Presseerklärung der Evang. Kirche in Heidelberg
Das Dekanat der Evangelischen Kirche in Heidelberg bezieht Position
Die dramatische Haushaltslage der evangelischen Kirche in Heidelberg wird in der Öffentlichkeit an der aktuell geführten Diskussion um die Kindertagesstätten in Heidelberg deutlich. Allerdings sollen nach dem Willen des Dekanats der evangelischen Kirche keine KiTa-Plätze wegfallen. “Es geht für einige KiTas um einen Umzug, nicht um die Schließung”, so das Dekanat. In diesem Sinne sucht das Dekanat nach Lösungen. “Wir wollen unser kirchliches Angebot erhalten. Dazu gehören auch die KiTas. Für einige wollen wir neue Räume anmieten, um mit dem Verkauf von Gebäuden unsere finanzielle Situation zu verbessern. Darum geht es, und um nichts anderes“, so die zentrale Stellungnahme von Dekanin Dr. Marlene Schwöbel.
Um diesem Ziel näher zu kommen, hat das Dekanat in den zahlreichen Pfarrgemeinden in Heidelberg einen grundsätzlichen Diskussionsprozess angestoßen. Sowohl in der Synode als auch in den Ältestenkreisen und in den Gemeinden liegt das Thema “Haushaltssanierung” auf dem Tisch. Für die KiTas setzt das Dekanat auf eine mehrschichtige Strategie, die von den Gemeinden und den Gremien laufend ergänzt werden kann.
Wenn ein Gebäude, in dem eine KiTa untergebracht ist, nicht auf Dauer von der evangelischen Kirche gehalten werden kann, soll dieses Problem angesprochen werden. Das ist aber nicht der Anfang vom Ende der KiTa. Vielmehr ist diese Problem-Information nach dem Willen des Dekanats der Startschuss für die gemeinsame Suche von allen Beteiligten nach einer guten, neuen Lösung. Das Dekanat setzt darauf, dass die Menschen auf diese konstruktive Haltung der evangelischen Kirche vertrauen.
Folgende Lösungen sind für eine KiTa, die ihr bisheriges Domizil aufgeben muss, denkbar:
1) Die Stadt oder private Vermieter bieten nahe der bisherigen KiTa der evangelischen Kirche Miet-Räume an, in die die KiTa umziehen kann.
2) Mit Hilfe der Stadt oder privater Investoren wird in der Nähe der bisherigen KiTa eine neue KiTa aus- oder umgebaut bzw. ganz neu errichtet, die von der evangelischen Kirche angemietet werden kann.
3) Auf dem Gelände der bisherigen KiTa errichtet ein privater Investor ein Wohnprojekt, in das Räume für eine KiTa integriert werden können, die wiederum von der Kirche angemietet werden.
Auch für andere Lösungen ist die evangelische Kirche offen. Oft ergeben sich gute Ideen im gemeinsamen Gespräch.
Das Dekanat betont, dass es bei dem gesamten Themenfeld nicht darum geht, KiTas zu schließen, sondern immer darum geht, KiTas zu erhalten, wenn nötig, eben in anderen Räumlichkeiten.
Das Dekanat bittet die Heidelberger Öffentlichkeit und die Verantwortlichen gemeinsam und vertrauensvoll mit der evangelischen Kirche diesen Weg zu gehen.
Dekanin Dr. Marlene Schwöbel
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In einer neueren Presseerklärung der Evangelischen Kirche in Heidelberg wird von der „dramatischen Haushaltslage der evangelischen Kirche“ gesprochen.
Dass die Finanzen der Kirche nicht gut sind, verwundert nicht, wenn man sieht, wie mit fragwürdigen Maßnahmen Geld zum Fenster hinausgeworfen wird. Da soll in der Friedenskirche in Handschuhsheim u.a. eine Treppe – angeblich aus liturgischen Gründen – für teures Geld gebaut werden. Dieser weitreichende Umbau ist vielleicht kirchenrechtlich formal korrekt beschlossen worden, jedoch ganz eindeutig gegen eine sehr große Mehrheit der Gemeindemitglieder. Meines Ermessens wurden und werden hier fundamental-demokratische Prinzipien mit Füßen getreten. Die offiziellen Mandatsträger geben den Kritikern kein Forum (so dürfen kritische Meinungen weder an der Info-Wand der Kirche noch im Gemeindebrief publiziert werden) und sie wollen die Argumente der Umbaukritiker auch nicht zur Kenntnis nehmen.
Da kann es nicht erstaunen, wenn es Kirchenaustritte gibt und auf diese Weise weitere Einnahmen wegfallen.
Inzwischen äußerte sich sogar die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann, über ihre persönliche Referentin vor einigen Tagen in einem Schreiben an den Verfasser dieser Zeilen kritisch zu den Vorgängen in der Friedensgemeinde Handschuhsheim – natürlich nur als Außenstehende und mit der gebotenen Zurückhaltung.
Kritik trifft zudem das Dekanat und die Synode Heidelberg, die diese Baupolitik mittragen. Man fragt sich auch, wie es möglich ist, dass eine seelsorgerische Kraft in der Friedensgemeinde eingesetzt wird, die zuvor in einer kleinen Landgemeinde wirkte, wo dank ebenfalls heftiger und teils unsinniger Umbau-Maßnahmen seither ein hübscher Schuldenberg prangt.
Man kann „dramatische Haushaltslagen“ selber produzieren!