Von Atossa Kamran
Ob regional oder überregional, ob national oder international: Die Zeitungsauflagen sinken von Jahr zu Jahr dramatisch. Die zahlen schockieren. Die digitale Revolution und das Internet rütteln kräftig an der Tür des bisher Gewohnten. Plötzlich sind es nicht mehr die bisherigen Gatekeeper, die über Inhalt und Auflage von Zeitungen bestimmen. Die Karten des wirtschaftlichen Ertrages und der Macht werden damit neu gemischt. Das macht Angst. Das macht wütend. Und so sucht man verzweifelt nach Lösungen: Die aktuellen Schlagworte heißen hier „Leistungsschutzrecht“ und „Urheberrecht“. Die einen diskutieren gerade darüber auf der „Digital Life Design Conference” von Burda in München. Die anderen denunzieren: “Ich beginne den perlenaucher zu hassen“. Dazu bekennt sich Hilal Sezgin in ihrem Artikel auf zeit.online. Ein weiterer Artikel einer beispiellos schmutzigen print-medialen Hetzkampagne gegen Thierry Chervel, dem Geschäftsführer des perlentaucher.de . Seriöser Journalismus, wie ihn einige „Printler“ gerne für sich beanspruchen, sieht sicher anders aus.
Nein, Schlammschlachten auf unterstem Niveau sind nicht der Ausweg aus der Medienkrise. Umdenken ist gefragt. Wie wäre es denn mit „Flexibilität“? Zugegeben: Das ist ein stark abgedroschener Begriff aus der ach so schönen neuen Arbeitswelt. Aber er trifft den Kern. Flexibel auf die spezifischen Eigenheiten des Mediums Internet zu reagieren: Genau das hat der Journalist Thierry Chervel schon zu Beginn des letzen Jahrzehntes getan. Das fand auch die Grimme Online-Award-Jury, die ihn und seine Kollegen 2003 mit einem Preis kürte. Der cross-mediale Pionier unter den deutschsprachigen Journalisten kommt am 28.01.2010 nach Heidelberg. Er blickt auf die Zukunft des Journalismus im vermeintlichen Kampf „print gegen online“.
Online oder Offline – Quo vadis Journalismus?
Donnerstag, 28.1.2010, 19:30 Uhr
DAI Heidelberg – Bibliothek
Sofienstraße 12 69115 Heidelberg
Foto: Thierry Chervel
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