Ausgabe: Montag 06.09.2010

Kurpfälzisches Museum

Kurpfälzisches Museum der Stadt Heidelberg

Hauptstraße 97

69117 Heidelberg

Telefon: 06221  58–34020

Fax: 06221  58-34900

E-Mail: kurpfaelzischesmuseum@heidelberg.de

Textilsammlung Max Berk • Kurpfälzisches Museum
Brahmsstraße 8
69118 Heidelberg-Ziegelhausen
Telefon: 06221  800317
Fax: 06221  809657
E-Mail: kmh-textilsammlung-max-berk@heidelberg.de

Aktuelle Ausstellungen und Veranstaltungen unter: www.museum-heidelberg.de


SONDERAUSSTELLUNGEN

Sommerschick der fünfziger Jahre

18. Juni bis 12. September 2010

Bereits Ende der vierziger Jahre war der modische Grundstein für jenes Jahrzehnt gelegt, das zu Recht als das Modejahrzehnt bezeichnet wird: Die fünfziger Jahre. Nach den politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten der ersten Nachkriegsjahre sollte man in Deutschland wieder „leben, vergessen, genießen und Geschäfte machen“, konstatierte Thomas Mann. Dieses neue Lebensgefühl bot eine wunderbare Ausgangslage für die großen Modemacher der fünfziger Jahre, und mit viel Raffinesse konzentrierte man sich auf die Inszenierung der weiblichen Silhouette. Viele Familien lebten ihren Alltag jedoch keinesfalls im Überfluss und exklusive Mode war mehr Verheißung als Wirklichkeit. Da blieb der Durchschnittsverbraucherin oftmals nur das Selbstschneidern oder Christian Diors Rat: „Selbst ein mittelmäßiges Kleid kann durch wohlabgestimmte modische Zutaten einen Rang erreichen, den es von sich aus nicht besitzen würde.“ Diese Zutaten beinhalteten eine ganze Palette aufeinander abgestimmter Accessoires, die einen überaus großen Stellenwert hatten.

Die Kabinettausstellung lädt ein zu einem kleinen Sommerausflug in die bunte Modewelt der fünfziger Jahre und zeigt neben originalen Kleidern, Accessoires und Modezeichnungen die wohl charmanteste und zeittypischste Heidelberger Stadtansicht von Marie Marcks.

Eine Ausstellung in Kooperation mit der Textilsammlung Max Berk.

36. Studio-Ausstellung der Graphischen Sammlung

„Station Heidelberg, Neckartal“

Scherenschnitte von Ursula Kühlborn

29. Juni 2010 bis 9. Januar 2011

„Stationen eines langen Lebens“ betitelt Ursula Kühlborn-Batz ihre Kurzbiographie, die sie den Tieren bzw. deren Schutz und Wohlergehen widmet. Mit zahlreichen Scherenschnitten illustriert sie die Publikation und ergänzt die Übersicht mit Beispielen verschiedenster Folgen, die im Laufe der Jahrzehnte entstanden.

Zwischen 1945 und 1950 hießen Stationen, die sie in ihren Scherenschnitten festhielt, Heidelberg und das Neckartal. So entstanden u. a. Ansichten des Heidelberger Schlosses und des Brückentors, der Burg Hirschhorn, des Dilsbergs mit seiner Burgruine und der Ersheimer Kirche, eines Kleinods regionaler Gotik – Arbeiten, die sie 2005 dem Museum als Ergänzung für den Bestand der „Silhouetten“ schenkte.

Um die Folge im Rahmen der Studioausstellungen auf der Empore des Riemenschneidersaals komplett zeigen zu können, werden die Arbeiten thematisch gegliedert zu zeitlich aufeinanderfolgend Terminen präsentiert, der 1.Teil (Heidelberg) bis zum 3. Oktober 2010, der 2. Teil (Neckartal) daran anschließend bis zum 9. Januar 2011.

„Der letzte Blick“

Derek Ogbournes ‚Museum of Optography‘

10. Juli bis 5. September 2010

Vernissage: Freitag, 9. Juli, 18 Uhr

Das „Museum of Optography“ – ein Projekt des englischen Künstlers Derek Ogbourne – kommt nach Heidelberg. Videos, Fotografien, historisches Archivmaterial und 140 Zeichnungen bilden das „Museum of Optography“.

Die Optographie ist die Wissenschaft um die Fixierung des letzten Bildes, das ein Lebewesen vor dem Tod sieht. Gibt es eine Möglichkeit, dieses letzte Bild auf der Netzhaut im menschlichen Auge zu erfassen und welche Erkenntnisse kann man daraus gewinnen?

Nicht nur die Idee, Optographie zur Aufklärung von Mordfällen einzusetzen, sondern grundsätzlich dem Mythos des Übergangs vom Leben in den Tod nahe zu kommen, faszinierte Wissenschaftler ebenso wie Philosophen und Künstler. Mitte des 17. Jahrhunderts entdeckte ein Jesuit ein Bild, das auf der Netzhaut eines toten Frosches lag: eine schwache und flüchtige Aufzeichnung dessen, was das Auge im Moment des Todes festhält. Die Fixierung des letzten Bildes, das man vor dem Tod sieht, wurde bekannt als Optogramm.

In Heidelberg machte der Physiologe Wilhelm Kühne in den 1870er Jahren die ersten identifizierbaren Optogramme, die als Zeichnungen überliefert wurden. Er erstellte zudem das einzig bekannte menschliche Optogramm. Von 1970 – 1997 forschte der Ärztliche Direktor der Heidelberger Universitäts-Augenklinik, Professor Evangelos Alexandridis, und konnte mehrere Optogramme generieren. Zusammen mit Professor Alexandridis hat der Künstler Derek Ogbourne vor Ort in Heidelberg die Recherchen zu dem spannenden Thema um „das letzte Bild auf der Netzhaut eines Lebewesens“ sowohl von der wissenschaftlichen als auch von der künstlerischen Seite her beleuchtet.

Modebummel durch drei Jahrhunderte

17. Juli 2010 bis April 2011

Textilsammlung Max Berk

Temporäre Wiedereröffnung der museumseigenen Kostümsammlung

Nur für wenige Monate bietet die Textilsammlung Max Berk interessierten Besuchern die Möglichkeit, ihren umfangreichen Kostümfundus in einem kleinen Streifzug durch die Modegeschichte zu erleben. Der Modereigen spannt sich von den beiden ältesten Exponaten aus dem 18. Jahrhundert über ein Frühbiedermeierkleid und einige Kostüme aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts bis zu der verrückten Mode der Charlestonzeit und den typischen Petticoat-Kleidern der 50er Jahre. Neben den Kostümen werden auch zeittypische Accessoires und Modekupfer gezeigt.

Einhergehend mit der temporären Wiedereröffnung der Kostümsammlung werden nach langjähriger Schließung auch die Puppenstuben und -häuser der Sammlung Doris Winter wieder zugänglich sein, die einen Zeitraum von der Gründerzeit (ab 1871) bis zum Zweiten Weltkrieg umfassen. Unter ihnen befindet sich ein reizvolles und seltenes Putz- und Modegeschäft aus der Zeit um 1890, das liebevoll mit allerlei modischem Zubehör ausgestattet wurde. Eine absolute Seltenheit stellt ein aufwändig hergestelltes Puppenhaus dar, das einer Häuserzeile in der Altstadt von Basel originalgetreu nachgebildet ist.

Kurpfälzisches Museum Heidelberg
Hauptstraße 97
69117 Heidelberg
06221 58-34000

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