfolgt in mehreren Phasen in Deutschland und in Frankreich: in einem mehrwöchigen Rechercheaufenthalt der Choreografin am Institut St. Pierre und wöchentlichen durch zwei Tänzer begleitete Workshops in der Musikschule Horrenberg-Dielheim. Zum Abschluss beider Phasen folgt ein jeweils dreitägiger Workshop. Zentrale Themen sind dabei die Auseinandersetzung mit der eigenen Identität sowie das Bewusstsein für den eigenen Körper. Gemeinsam ermutigen die Choreografin, die Tänzer und die Musiker die Kinder dazu, sich zu bewegen und sich dadurch künstlerisch auszudrücken. Hierfür arbeiten sie mit spielerischer Tanzimprovisation und fordern die Workshop-Teilnehmer auf, Bewegungsmuster selbstbewusst zu zeigen und zu nutzen, auch wenn diese durch Krankheit limitiert sind.

Die Erfahrungen und Ergebnisse der Workshops sind ein relevanter Teil der Stück-Entwicklung: Die Choreografin und Tänzer nehmen die Bewegungsmuster der Kinder auf, die wiederum ihre eigenen Bewegungen im Stück wiedererkennen können. Nach jeder Vorstellung folgen Workshops mit Kindern und deren Eltern, in denen der Tanzwortschatz gemeinsam mit den Tänzern ausprobiert werden kann. Die Kinder sind dabei aufgefordert, die gerade gesehenen Bewegungen, aber auch die Geschichte weiterzuerzählen. Das Tanzstück gibt ihnen hierfür den Rahmen.

KOOPERATIONEN

Wichtige inhaltliche Impulse zum Thema Inklusion erhält das Projekt durch die fachliche Beratung von Hansjörg Widmer von der Musikschule Horrenberg-Dielheim sowie Prof. Dr. Joachim Rößler vom Institut St. Pierre in Palavas-les-Flots bei Montpellier. Die Recherche an der französischen Kinderklinik spielt eine wichtige Rolle bei der inhaltlichen Entwicklung des Stücks und soll gleichzeitig dabei helfen, ein möglichst flexibles, mobiles Theaterformat zu schaffen, das man auch in Krankenhäusern und Schulen zeigen kann. In einem gemeinsamen Rechercheprozess wird Christina Liakopoyloy den Alltag an der Klinik begleiten und in Workshops mit den jungen Patienten die Inhalte und Bewegungssprache des Stücks entwickeln. In diesem Prozess wird sie die Bedürfnisse der Kinder kennenlernen und ihre Bewegungssprache, die sie in das Stück einarbeiten wird. Der Kinderarzt Prof. Dr. Jochen Rößler wird in diesem Prozess als Bindeglied wirken: Er baut das Vertrauen zwischen Künstlern und Kindern auf und wird das künstlerische Projekt durch sein Fachwissen begleiten – auch die Ergo- und Physiotherapeuten der Klinik werden in die Recherche- und Entwicklungsphase eingebunden sein.

An der Musikschule Horrenberg-Dielheim wird das Projekt von Hansjörg Widmer und der Musikerin Zelia Fonseca begleitet, die das Stück auch als Bühnenmusiker und Komponisten unterstützen. Diese Zusammenarbeit schließt an ein Pilotprojekt aus dem Jahr 2015 an, das zunächst als eintägiger inklusiver Tanzworkshop für Kinder, Erwachsene und Jugendliche.

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